Plötzlich das ungläubige Staunen
Der zweite Satz befand sich in der entscheidenden Phase, als Fabio Zulauf beim Stand von 30:29 zum Block ansetzte. Der Ball prallte von den Händen des 195 Zentimeter grossen Hünen auf den Hallenboden. Die Spieler von Münchenbuchsee brachen in Jubel aus und beglückwünschten sich. Dann, plötzlich das ungläubige Staunen. Der Schiedsrichter gab den Ball aus. Statt dem Satzausgleich, stand es 30:30. Kurze Zeit später gelang Chênois den Punkt zum 33:31 und damit der Satzgewinn.
Der Schluss des zweiten Satzes war sowohl Höhen- als auch Knackpunkt des Spiels. Den Bernern gelangen zwar einige spektakuläre Punkte, sie vergaben aber auch drei Satzbälle. «Heute war auch ein bisschen Pech dabei. Gleich bei mehreren umstrittenen Situationen entschied der Schiedsrichter gegen uns», bilanzierte Matthias Schönthal. «Aber wir wussten vor dem Spiel, dass wir gegen Chênois eine annähernd Perfekte Leistung hätten zeigen müssen, um zu gewinnen», führte der Passeur weiter aus.
Defizite beim Service
In der Tat waren die Genfer für Münchenbuchsee eine Nummer zu gross. Chênois, welches mit zahlreichen ausländischen Profis antrat, war fast auf jeder Position besser besetzt als die Berner, welche ausschliesslich Amateure in ihrem Kader haben. Trotzdem konnte Münchenbuchsee dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung lange mithalten. Aber ihnen gelang an diesem Tag eben keine perfekte Leistung. Zu viele Servicefehler schlichen sich ein, zu selten konnten die gegnerischen Angriffe gestoppt werden. «Mit unseren Aufschlägen forderten wir die gegnerische Annahme zu selten. So ist es schwierig beim eigenen Aufschlag zu Punkten zu kommen», fand denn auch Matthias Schönthal. Die Defizite beim Service machten sich auch in der entscheidenden Phase des Spiels bemerkbar. Gleich zwei Satzbälle vergab Münchenbuchsee im zweiten Satz mit Aufschlagfehler.
Nach dem Spiel suchte man bei Münchenbuchsee vergebens nach enttäuschten Gesichter. Denn ein Sieg wäre einer grossen Überraschung gleichgekommen. Anders als am Vortag. Da war der Berner Vorortsklub beim Mitaufsteiger TV Schönenwerd zu Gast und die Zuversicht war gross, dass man zum ersten Mal in der laufenden Meisterschaft zu Punkten kommen würde. Doch nachdem Münchenbuchsee den zweiten Satz gewonnen hatte, brach es völlig ein und erzielte in den letzten beiden Sätzen zusammen nur noch 26 Punkte.
Abenteuer Nationalliga A
Münchenbuchsee bleibt nach der Doppelrunde vom Wochenende ohne Sieg und befindet sich an letzter Tabellenposition. Ernüchterung oder Enttäuschung macht sich aber bei den Exponenten von Münchenbuchsee keine bemerkbar. Denn die Nationalliga A ist für sie vielmehr ein Abenteuer, denn ein todernster Wettkampf. Mit einem Budget von 40000 Franken verfügen die Berner, anders als ihre Konkurrenten, nicht über die Mittel, um Profispieler zu beschäftigen. So sind sie der David unter lauter Goliaths. Ein Debakel dürfte die laufende Meisterschaft für Münchenbuchsee aber nicht werden. Denn es verfügt über viele junge talentierte Spieler die sich im Verlauf der Saison noch steigern dürften.
Dominic Wuillemin>
Erstellt: 25.10.2010, 00:32 Uhr
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