«Ins Gefängnis für 2697 Jahre»
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- «Schettino, l'accusa fa i conti ‹In carcere per 2697 anni›» (Corriere della Sera)
- «Giglio,‹Schettino non è pentito e può fuggire›» (La Nazione)
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Für die beiden Anwälte von Francesco Schettino ist die Sache klar: «Es besteht keine Fluchtgefahr, keine Wiederholungsgefahr und keine Kollusionsgefahr.» Es gebe keine Gründe, den Kapitän der Costa Concordia unter Hausarrest zu lassen. Diese restriktive Massnahme müsse aufgehoben werden, zitiert die Florentiner Zeitung «La Nazione» die Anwälte des 52-jährigen Kapitäns, der als Hauptschuldiger der Katastrophe gilt, die sich in der Nacht auf den 14. Januar vor der Insel Giglio ereignet hatte.
Über den Antrag der Schettino-Anwälte wird heute Montag ein Gericht in Florenz entscheiden. Das Gericht, das seit 11 Uhr am Beraten ist, muss auch über den Antrag der Staatsanwaltschaft von Grosseto befinden. Diese will, dass Schettino in Sicherheitshaft genommen wird: «Schettino zeigt keine Reue, und er könnte fliehen», erklärte Generalstaatsanwalt Francesco Verusio. Zurzeit steht Schettino an seinem Wohnort in der Nähe von Sorrento bei Neapel unter Hausarrest.
Staatsanwaltschaft rechnet Strafmass vor
Die italienische Staatsanwaltschaft wirft Schettino mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen der Costa Concordia während der Evakuierung vor. Schettino sei in allen Punkten schuldig, ist Generalstaatsanwalt Francesco Verusio überzeugt, obwohl die Strafuntersuchung noch am Laufen ist. Gemäss einer theoretischen Rechnung der Staatsanwaltschaft ergibt sich folgende Strafandrohung für Schettino: 15 Jahre für fahrlässige Tötung, zehn Jahre für die Havarie, je acht Jahre für die Passagiere, die starben, und die Passagiere, die der Kapitän im Stich liess. Weil 34 Menschen ums Leben kamen und 300 Personen auf dem Schiff alleine gelassen worden sein sollen, resultiert ein sehr hohes Strafmass. «Ins Gefängnis für 2697 Jahre», titelt die Zeitung «Corriere della Sera».
Die Costa Concordia mit 4200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord war vor der toskanischen Küste auf einen Felsen aufgelaufen und halb untergegangen. Bisher wurden 17 Todesopfer geborgen. Sowohl die Suche nach Vermissten als auch die Vorbereitungen zum Abpumpen des Treibstoffs wurden letzte Woche wegen der schlechten Witterungsbedingungen unterbrochen. An Bord des Schiffes befinden sich 2400 Tonnen Schweröl und andere Schadstoffe. (vin)
Erstellt: 06.02.2012, 14:15 Uhr
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