Bewegte, bewegende und berührende Geschichten
nachdenklichen Abend. Auch auf der Bühne: Werner Bruni, der Lottomillionär von Spiez.
Freitagabend, die Orangerie, der schlichte, vornehme Saal im Grand Hotel Victoria-Jungfrau, ist bis auf den letzten Sessel besetzt. Gespannt erwarteten, in dezente Gespräche vertieft, über hundert Gäste die fünf Autoren, Menschen mit ihren ausserordentlichen Erlebnissen. Sicher, einige Zuhörer haben einzelne Bücher schon gelesen oder kennen die Geschichten der Spur nach aus den Medien. Und doch, diesen besonderen Menschen gegenüberzusitzen, birgt Spannung in sich.
Frank Baumann, seine kecken Sprüche, seine überraschende Art, Menschen ins richtige Licht zu rücken, kennen wir. Heute hat er ein rotes Akkordeon mitgebracht und, wie er sagt, sogar fleissig geübt. Das kann ja heiter werden. Ihm an der Seite der ruhige Pool, Daniel Dunkel, Chefredaktor der «Schweizer Familie». Er begleitet die Lese-Tournee, stellt die Autoren vor, schafft eine enge, nahe Verbindung zu den Zuhörern. Keine leichte Aufgabe, denn die Erlebnisse, von denen die Autoren berichten, sind sehr persönlich und alles andere als leichte Kost. Lebensgeschichten, die bewegen, berühren.
Caroline Bono-Hörler erzählt von einem Unfall, der Jahr für Jahr Hunderte, ja Tausende auf unseren Strassen erleben: eine Auffahrkollision, wie sie täglich an irgendeiner Kreuzung vorkommt. Blechschaden, leichte Verletzungen, wenn es hoch kommt ein Schleudertrauma, kaum eine Notiz in einer Zeitung wert. Bei Caroline Bono war es anders, ganz anders. Bis dahin war sie eine stolze Mutter von vier Kindern und eine erfolgreiche Juristin. Mit einem Schlag verlor sie alles, was ihr lieb war, ihre Stelle, ihr ganzes Einkommen – und das Schlimmste für sie als Mutter: Sie musste zwei ihrer Kinder weggeben. Obwohl sie rundum versichert war, wurde sie zum Sozialfall. Eine schlampige Ermittlung am Unfallplatz mit vielen offenen Fragen, eine an Kriminalität grenzende Manipulation der Fakten liessen ihr vor Gericht kaum Chancen, gegen die Versicherung zu ihrem Recht zu kommen. Eine unglaubliche Geschichte, spannend wie ein Krimi aus der TV-Serie «Tatort». Und doch ganz anders. Vor uns sitzt Caroline Bono, sie hat es erlebt und lebt weiter in dieser Geschichte, ist Teil des echten Drehbuchs.
Was passiert, wenn die geliebte Partnerin mit einer Brustkrebsdiagnose nach Hause kommt? Barbara Bosshard erzählt, wie sie ihre Freundin auf ihrem langen Weg durch die Krankheit bis zum Abschied begleitet hat. Ein gemeinsamer Weg, voller Liebe, Hoffnung und Schmerz, zusammen haben sie ihn gemeistert, Barbara Bosshard hat ins Leben zurückgefunden. Ihr Buch «Den Himmel berühren» ist eine hoffnungsvolle Geschichte, die eindrücklich aufzeigt, wie Menschen in schwierigen Situationen wachsen können und wieder ins normale Leben zurückfinden. Barbara Bosshard ist Fernsehjournalistin, und ihre einfühlsamen Porträts über menschliche Schicksale gewinnen durch die eigenen Erfahrungen viel an Kraft und Glaubwürdigkeit.
Werner Brunis Geschichte glauben wir zu kennen. Wir wissen um die Höhen und Tiefen seines Büetzerlebens, vom glücklichen Traumgewinn, der zu einem Albtraum wurde. Doch kennen wir den Menschen Bruni? In seinem Buch hagelt es nicht von Superlativen und Schlagzeilen. Es beschreibt den Weg eines einfachen ehrlichen Menschen durch ein Leben, das stellvertretend für viele arbeitsame Menschen steht. Hätten da nicht die sechs richtige Zahlen auf dem Lottoschein alles auf den Kopf gestellt, könnte es die Geschichte eines Mannes aus dem Volk, mit all den Sorgen und Nöten, eines Handwerkers aus der Nachbarschaft sein. Werner Bruni ist trotz seiner bewegten Geschichte an seinem Ziel angekommen: einem ruhigen Lebensabend, ohne grosse Sprünge und ohne grosse Gewinne.
Hätte Hitchcock die Story verfilmt, die Kritiker würden den Inhalt für etwas übertrieben halten. Doch was das Leben an abgrundtiefen Episoden bereithalten kann, hat Nicole Dill am eigenen Leib erfahren. Sie wurde von ihrem einstigen Partner entführt, vergewaltigt und mit einem Pfeil aus einer Armbrust niedergestreckt. Sie überlebte knapp die grauenvolle Nacht. Erst als sie das Spital schwer traumatisiert verlassen konnte, erfuhr sie, wer ihr Partner in Wirklichkeit war: ein verurteilter Mörder, vorzeitig aus der Haft entlassen, und wie sich herausstellte schon wieder zigmal aufgefallen Nicole Dill erzählt die Erlebnisse gefasst wie eine Sonntagsschulgeschichte für Erwachsene. Kaum zu glauben, wie sie die schreckliche Tat wegstecken kann. Sicher hilft ihr der ungebrochene Glaube an das Leben, an ihre Familie, ihren Sohn.
Mit leichter Kost zum Thema Astrologie beschliesst auf witzig- fröhliche Art Monica Kissling als Madame Etoile den Abend. Astrologie fasziniert und polarisiert. Dabei wissen viele Menschen kaum, was Astrologie überhaupt ist und was sie kann. In ihrem munteren Buch finden sich einige Antworten auf Fragen über die schicksalhaften Zusammenhänge, die in den Sternen stehen. Peter WengerMit der Espacecard können die
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Erstellt: 10.01.2011, 00:30 Uhr
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