Panorama

Lokführer ist schuld am Glacier-Express-Unfall

Die Unfallursache ist geklärt: Das Zugunglück, bei welchem im Wallis eine 64-jährige Japanerin getötet wurde, ist auf menschliches Versagen zurückzuführen. Der Lokführer hatte in einer Kurve zu früh beschleunigt.

1/38 Ein Blick ins Innere eines Unglückwaggons.
Bild: Keystone

   

Bildstrecke

Zugunglück: Viel Aufregung in Japan

Zugunglück: Viel Aufregung in Japan
Die meisten Verletzten und das Todesopfer des Zugunglücks im Oberwallis stammen aus Japan. In ihrem Heimatland hat der Unfall viel Aufregung ausgelöst.

Artikel zum Thema

Stichworte

Vor zahlreichen Journalisten - viele davon aus Japan - erläuterte Walter Kobelt von der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) in drei Sprachen die Ergebnisse seiner Untersuchung. Gemäss seinen Ausführungen ist auf dem Streckenabschnitt, auf welchem der Unfall geschah, eine Geschwindigkeit von 35 km/h erlaubt.

Erst nachdem der letzte Wagen die nach der Unfallkurve montierte Geschwindigkeitstafel von 55 km/h passiert, dürfen die Lokführer beschleunigen. Im Falle des verunfallten «Glacier Express» drückte der Lokführer jedoch rund 30 Meter vor der Tafel aufs Gas und beschleunigte auf 56 km/h.

Andere Ursachen ausgeschlossen

Dabei geriet letzte Wagen ins Kippen und touchierte zwei Pfosten. «Die Zentrifugalkraft war schliesslich so gross, dass der letzte Wagen entgleiste und zwei weitere mit sich riss», erklärte Kobelt.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse können Witterungseinflüsse, Veränderungen des Geländes, fehlerhaftes Rollmaterial sowie Schäden in den Geleisen als Unfallursachen ausgeschlossen werden. Nach dem Unfall waren Gerüchte aufgekommen, Deformationen der Schienen könnten für das Unglück verantwortlich sein. Kobelt schloss die Verwerfungen aber als Unfallursache aus, da der Zug vor besagter Stelle entgleiste.

Lokführer kann sich nicht mehr erinnern

Warum der Lokführer vorzeitig beschleunigte, ist nicht geklärt. Laut dem UUS-Experten kann sich der Mann nicht mehr daran erinnern. Die Frage, ob der Zeitdruck den Lokführer veranlasst hatte, das Tempo zu erhöhen, verneinte Hans-Rudolf Mooser, Direktor der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB). «Sicherheit steht bei uns an erster Stelle. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen gilt bei uns Null- Toleranz.»

Seit der Neat-Eröffnung sei der Fahrplan enger geworden, räumte Mooser allerdings ein. «Aber wir haben den Fahrplan 2008 mit einer externen Firma optimiert und geprüft.» Man werde den Vorfall nun analysieren und aus dem Untersuchungsbericht entsprechende Lehren ziehen. Derzeit gebe es jedoch keinen Grund, etwas an der aktuellen Situation zu ändern.

Strafrechtliche Konsequenzen möglich

Der Lokführer arbeitete seit acht Jahren bei der MGB. Er wird zurzeit psychologisch und juristisch betreut. Der Untersuchungsrichter prüft, ob er strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden muss. Der Entscheid fällt, sobald der Bericht der UUS vorliegt.

MGB-Verwaltungsratspräsident Jean-Pierre Schmid drückte gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen sowie dem anwesenden japanischen Vizekonsul Mitsuhide Fusegi sein «tiefstes Bedauern» aus. «Es beschämt uns, dass das Unglück auf menschliches Versagen zurückzuführen ist.»

Auch die Walliser Regierung sprach den Betroffenen ihr tiefstes Beileid aus. «Dass ein Ferienurlaub ein derartig schlimmes Ende nimmt, wird im Wallis mit Mitgefühl und Trauer zur Kenntnis genommen», sagte Jacques Melly, Vizepräsident des Walliser Staatsrates.

40 Verletzte, eine Tote

Der Glacier Express war vergangenen Freitag im Oberwallis verunfallt. Der Unglückszug war kurz vor Mittag mit ungefähr 210 Passagieren von Brig her in Richtung Bündnerland unterwegs, als im Goms zwischen Lax und Fiesch drei Waggons entgleisten. Die beiden hintersten Wagen des Panoramazuges kippten um, der dritte blieb stehen.

Beim Unfall kam eine 64-jährige Japanerin aus Osaka ums Leben. Insgesamt wurden 40 Menschen verletzt in Spitäler gebracht. Die meisten Verletzten stammen aus Japan. Derzeit befinden sich noch acht Personen in Spitalpflege. Drei können voraussichtlich in den nächsten Tagen entlassen werden. Eine Person wird noch künstlich beatmet. (bru/sda/)

Erstellt: 30.07.2010, 15:14 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

53 Kommentare

Martin Karrer

04.08.2010, 11:20 Uhr
Melden

Der Lokführer bewegt den Zug bereits nahe am Limit, Geschwindigkeitsüberschreitungen von 5 Km/h sind schon sehr viel und absolut unüblich. Bei der normalspur Eisenbahn (Spurweite 143 cm) sind die Wagen bis 4,6m hoch, darum entgleisen Züge bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 30 Km/h immer. Es gibt genügend Unfälle die das beweissen. Die MGB hat eine Spurweite von 100cm. Rechnen sie nach. Antworten


Thomas Lehmann

03.08.2010, 23:18 Uhr
Melden

Die Gleisverwerfung hat sehr wohl Einfluss auf den Unfallhergang! In der Physik spricht man jeweils von einer Resonanzkatastrophe - die Gleisverwerfung hat den letzten Wagen so sehr Aufgeschaukelt, dass er umfiel. Die Geschwindigkeit spielte insofern eine Rolle, als dass beim letzten Wagen der Abstand der beiden Drehgestelle genau zur Eigenschwingung des Wagenkastens "passen" musste. ( v = L * f ) Antworten


Jerome Doster

03.08.2010, 20:18 Uhr
Melden

Menschliches Versagen ist das Symptom und nie die Ursache! Es wird immer gesagt, dass der Lokführer dies und das, aber nie wieso. Wenn das "wieso" erklärt wird, sieht es für den Lokführer und die MGB ganz anders aus. Aber es ist nachvollziehbar, dass die MGB daran kein Interesse hat. (Die Bestrafung des Lokführers bringt übrigens nichts: Das Problem wird nicht gelöst.) Antworten


nicole aelter

03.08.2010, 11:54 Uhr
Melden

Das UUS brauchte dringend einen Sündenbock, resp. die Japaner. Die 55 km/h führen zu einem sehr ruppigen Fahrverhalten für die Passagiere, aber wie schon erläutert von Anderen, das kann diese Wagen nicht aus den Schienen werfen, diese Pano-Wagen sind sehr leicht, Gewicht ca. 18 Tonnen, tiefer Schwerpunkt. Auch bei der SBB kann das täglich passieren, es ist nur eine Frage der Zeit. Antworten


Martin Karrer

02.08.2010, 12:32 Uhr
Melden

Ich weiss nicht ob ich lachen oder weinen soll Wie die Bahn funktioniert ist den meisten Mensche völlig unbekannt. Man will einfach nicht mehr wahrhaben das ein einzelner Lokführer direkt für bis zu 3000 Passagiere verantwortlich ist und durch einen kleinen Fehler diese gefährdet. Irgendwie glaubt man, dass da schon Sicherheitseinrichtungen installiert sind die Unfälle verhindert. Antworten


Martin Karrer

02.08.2010, 10:05 Uhr
Melden

Wieso wird nichts von den Qualfikationen und Ausbildung dieses Lokführers berichtet? Antworten


Hansjörg Meier

01.08.2010, 17:09 Uhr
Melden

Mit erstaunen habe ich die vielen Komentare zur Kenntnis genommen! Ich arbeite auch im öffentlichen Verkehr und weiss, wovon ich spreche!!! Sind wir nicht alle selber Schuld, dass sowas passieren konnte? Es kommt ja immer auf die Minute an, und wehe wenn....! Der Zeitdruck ist der grösste Feind und verleitetet oft zu Fehlern und Taten, die sonst nicht begangen würden!!! NEHMT EUCH DAS ZU HERZEN!!! Antworten


Adriano Granello

01.08.2010, 12:07 Uhr
Melden

«Sicherheit steht bei uns an erster Stelle. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen gilt bei uns Null- Toleranz.». «Es beschämt uns, dass das Unglück auf menschliches Versagen zurückzuführen ist.»Und:"Derzeit werde er (der Lokführer) «psychologisch und juristisch betreut», sagt Biner. Die MGB unterstütze ihn dabei: «Wir halten zu ihm.»". Ob diese Mischung aus Scham und Solidarität gut kommen kann..? Antworten


Fritz Nussbaumer

01.08.2010, 10:40 Uhr
Melden

Bei uns kann der Tramführer Stopsignale überfahren, im Walis kann der Lokführer Maximalgeschwindigkeiten nicht einhalten. u.s.w. Überall wird immer gepredigt, dass der Mensch Fehler machen kann. Wieso aber führen diese hochtechnischen Betriebe kein Zugssicherungssystem ein? Ich höre die Bemerkung, dass sowas zu teuer sei und sowieso nicht funktioniere. Die Manager verstehen eben mehr von Technik Antworten


eugen bissegger

31.07.2010, 15:17 Uhr
Melden

Betreffend tolle Kommentare auch noch eine Bemerkung: Es ist doch sehr, sehr erstaunlich, dass eine Woche nach dem Unglück medial präsentiert wird, mit Grafiken, Auswertung des Fartenschreibers, alles an den Waggons offenbar in dieser kurzen Zeit auch schon abgeklärt, die Schuldfrage veröffentlicht wird - der Lockführer sei zu schnell gefahren! Fahrtenschreiber manipuliert? Das stinkt zum Himmel! Antworten


Geri Beuler

31.07.2010, 11:48 Uhr
Melden

Einige Leute tun schon alles um in die Medien zu kommen. Der Pro Bahn Präsi Dutler war doch schon gleich nach dem Unglück einer der Ersten der sich mit seiner Aussage "Es könnte ein Erdrutsch gewesen sein" an den Spekulationen beteiligte. Ein richtiger Experte macht keine Aussagen auf Vermutungen. Sein aktuelles Interview bestätigen meine Meinung von Pro Bahn: Viel Ideologie wenig Sachverstand. Antworten


Bruno Jungo

31.07.2010, 10:25 Uhr
Melden

Die Schuld wird auf den Zugführer abgewälzt !!Bei stetig steigenden Verkehr und Verdichtungen des Fahrplans kann nicht mit einer Infrastruktur ,mit einem Gleis,von vor 2 Jahrhundert gearbeitet werden !! 2 Gleise ist die Zukunft,es sollte eigentlich schon Gegenwart sein im Wallis,aber man pflegt lieber mit den Steuerngeldern einen verurteilten Drogenhändler ! Antworten


Fred Büchi

31.07.2010, 10:22 Uhr
Melden

Edwin Dutler liegt mit seinen Interview-Antworten richtig (). Büssen müssen wie meist andere. Antworten


jürg schneider

31.07.2010, 09:47 Uhr
Melden

Falsche Signalisation? Ab der 55 km/h Tafel darf beschleunigt werden so sollte die Vorschrift sein. Also müsste die Tafel so Angebracht sein das der letzte Wagen von der längst möglichen Zugskomposition die Kurve verlassen hat. Es darf nicht sein das der Lokführer abschätzen oder sich vergewissern muss ob der letzte Wagen die Kurve verlassen hat. Antworten


andre niedermann

31.07.2010, 09:34 Uhr
Melden

Das mit dem Schicksal des Lokführers ist tatsächlich eine schlimme Sache. Den Verantwortlichen der MGB muss man aber trotzdem ein Kränzchen winden. Sie haben wirklich tolles Krisenmanagement gezeigt. Antworten


Stephan Albert

31.07.2010, 08:24 Uhr
Melden

Nun, das versetzen der Geschwindigkeitstafel ist eigentlich überflüssig. Bei uns in Deutschland (und sicher auch in der Schweiz) bekommt der Lokführer vor dem Beginn der Fahrt den so genannten Bremszettel. Darauf stehen Gewicht und Anzahl der Wagen, die Länge des Zuges etc. Am Streckenrand sind Kilometerangaben als Tafeln aufgestellt. Er kann also ablesen wann sein Zug aus dem Bereich raus ist. Antworten


Hanspeter Spälti

31.07.2010, 08:05 Uhr
Melden

Das darf doch nicht wahr sein, jetzt schiebt man die Schuld auf den Lokomotivführer. 1.Beschleunigt der Lokomotivführer die Fahrt ab der aufgehoben Geschwindigkeitsbegrenzung und wenn das Signal am falschen Ort steht trifft dem Lokführer keine Schuld. 2. Da stinkt etwas gegen den Himmel! Antworten


Rolf Bänziger

31.07.2010, 05:08 Uhr
Melden

Aber sicher ist der Lokführer schuld! Auf keinen Fall das Management, die mit externen Beratern (sicher als erfahrene Lokführer direkt von der HSG...) den Fahrplan "optimieren". Falls CEO's "seltene" Fehler machen sollten, werden sie mit Fallschirmen bestraft (siehe BP,UBS, VBS). Der Lokführer wird fallen gelassen. Wann wehren wir uns gegen die Gesslers von heute????? Antworten


Hans Iseli

31.07.2010, 01:35 Uhr
Melden

Was für tolle Kommentare, was für Hirngespinste! Es ist ganz schlicht und einfach so, dass nach 8 Jahren ein einfacher Mann als ganz normaler Mensch einen Fehler gemacht hat! Und wer 100erte von Tonnen Fahrzeug unter dem Hintern hat, dem verzeiht die Physik eben kaum etwas. Im Flugzeug habe ich den Copi, der mich kontrolliert und eingreift, wenn ich Mist baue. Der Lokführer ist allein. Antworten


Michael Freidig

31.07.2010, 00:24 Uhr
Melden

Es stellen sich mir hier folgende Fragen: Ab welcher Geschwindigkeit entgleist denn ein Zug an dieser Stelle? 55km/h sind ja noch keine sehr hohe Geschwindigkeit. Könnte es sein, dass der Zug bereits bei 45km/h entgleisen würde? Gibt es noch andere Stellen auf der Trasse der MGB, wo bei einer zu hohen Geschwindigkeit von 20km/h die Züge entgleisen? Eine Fahrt mit der MGB schein hochriskant... Antworten


Andreas Zahnd

30.07.2010, 23:17 Uhr
Melden

Bei 30 km/h weist ein Zug, auch wenn man den Radius nicht kennt, sicher eine so geringe Fliehkraft auf, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass er bei 4-facher Fliehkraft aus den Schienen kippen kann wenn der Unterbau ( Schotter plus Schienen ) stabil ist !!! Falls meine Vermutung nicht stimmt, würde ich in diesen Zug auch bei 30 kim/h nicht einsteigen. Antworten


Roger Mondet

30.07.2010, 22:57 Uhr
Melden

Es wäre noch zu bemerken, dass gemäss Schulphysik die Zentrifugalkraft bei 56 km/h gegenüber 35 km/h um den Faktor 2.56 zunimmt, eben quadratisch !! Antworten


Ernst Sägesser

30.07.2010, 22:00 Uhr
Melden

@Patricia Galli Die Untersuchung hat ergeben, dass der den Unfall auslösend letzte Wagen schon 2 Masten vor der Verwerfung aus den Schienen gesprungen ist. Die Verwerfung kann nicht die Ursache gewesen sein. Meiner Meinung nach müssten die Geschwindigkeitsschilder so plaziert sein, dass der letzte Wagen (auch bei langen Zügen) die "Gefahrenstelle" passiert hat. Antworten


Kurt Schweizer

30.07.2010, 21:10 Uhr
Melden

Hans Graf@ Ich bin vollständig mit Ihnen einig. Die Tafel sollte an der Stelle stehen, wo der Zug umgehend beschleunigen kann. Es geht ja nicht an, dass der Lokführer sich noch darauf konzentrieren muss, abzuschätzen, wo er wirklich beschleunigen darf. Dies muss ja ablenken! Antworten


Stefan Bucher

30.07.2010, 20:51 Uhr
Melden

Der Präsident von Pro Bahn hat den Vogel abgeschossen in seinem Interview - dieser Mann gehört abgesetzt. Antworten


Markus Schwyter

30.07.2010, 20:25 Uhr
Melden

Ich kann mir vorstellen, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung in diesem Fall kausale Ursache für den Unfall ist. Jedoch finde ich es billig, die Verantwortung wieder mal auf das "schwächste Glied in der Kette" abzuschieben. Hat sich schon jemand überlegt, ob diese Aussichtswagen (hoher Schwerpunkt!), aus welchen der Glacier-Express zusammengesetzt ist, an sich eine Fehlkonstruktion sind? Antworten


Margot Bryner

30.07.2010, 19:48 Uhr
Melden

Der Druck auf die Lokführer mit den knapp berechneten Fahrzeiten und den Ueberstunden ist enorm. Der Schock, wenn etwas passiert ausserordentlich und kaum für den Lokführer zu verkraften. Müsste nicht der VSLF endlich die zur Verantwortung ziehen, welche diese belastenden Arbeitssituationen verursachen? Wieviel Verantwortung an diesen belastenden Arbeitsbedingungen trägt der CEO, Andreas Meyer? Antworten


Marco Lardi

30.07.2010, 19:46 Uhr
Melden

Wenn das stimmt, dass der letzte Wagen die Geschwindigkeitsazeige erreicht hat um beschleunigen zu dürfen. Soll man die Ingenieure, die so einen Schwachsinn ausgedacht haben zur Verantwortung ziehen. Antworten


Pascal Riesen

30.07.2010, 19:15 Uhr
Melden

Ich muss nur die Schlagzeile lesen, um zu wissen, dass das Bloedsinn ist. Bei so einen tragischen Unglueck ist nie einer alleine Schuld. Das ist wie beim Fussball: Natuerlich macht am Schluss der Torwart den entscheidenden Fehler, aber das aendert nichts daran, dass z.B. Abwehr und Mittelfeld schlecht standen. Wieso ist es bei der heutigen Technik moeglich, einen Zug zu frue zu beschlaeunigen? Antworten


Albrecht Anders

30.07.2010, 19:02 Uhr
Melden

Diese Sichtweise - menschliches Versagen statt technisches Versagen - kommt natürlich der Matterhorn-Gotthard-Bahn sehr entgegen, um insbesondere den Unfall gegenüber Japan und den Betroffenen zu begründen. Antworten


Kurt Brun

30.07.2010, 18:58 Uhr
Melden

Gemäss Presseberichten hätte der Lok-Führer erst nach dem Passieren des letzten Waggons der Signalisation beschleunigen dürfen. Und weshalb werden die Signale nicht soweit versetzt, dass der Lokführer erst nach dem Passieren des Signals die Geschwindigkeit zu ändern hat/muss? Ich bin nicht im Transportgewerbe tätigt. Mir tut mir der Lokführer, auf den nun alle Schuld geschoben wird, leid! "Unfair" Antworten


Andreas Andreas

30.07.2010, 18:56 Uhr
Melden

Herr Graf, dieses System gibt’s seit über 100 Jahren schon und ist eine schweizweite einheitliche Regelung. Da es unterschiedliche Zugslänge gibt hängt die Tafel am Anfang und der Lokführer muss anhand der 100-Metertafeln die Zuglänge abfahren und darf erst dann beschleunigen. Antworten


Ernst Fischer

30.07.2010, 18:49 Uhr
Melden

@Patricia Galli: Ihr Artikel spricht mir aus dem Herzen. Und der Chef lässt den Lokführer nie mir in seiner Bahn als Lokführer arbeiten. Wie immer, die Grossen machen Fehler, aber niemand bestraft sie, und jetzt passiert einem Kleinen ein verhängisvoller Fehler und durch die Entlassung ist man der Meinung, alles geregelt. Der Lokführer ist zu bedauern. Antworten


peter ess

30.07.2010, 18:32 Uhr
Melden

Ich verstehe Vorschreibers Schweizer Aussage nicht ganz ... wie kann eine verbesserte Bezahlung die Muedigkeit bedingt durch Schichtarbeit neutralisieren? Das ist doch so eine richtige Gewerkschaftsargumentation ... wenn ich die Arbeit richtig zu machen habe, muss ich mehr als die 5,000 oder was auch immer verdienen ..... Antworten


Ignaz Schweizer

30.07.2010, 18:16 Uhr
Melden

Zur Lektüre empfohlen: Peter Noll, "Der kleine Macchiavelli". Antworten


Rolf Schlumpf

30.07.2010, 18:14 Uhr
Melden

Ein völlig unnötiger Unfall mit tragischen Folgen. Auch wenn vielleicht die Gesellschaft eine Mitschuld trägt, erwarte ich ein Strafverfahren gegen den Lokführer. Sollte er wirklich diesen banalen Fehler begangen haben, muss er auch zur Verantwortung gezogen werden, schon wegen der Opfer und Ihrer Familien. Ich rechne mit einigen Zivilklagen gegen die Betreiber... Antworten


Peter Heiniger

30.07.2010, 18:12 Uhr
Melden

Auf Bild Nr. 7 ist die Gleisverwerfung ganz deutlich zu sehen. Und das soll bei dem Unfall keine Rolle gespielt haben. Kaum zu glauben! Antworten


René Jost

30.07.2010, 18:10 Uhr
Melden

Um die aufgebrachten Japaner zu befriedigen, musste offensichtlich ein Sündenbock her. Da der Lokführer erst beschleunigte nachdem die Lok das 55 km/h-Signal passiert hatte, müsste dieselbe ein unheimliches Anzugsvermögen haben, um den Zug auf so kurze Distanz von 35 auf 55 km/h zu beschleunigen. Was ist denn mit den verbogenen Geleisen, wie sie auf Bildern zu sehen sind? Antworten


Ignaz Schweizer

30.07.2010, 18:08 Uhr
Melden

Merke: Manager tragen nie eine Verantwortung. Merke: Manager kassieren dafür, dass sie Verantwortung tragen. Merke: Manager schieben die Verantwortung auf die, die dafür nicht kassieren. Merke: Gelingt das nicht, erhalten Manager eine Abgangsentschädigung und einen neuen Job. Antworten


Fridolin Zweifel

30.07.2010, 18:04 Uhr
Melden

Es sind bestimmt verschiedene Ursachen welche zu diesem tragischen Unglück geführt haben. Eine Verkettung diverser Umstände. Diese modernen Wagen mit leichtbauweise sind länger; haben mehr Glas und deshalb wurden so viele Menschen schwer verletzt. Die Verwerfung der Schienen im Zusammenhang mit etwas zu früher Beschleunigung hat leider mit der Fliehkraft dazu geführt. Der Lokführer ist das Opfer! Antworten


Ulli Hauck

30.07.2010, 17:52 Uhr
Melden

So ganz plausibel erscheint die Aussage einer erhöhten Geschwindigkeit nicht. So eine starke Beschleunigung hat ein Zug nicht, dass er beim Passieren des letzten Wagens schon kurz vorm Umkippen ist, wenn der Lokführer beim Passieren des Signals der Lok beschleunigt. Es lag sicher an der Verwerfung der Gleise, und womöglich kam noch hinzu, dass der Lokführer 10% zu schnell fuhr. Antworten


eugen bissegger

30.07.2010, 17:41 Uhr
Melden

Wenn die frühzeitige Beschleunigung ( Tempoüberschreitung... ) statt gefunden hat, muss man sich auch fragen, ob die Lok wie eine F1 - Bolide beschleunigt...? Irgendwie unglaubhaft. Die verbogenen Schienen wurde an anderer Stelle mit Wetter - Temperaturschwankungen in Verbindung gebracht. Ausdehnungskoeffizient Fe... Physikalisches Unding. Die "Kleinen" hängt man... und wie endet es? Achsbruch? Antworten


Patricia Galli

30.07.2010, 17:17 Uhr
Melden

Ohne die Verwerfung der Schienen wären die Wagen m.E. nie und nimmer umgekippt. Wenn es wegen einer Verwerfung einen kleinen Versatz in der Schiene hat, dann werden Wagen auf kürzester Strecke einige cm seitwärts bewegt, das wirkt wie ein Schlag oder ein Erdbebenstoss, und zack kippt der Wagen. Zu hohe Geschwindigkeit erhöht die Kippgefahr, kann aber wohl alleine nicht die Ursache sein. Antworten


silvie kuemmin

30.07.2010, 17:17 Uhr
Melden

Dieser Lookfüher tut mir irgendwie leid.Arbeitet schon 8Jahre bei dieser Bahn sicher fehlerfrei.Unverhofftes,kann überall Passieren durch Stress-Übermüdung.Heutzutage,nicht aussergewöhnliches im dienstleistungs-Beruf.Nehme Ihn nicht in Schutz,denke:der Schuldige ist immer der kleinere.Die Verwerfung der Schienen,wäre nicht massgebend.Die Unfall- ursache ist meistens komplex.Ob er dann wirklich?! Antworten


Hans Graf

30.07.2010, 17:06 Uhr
Melden

Ein System, bei dem der Lokführer erst beschleunigen darf, wenn der letzte Wagen das Signal passiert hat, muss früher oder später scheitern! Weshalb wird das Signal nicht einfach so verlegt, dass der letzte Wagen immer die Langsamfahrzone verlassen hat? Oder hat der Lokführer noch ein zweites Signal, das ihm anzeigt, wann der letzte Wagen das Schild passiert hat? Antworten


Peter Gutknecht

30.07.2010, 17:01 Uhr
Melden

"Der Untersuchungsrichter prüft nun, ob er strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden muss ": was gibt es da zu prüfen ? Wenn ich mit dem Auto zu schnell unterwegs bin und jemanden verletze, werde ich auch strafrechlich belangt. Weder ÖV noch allfällige Verspätungen noch erfahrener Lokführer rechtfertigen eine Verletzung der Verkehrsregeln und des Strafrechts. Antworten


Hans Schweizer

30.07.2010, 16:55 Uhr
Melden

Es ist nur eine Frage der Zeit bis so ein Unfall bei der SBB passiert. Weil die SBB den Beruf des Lokführers immer unattraktiver machen (Übermüdet fahren wegen extremer Schichtarbeit, kein normales Sozialleben weil immer am arbeiten wenn andere frei haben, viele Überstunden, monotone Dienste, schlechte Bezahlung) ist sie heute gezwungen (fast) alles zu nehmen was sich noch als Lokführer bewirbt. Antworten


Walter Jordi

30.07.2010, 16:48 Uhr
Melden

Warum wird das Signal für die höhere Geschwindigkeit nicht weiter nach vorne gesetzt. Die maximale Länge der Züge sollte bekannt sein, so dass gefahrlos beschleunigt werden kann. Bei schlechter Sicht kann der Lok-Führer nur ahnen dass der letzte Wagen das Signal passiert hat. Bei kurzen Zügen wäre die geringe Verspätung kaum von Bedeutung. Viel Kraft dem Lok-Führer. Antworten


Ernst Strickler

30.07.2010, 16:14 Uhr
Melden

Entweder die Verantwortung wird hin und her geschoben bis es niemand mehr hören kann (z.B. Swissair)oder es ist ein einfacher Arbeiter! War bei Skygide auch so. Nicht die Ablauforganisation und der ganze Sicherheitsablauf ist falsch geregelt sondern der Arbeiter ist Schuld!!! Offensichtlich hat der „Schuldige“ keine Milionen für die besten Anwälte und PR Agenturen. USA wir sind auch so weit! Antworten


Ingo Rau

30.07.2010, 16:13 Uhr
Melden

Nun, sicher hat der Lokführer das bei der Ausbildung gelernt - aber warum so eine komplizierte Regel? Man weiss doch, wie lang ein Zug auf dieser Strecke maximal sein kann - dann setzt man das Schild einfach um soviel Meter weiter nach hinten (oder vorne, je nach Sichtweise). Dass ein kürzerer Zug ein paar Meter "zu spät" beschleunigt macht da nun wirklich nix aus... Antworten


willy hofstetter

30.07.2010, 15:57 Uhr
Melden

Jemandem mussten Sie ja die Schuld in die Schuhe schieben .. ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Zug wegen leicht überhöhter Geschwindikeit aus den Schienen springt.. da ist immer noch eine Spatzig einberechnet ! - meine Meinung. Warten wir den Untersuchungs bericht ab. Antworten


Max Affolter

30.07.2010, 15:43 Uhr
Melden

Bitte die Gelegenheit benutzen und einmal die Tempi der Trams in Zürich genauer anschauen! Antworten


Stefan Berger

30.07.2010, 15:35 Uhr
Melden

Traurig, hätte die MGB endlich in ein neues Zugsicherungssystem wie bereits ZB, BOB oder BDWM investiert, hätte dieser Unfall kaum passieren können... aber man investiert lieber in neue Waggons. Antworten