Roman Polanski bricht sein Schweigen
Wartet auf bessere Zeiten: Roman Polanski. (Bild: Keystone )
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Unter dem Titel «Ich kann nicht länger schweigen» hat Roman Polanski am Sonntag eine Erklärung an verschiedene Medien geschickt. Der 76-jährige Schauspieler und Filmemacher Polanski zerzaust in seinem Schreiben die Argumente der amerikanischen Justiz. Die USA würden seine Auslieferung verlangen, um ihn «den Medien der ganzen Welt zum Frass vorzuwerfen».
Das amerikanische Auslieferungsgesuch beruhe auf einer «Lüge», schreibt Polanski. Er hoffe, dass die Schweiz einsehe, dass es keinen Grund für eine Auslieferung gebe. Seine Inhaftierung im Jahr 1977 für 42 Tage im kalifornischen Gefängnis von Chino habe der Strafe entsprochen, zu welcher er hätte verurteilt werden sollen und die er folglich bereits verbüsst habe.
Vergebliche Bemühungen
Erst letzten Donnerstag hatten die US-Anwälte von Polanski einen neuen Versuch gemacht, die Auslieferung an die USA zu verhindern. Sie verlangten die Herausgabe von unter Verschluss gehaltenen Akten, die sie den Schweizer Behörden unterbreiten wollen.
Eine Woche zuvor hatte Polanski in den USA eine doppelte Niederlage einstecken müssen. Ein Berufungsgericht in Los Angeles lehnte den Antrag auf eine Verurteilung in Abwesenheit ab. Zudem wies das Gericht einen Antrag von Polanskis damaligem Opfer zurück, das Verfahren gegen den Regisseur fallen zu lassen.
Dem in Polen geborenen Filmemacher wird vorgeworfen, 1977 eine 13-Jährige in der Villa von Hollywoodstar Jack Nicholson mit Drogen gefügig gemacht und dann mit ihr Sex gehabt zu haben. Polanski bekannte sich damals schuldig. Am Tag vor der offiziellen Strafverkündung floh er aber nach Frankreich.
Polanski war am 26. September 2009 aufgrund eines US-Haftbefehls bei der Einreise in die Schweiz verhaftet worden. Gegen Bezahlung einer Kaution und unter Einhaltung weiterer Auflagen wurde er Anfang Dezember mit einer Fussfessel versehen. Seither ist er in seinem Chalet in Gstaad BE unter Hausarrest. (vin/sda)
Erstellt: 02.05.2010, 20:40 Uhr
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