Panorama
US-Studentin hetzt auf Youtube gegen Abtreibungskliniken
Abtreibungsgegnerin der neuen Generation: Lila Rose. (Bild: liveaction.org)
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Lila Rose, eine 20-jährige Geschichtsstudentin der University of California in Los Angeles (UCLA), hat sich laut einem Bericht in der «Los Angeles Times» unter falschen Angaben bei einer Abtreibungsklinik beraten lassen und die Mitarbeiterin dabei in eine Falle gelockt:
Sie gibt sich in der Abtreibungsklinik Planned Parenthood in Bloomington als 13-Jährige aus – im Video als 14-Jährige – und fragt nach einer Abtreibung, worauf die Mitarbeiterin eine Einverständniserklärung der Eltern fordert. Das Mädchen weigert sich, denn der Vater des Kindes sei 31-jährig – und sie würden in grosse Schwierigkeiten kommen. Die Mitarbeiterin erklärt ihr daraufhin die rechtlichen Umstände: Im Staat Indiana müsse in so einem Fall die Kinderschutzbehörde eingeschaltet werden.
Die Brisanz des Videotapes folgt nach einer Schweigeminute der Mitarbeiterin: «Okay, ich habe das Alter des Vaters nicht gehört. Ich will das Alter nicht wissen. Es könnte als Vergewaltigung ausgelegt werden – und das wäre Kindsmissbrauch.» Das Mädchen schlägt vor zu lügen: «Ich nenne nicht den Namen des Vaters, gebe aber an, er sei ein gleichaltriger Mitschüler.» Damit gibt sich die Mitarbeiterin zufrieden.
Abtreibungskliniken sollen Straftaten verschweigen
Seit 2006 hat sich Lila Rose zum Ziel gesetzt, Missstände in Abtreibungskliniken aufzudecken (www.liveaction.org). Mit den verdeckten Aufnahmen, die sie in den Planned-Parenthood-Kliniken in Los Angeles, Indianapolis, Bloomington, Tucson, Phoenix und Memphis gemacht, will sie aufzeigen, dass die Kliniken mögliche Straftaten nicht melden.
Lisa Roses verdeckte Ermittlungen sind altbekannte Mittel der Abtreibungsgegner, doch die Art, wie sie die Informationen crossmedial streut, ist neu. Auch ist sie nicht der Prototyp eines Abtreibungsgegners, der gemäss der Zeitung mehrheitlich im mittleren Alter, konservativ und religiös ist.
Ob die Videoaufnahmen rechtliche Konsequenzen haben werden, ist noch unklar. Die Abtreibungskliniken Planned Parenthood wehren sich gegen die Anklage und verweisen darauf, dass bei 30'000 Angestellten und 850 Kliniken Fehler unvermeidbar seien. (mbr)
Erstellt: 27.04.2009, 14:15 Uhr
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