Doris Leuthard lacht SVP-Politiker aus
Aktualisiert am 17.03.2010 58 Kommentare
Der Zürcher SVP-Nationalrat Ernst Schibli stellte Doris Leuthard in der Fragestunde des Nationalrats gestern die Frage, wieso die Pferdeverbände für ihre Leistungsprüfungen 20 Franken pro Tier kassierten und welche Summe das für ein ganzes Jahr ergibt.
Leuthards Beamte nahmen sich dieses weltbewegenden Themas seriös an und arbeiteten eine Antwort aus. Diese präsentierte die Bundespräsidentin gestern in der grossen Kammer. Sie konnte sich lange zusammenreissen und las den Text emotionslos vor.
Doch als sie zu den sogenannten Gymkhana-Prüfungen kam, welche testen, ob ein Pferd Angst vor unbekannten und furchterregenden Gegenständen hat, musste sie laut losprusten.
Leuthard sagte lachend: «Das ist wirklich absurd; Sie sehen, welche Bedeutung ich dieser Frage beimesse; ich lerne jede Woche etwas.» Und letztlich hat sie auch noch die Antwort auf die Frage von Ernst Schibli parat: «Dies ergibt - und das wollten Sie ja vor allem wissen - einen Betrag von 9000 Franken pro Jahr.»
Dann folgte noch eine letzte Spitze gegen den SVP-Politiker: «Fragen Sie mich aber nicht, was die Beantwortung Ihres Vorstosses gekostet hat!» Im Parlament machte sich Heiterkeit breit. _____________________________________________________________
Diesen Vorstoss reichte Ernst Schibli ein:
Bei der Leistungsprüfung von Pferden erhält der entsprechende Pferdeverband 20 Franken pro geprüftes Pferd.
- Warum werden bei Gymkhanaprüfungen ebenfalls 20 Franken pro Start an den entsprechenden Verband ausgerichtet?
- Welche Summe ergibt das für ein ganzes Kalenderjahr?
Die Antwort von Doris Leuthard:
«Herr Nationalrat, gestützt auf die Tierzuchtverordnung können Zuchtförderbeiträge für züchterische Massnahmen ausgerichtet werden. Von den züchterischen Massnahmen und dem Zuchterfolg profitieren letztlich die Züchter, welche ihrerseits über die Verbände an den Kosten beteiligt sind. Im Anerkennungsverfahren von Zuchtorganisationen werden die von letzteren festgelegten Zuchtziele und Leistungsprüfungen einander gegenübergestellt.
Gegenwärtig führen zwei anerkannte Zuchtorganisationen, nämlich der Freiberger-Zuchtverband und der Schweizerische Verband für Ponys und Kleinpferde, Gymkhanas durch. Diese zwei Zuchtverbände haben in ihrem Zuchtziel festgehalten, dass sie Pferde mit inneren Werten wie Leistungsbereitschaft, unkompliziertem Charakter, Verlässlichkeit, Ausgeglichenheit und emotioneller Belastbarkeit - respektive Gehorsam und Nervenstärke - züchten.
Das Gymkhana ist als Geschicklichkeitsprüfung bekannt. Die Gymkhanaprüfung testet, ob ein Pferd schreckhaft ist bzw. Angst vor unbekannten und furchterregenden Gegenständen hat. Der Schweizerische Freiberger-Zuchtverband führt etwa zehn Prozent aller Leistungsprüfungen als Gymkhanaprüfungen durch. (Heiterkeit) Das ist wirklich absurd; Sie sehen, welche Bedeutung ich dieser Frage im Moment beimesse; ich lerne aber jede Woche etwas! Dies ergibt - und das wollten Sie ja vor allem wissen - einen Betrag von 9000 Franken pro Jahr. Der Anteil Gymkhanaprüfungen an allen Leistungsprüfungen beim Schweizerischen Verband für Ponys und Kleinpferde beträgt 38 Prozent; dies entspricht einem jährlichen Betrag von rund 5000 Franken - fragen Sie mich aber nicht, was die Beantwortung Ihres Vorstosses gekostet hat! (Heiterkeit)»
(bru)
Erstellt: 17.03.2010, 09:27 Uhr



















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