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Zwei Giganten in Frauenfeld

Von Melissa Müller. Aktualisiert am 03.08.2010

Der Berner Schwinger Christian Stucki ist der Star der Serie «SF bi de Lüt – die Bösen». Während eines Drehtags in Frauenfeld traf er seinen Freund – den Frauenfelder Volleyballprofi Sascha Heyer.

Christian Stucki (r.) und Sasha Heyer sind dicke Freunde.

Christian Stucki (r.) und Sasha Heyer sind dicke Freunde.
Bild: Nana do Carmo

Kürzlich im Restaurant Kanönli in Frauenfeld: Zwei Giganten essen Spaghetti und Cordon bleu. Eine Serviertochter bittet um ein Autogramm. Sie hat die prominenten Sportler auf den ersten Blick erkannt: Den Frauenfelder Volleyball-Profi Sascha Heyer (2,03 Meter) und den Berner Schwinger Christian Stucki (1,98 Meter), der sich mit kräftigem Händedruck als «dä Chrigu» vorstellt. Die zwei trainieren zusammen und haben den gleichen Trainer.

Stucki, der beruflich Fleischwaren ausliefert, ist im Sägemehlring einer der besten «Bösen» der Schweiz. Und auch medial auf dem Weg nach oben: Er spielt in einem Kinofilm mit Beat Schlatter mit. Und er ist auch in der aktuellen Serie von «SF bi de Lüt» einer der Hauptprotagonisten. Darin begleitet das Schweizer Fernsehen Christian Stucki und seinen Konkurrenten Nöldi Forrer bei den Vorbereitungen fürs Schwingfest. Mit 25 Jahren und 160 Kilogramm ist Stucki der jüngste und schwerste Favorit. Sein Gewicht hat ihm auch schon den Übernamen «Obelix» eingetragen. Er gilt als unberechenbar, wuchtet Gegner in einem unvermittelten Moment auf den Rücken. Der Frauenfelder Sascha Heyer hilft ihm, Geschicklichkeit und Sprungkraft zu verbessern. Im Gegenzug zeigt der Schwinger dem Volleyballprofi, wie man an Kraft zulegt. Am Schwingfest wird Heyer seinem Berner Kollegen statt den Thurgauer Schwingern die Daumen drücken. «Das ist aus persönlichen Gründen selbstverständlich», sagt Heyer.

Viele Verehrerinnen

Schwinger Stucki ist auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Bei seinem Besuch in Frauenfeld wird er ständig angesprochen. «Dürfen wir uns mit dir fotografieren lassen?», fragen ein Vater und ein Sohn. «Na klar», sagt Stucki. Dann winkt ihm ein Rentner: «Hallo Stucki. Hab dich im Fernsehen gesehen.» Auch über mangelnde weibliche Aufmerksamkeit kann sich der Schwinger nicht beklagen. «Ich bin da aber vorsichtig», sagt der Single-Mann. Viele Frauen würden bloss vom Rampenlicht träumen. «Es ist schwierig, eine Frau zu finden, die im Hintergrund bleibt und Verständnis für den Sport aufbringt.»

Stucki kann sich durchaus einmal vorstellen, verheiratet zu sein wie sein Sportsfreund Sascha Heyer, der zwei Kinder hat. Vorerst steht für ihn aber der Sport im Vordergrund. Er will in Frauenfeld nach der Krone greifen. «Ich bin schon ganz kribbelig», sagt er beim Anblick der gigantischen Thurgau Arena, die derzeit auf der Allmend aufgebaut wird. Hier wird er sich in drei Wochen vor 50'000 Zuschauern im Sägemehl wälzen und kämpfen, Mann gegen Mann.

Ein massiver Druck lastet auf den Schultern des bärenstarken Berners. Seine Fans behaupten heute schon, Stucki werde der nächste Schwingerkönig. «König ist man aber erst, wenn man am Eidgenössischen als Erster aufgerufen wird und sich das Eichenlaub aufsetzen lassen darf», relativiert der Sportler. Er hütet sich davor, den Mund zu voll zu nehmen.

Harte Trainings und gute Freunde helfen Stucki, auf dem Boden zu bleiben. «Freunde sind für dich da», ergänzt Sascha Heyer. «Ob du gewinnst oder verlierst.»

(ThurgauerZeitung)

Erstellt: 03.08.2010, 16:30 Uhr

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