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Lokführer spricht von verformten Gleisen

Nach dem schweren Zugunglück im Oberwallis suchen die Behörden nach der Unglücksursache. Sie haben zwei Gutachten angefordert.

Rätseln um die Unfallursache: Helfer am Samstag am Unglücksort.

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Zugunglück im Wallis

Zugunglück im Wallis
Bei einem Unfall des Glacier Express im Oberwallis sind über 40 Personen verletzt worden. Eine Japanerin aus Osaka ist tot.

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Die Untersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) des Bundes hat bis am Montag noch keine Hinweise auf die Ursache des schweren Zugunglücks im Oberwallis vom letzten Freitag gefunden. Der Lokomotivführer hat laut den Experten eine Deformation im Bahngleis bemerkt.

Drei Experten der Untersuchungsstelle haben die zwei umgekippten Wagen des «Glacier Express» unter die Lupe genommen. Die Unfallwaggons befinden sich zur Zeit im Depot der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) in Brig.

Walter Kobelt, Chef der UUS, sagte am Montag in Brig vor den Medien, der Lokomotivführer habe vor dem Unfall eine Verformung der Schienen gesehen. Der Lokführer habe jedoch nicht mehr bremsen können.

Schienen nach Unfall beschädigt

Ob es diese Deformation wirklich gegeben hat, kann Kobelt nicht bestätigen. «Die Schienen sind wegen des Unfalls zu sehr beschädigt», sagte er. Der Lokomotivführer wird zurzeit psychologisch betreut.

Die Freigabe der Fahrspur am Sonntag angesichts der Beobachtungen des Lokomotivführers seien aber nicht gefährlich gewesen, sagte der Experte auf entsprechende Fragen seitens der Journalisten.

Achsen sind unbeschädigt

Kobelt verwies auf die Instandstellungsarbeiten und die Beschränkung der Geschwindigkeit für die Züge auf 15 Kilometer pro Stunde am Unfallort. «Damit sagen wir aber nicht, dass mit der Fahrspur alles in Ordnung gewesen ist.»

Bis anhin haben die technischen Abklärungen der Experten jedoch noch nichts ergeben. An den Achsen, den Spurweiten und den Spurkränzen - sie halten die Räder auf der Schiene - sei alles normal, sagte Kobelt. Weitere Untersuchungen an den Wagen seien jedoch noch im Gang.

Am Unfallort zwischen Lax und Fiesch wurden zudem die Schienen ausgemessen. Sie müssen nun mit Standardschienen verglichen werden, um festzustellen, ob sie den Vorschriften entsprechen.

Testfahrten am Montagabend

Bereits ausgewertet ist hingegen der Fahrdatenschreiber. Die Daten - besonders zur Geschwindigkeit des Zuges - wollen die Experten jedoch mit den Aussagen des Lokomotivführers abgleichen. Dazu werden sie am Montagabend Testfahrten durchführen. Zudem forderten Kobelt und sein Team ein geologisches und auch ein meteorologisches Gutachten an. Letzteres soll speziell über die Windverhältnisse zur Unfallzeit Aufschluss geben.

Kobelt wies darauf hin, dass die Untersuchungen noch Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen könnten. Er rechne jedoch damit, im Laufe dieser Woche wenigstens einen Zwischenbericht abgeben zu können, sagte er am Montag.

Alle ausser Lebensgefahr

Drei Tage nach dem Unglück sind noch 13 Personen im Spital. Marcel Schmid, ärztliche Direktor des Gesundheitsnetzes Wallis, gab sich zuversichtlich, dass die meisten bis Ende Woche das Spital verlassen können. Zwei Patienten befinden sich im künstlichen Koma. «Sie sind aber ausser Lebensgefahr», sagte Schmid.

Jean-Pierre Schmid, Präsident der MGB, gab seinem Bedauern über den Unfall Ausdruck und entschuldigte sich an der Medienkonferenz beim anwesenden japanischen Vize-Konsul. Er versprach, alles Mögliche zu tun, um den Opfern und ihren Familien zu helfen.

Am vergangenen Freitag war ein «Glacier Express»-Zug im Oberwallis verunfallt. Der Unglückszug war kurz vor Mittag mit ungefähr 210 Passagieren von Brig herkommend in Richtung Bündnerland unterwegs, als zwischen Lax und Fiesch drei Waggons entgleisten. Die beiden hintersten Wagen des Panoramazuges kippten um. Der dritte blieb stehen.

Beim Unfall kam eine 64-jährige Japanerin aus Osaka ums Leben. Insgesamt wurden 40 Menschen verletzt in Spitäler gebracht. Die Mehrheit der Verletzten stammt aus Japan. (oku/sda/)

Erstellt: 26.07.2010, 17:35 Uhr

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