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Menschen erfroren bei sich zu Hause

Aktualisiert am 06.02.2012 51 Kommentare

Schon mehr als 300 Menschen sind europaweit wegen der Kältewelle gestorben. Tiefe Temperaturen und Schnee behindern die Infrastrukturanlagen. Auch der Schweizer Luftverkehr ist betroffen.

1/37 Die Ukraine ist von der Kältewelle am meisten betroffen: Frau schaut durch vereiste Scheibe. (4. Februar 2012)

   

Flugausfälle in London Heathrow. (Video: Reuters )

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Die extreme Kälte hält Europa weiter fest im Griff. Amtlichen Angaben zufolge starben durch die Frostwelle bis gestern rund 300 Menschen. Besonders in der Ukraine und in Polen, den beiden am stärksten betroffenen Ländern, stieg die Zahl der Toten dramatisch an.

Die ukrainischen Behörden verzeichneten seit dem 27. Januar 131 Tote. Darunter waren mehr als 30 Menschen, die bei sich zuhause erfroren. Etwa 2000 Menschen wurden wegen Erfrierungen im Spital behandelt. Landesweit wurden 3170 Rettungsposten eingerichtet, wo Bedürftige sich aufwärmen und etwas Warmes essen können.

In Polen erhöhte sich die Zahl der Toten auf 53. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Obdachlose, die häufig alkoholisiert waren. Die Obdachlosenheime beschlossen deswegen, ausnahmsweise auch Betrunkene aufzunehmen.

In Rumänien stieg die Zahl der Toten auf 34. In Bulgarien tötete die Kältewelle mindestens 16 Menschen, grösstenteils Dorfbewohner, die am Strassenrand oder in ihren ungeheizten Wohnungen starben.

Ausnahmezustand in Serbien

Serbien meldete neun Kältetote. Angesichts einer bis zu zwei Meter hohen Schneedecke galt in fast 30 Gemeinden der Ausnahmezustand. Alle Grund- und Mittelschulen sowie Kindergärten sollten diese Woche geschlossen bleiben.

Auch in anderen europäischen Ländern wurden Tote registriert: 15 in Litauen, zehn in Lettland, sechs in Tschechien, fünf in Frankreich, vier in Österreich, jeweils zwei in Kroatien und Griechenland, sowie jeweils einer in der Slowakei, in Mazedonien und in Montenegro.

In Monenegro schlossen Lawinen etwa 90 Menschen 24 Stunden lang in einem Strassentunnel ein. Im kroatischen Dalmatien wurde der Notstand ausgerufen. In der bosnischen Hauptstadt Sarajevo wurde eine Schneehöhe von einem Meter gemessen. Die öffentlichen Verkehrsmittel stellten ihren Betrieb ein.

Nichts geht mehr in Rom

In Mittel- und Süditalien herrschte Winterchaos. Zwei Menschen starben, als Dächer unter der Last des Schnees zusammenbrachen. Bis zu 120'000 Menschen waren zeitweise ohne Strom. Hunderte blieben in Zügen oder Autos stecken.

In Rom schneite es so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr. Die Regierung verteilte 4000 Schneeschaufeln, 400 Soldaten und Carabinieri halfen den Bewohnern beim Schneeräumen. Einige Bäume knickten unter der ungewohnten Last ein und beschädigten parkierte Autos.

In Civitacecchia nordwestlich von Rom rammte ein Fährschiff im Schneesturm einen Hafendamm und wurde dabei schwer beschädigt. Das Schiff mit mehr als 300 Menschen an Bord wurde evakuiert.

Flugverkehrschaos in Grossbritannien

In Grossbritannien reichten rund zehn Zentimeter Schnee aus, um ein Chaos im Flugverkehr auszulösen. Europas grösster Flughafen London-Heathrow strich über 600 Flüge und damit die Hälfte aller Starts und Landungen für Sonntag. Betroffen waren auch über 20 Flüge aus der und in die Schweiz.

Auch die Flughäfen Stanstead, Birmingham und Luton stellten den Betrieb zeitweise ein. In Frankreich wurde auf dem Flughafen von Toulouse der Verkehr wegen starken Schneefalls vorübergehend eingestellt. Busse blieben in den Depots.

Schnee in Algier

Die Kältewelle drang selbst bis nach Nordafrika vor. In höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier fiel seit Jahren wieder richtig Schnee. Landesweit starben 16 Menschen, davon die meisten bei Verkehrsunfällen auf verschneiten Strassen.

Freude hatten dagegen die Kinder: Viele von ihnen hatten noch noch nie die weissen Flocken gesehen und stürzten sich gemäss Augenzeugenberichten begeistert nach draussen. (mrs/sda)

Erstellt: 05.02.2012, 18:55 Uhr

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51 Kommentare

Alois Amrein

03.02.2012, 19:37 Uhr
Melden 94 Empfehlung

Das bisschen Kälte ist nichts im Vergleich zum Winter 1962/63, als fast alle Seen in der Schweiz nach 3 Wochen um minus 20-25 Grad zugefroren waren. Den Zürichsee und andere Seen konnte man mit Autos und Lastwagen überqueren. Antworten


Thomas Berger

03.02.2012, 22:42 Uhr
Melden 46 Empfehlung

Klimaanomalien hat es schon immer gegeben, sie treten von Zeit zu Zeit auf. Ev. spielt Klimaerwärmung mit. Da wir aber so "fortscrhittlich" sind, sollten wir einige Massnahmen treffen: Bessere Gebäudeisolieren, grössere Wasserspeicher usw. Leider geht das nicht, weil es uns die Finanz nicht erlaubt. Lieber bauen wir aber Büros, noch mehr StarbucksCoffees und Hafenkräne. Antworten



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