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«Ein Mann wie Kneubühl ist therapierbar»

Interview: Peter Steiger. Aktualisiert am 13.09.2010 4 Kommentare

Die Polizei hat den Brief eines Freundes von Peter Hans Kneubühl veröffentlicht. Der Zürcher Rechtspsychologe Hans-Werner Reinfried beurteilt den Erfolg des Aufrufs skeptisch.

1/37 «Ich bin froh, am Leben zu sein»: Peter Kneubühl wurde am 17. September von der Kantonspolizei Bern verhaftet.
Bild: Keystone

   

Interaktiv

Rechtspsychologe Hans-Werner Reinfried, glaubt, dass Kneubühl therapierbar wäre.

Zur Person

Dr. Hans-Werner Reinfried arbeitet als Rechtspsychologe und Psychotherapeut am Rechtspsychologischen Institut in Uster. Er ist Gutachter für Straf- und Zivilgerichte und führt unterschiedliche Lehraufträge an schweizerischen und ausländischen Universitäten und Hochschulen aus. Zum Thema publizierte er «Mörder, Räuber, Diebe…. Psychotherapie im Strafvollzug», Stuttgart-Bad Cannstatt 1997 und «Schlingel, Bengel oder Kriminelle» Stuttgart-Bad Cannstatt 2003.

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Herr Reinfried, nützt ein solcher Brief etwas?
Hans-Werner Reinfried: Niemand weiss das, aber es ist sicher ein schöner Versuch. Es ist zu hoffen, dass er ihn liest.

Was stimmt Sie zuversichtlich?
Der Verfasser des Schreibens hat begriffen, was in Peter Hans Kneubühl vorgeht. Allzu optimistisch bin ich trotzdem nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass er den Aufruf beachtet, ist nicht sehr gross.

Von was hängt es ab, ob er reagiert?
Es kommt darauf an, wie gut sich der Verfasser und Peter Hans Kneubühl kennen und wie sehr Kneubühl dem Verfasser vertraut.

Die Polizei braucht die Medien, um mit diesem Brief an Kneubühl zu gelangen. Sie kritisiert die Medien aber auch: Der Flüchtige werde durch die vielen Berichte über ihn zu weiteren Taten angestachelt.
Diese Gefahr besteht tatsächlich. Ein Querulant wie Kneubühl sucht Verbündete, die seine Botschaft verstärken.

Unterdessen glauben manche, das beste wäre es, wenn sich der Rentner selbst umbringen würde. Was meinen Sie dazu?
Das wäre eine schlechte Lösung. Kneubühl ist ein kranker Mann, der Hilfe braucht.

Aber wenn er jemanden tötet, einen Polizisten zum Beispiel.
Die Polizei kann sich schützen.

Ist Kneubühl therapierbar?
Gut möglich. Wenn sich ein solcher Mensch beruhigt und wieder ansprechbar ist, kann man ihn therapieren.

Dann könnte er später wieder als freier Mann leben?
Das hängt vom Erfolg der Therapie ab. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.09.2010, 11:44 Uhr

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4 Kommentare

Gisela Blum

13.09.2010, 14:48 Uhr
Melden

«...wie sehr Kneubühl dem Verfasser vertraut.» - Die Telefonnummer ist ein interner Anschluss der Kantonspolizei Bern. Und wenn dies nicht schon auf Anhieb zu erkennen wäre, wüsste jedermann, dass die Gespräche überwacht und die Teilnehmerendanschlüsse sofort geortet werden würden. Antworten


Adrian Frey

13.09.2010, 12:18 Uhr
Melden

Therapierbar?! Und was hat der angeschossene Polizist davon? Warum denkt man eigentlich selten bis nie an die Opfer? Antworten



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