«Ich bin ein leichtsinniges und kindisches Risiko eingegangen»

Der junge Freerider, der am Wochenende von einer Lawine verschüttet worden war, gibt sich geläutert.

Nach 17 Stunden unter dem Schnee kaum verletzt: Cedric Genoud gibt im Spital Sion Interviews.

Nach 17 Stunden unter dem Schnee kaum verletzt: Cedric Genoud gibt im Spital Sion Interviews.
Bild: Keystone

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Nach 17 Stunden konnte er gerettet werden. «Ich bin ein leichtsinniges und kindisches Risiko eingegangen», gab der Waadtländer Montag vom Spitalbett in Sitten aus zu. Er sei ausserhalb der Pisten gefahren, bekannte der Mann. Seit er 17 Stunden unter einer Lawine habe ausharren müssen, habe sich seine Einstellung dazu geändert. Heute bereut er sein leichtsinniges Verhalten.

Seine Retter und die Ärzte bezeichnen das Überleben des jungen Mannes als «Wunder». Dieser war am Samstag gegen 15 Uhr von einer Lawine erfasst und verschüttet worden. Gerettet wurde er erst am Sonntag gegen 8 Uhr morgens. Als er unter der Lawine gelegen habe sei ihm bewusst geworden: «Das wird eine lange, kalte Nacht.»

Pulverschnee-Hang hat gereizt

Er habe dem Reiz nicht widerstehen können, den noch unberührten Pulverschnee-Hang herunterzufahren. «Ich bin zuerst einen Nordhang heruntergefahren, der Schnee war griffig. Bis ich dann in die Sonne kam», erzählte der 21-Jährige. Der Hang sei regelrecht unter ihm weggebrochen.

Er stürzte den Abhang hinunter und wurde unter den Schneemassen begraben. Dieser Moment sei ihm irgend wie surreal vorgekommen, sagte er. Als es dann endlich still um ihn wurde, «konnte ich mich nicht mehr bewegen - weder Arme noch Beine. Das war wie Beton».

Einzig seinen Kopf konnte er drehen. Dadurch gelang es ihm, sich Raum zum atmen zu schaffen. Gleichzeitig ass er immer wieder Schnee, um einem Wassermangel entgegen zu wirken.

Retter registrierten Kopfbewegungen

«Ich habe geschrien und geschrien.» Ohne Erfolg, obwohl die Retter bis halb zwei Uhr in der Nacht nach ihm suchten. Es war eine Horrornacht für den Verschütteten. Er zwang sich, nicht einzuschlafen. «Ich habe mir gesagt, ich darf nicht aufgeben - all der Leute wegen, die mich gerne haben.» Er habe gebetet, «eine der wenigen Male in meinen Leben».

Als es Morgen wurde, bewegte der junge Mann erneut seinen Kopf hin und her - was ihm das Leben rettete. Denn die Rettern registrierten die Bewegung vom Helikopter aus.

Als der 21-jährige endlich aus dem Schnee befreit werden konnte, war das «einer der schönsten Momente in meinem Leben». Für ihn ist dem Lawinenunglück klar: «Nie die Pisten verlassen, nachdem es geschneit hat. Und wenn, dann nur in Begleitung.» (tan/sda/)

Erstellt: 08.02.2010, 22:35 Uhr

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