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Die unglaubliche Geschichte der Familie Desarmes

Aktualisiert am 05.03.2010

Am 12. Januar brach das Haus der Familie Desarmes in Haiti unter Erdstössen zusammen, der Vater überlebte nur mit Glück. Um der Misere zu entkommen, flüchtete die Familie ins vermeintlich sichere Südamerika.

Zweimal vom Schicksal getroffen: Die haitianische Familie Desarmes vor dem Haus ihres ältesten Sohnes in Santiago de Chile.

Zweimal vom Schicksal getroffen: Die haitianische Familie Desarmes vor dem Haus ihres ältesten Sohnes in Santiago de Chile.
Bild: Keystone

40 Sekunden lang bebte die Erde unter Port-au-Prince am 12. Januar um 16.53 Uhr. Das Beben der Stärke 7 verwüstete die haitianische Hauptstadt und brachte Tod und Leid über die Bevölkerung. Über 200'000 Menschen verloren ihr Leben. Mehr Glück hatte Joseph Desarmes. Zwar stürzte auch sein Haus ein, er konnte aber später lebend aus den Trümmern geborgen werden. Auch seine Angehörigen, die sich woanders aufgehalten haben, überlebten die Naturkatastrophe unverletzt.

Weil ihr Haus unbewohnbar war, entschied sich Vater Joseph Desarmes zusammen mit seiner Frau Jenaelia, den Söhnen Quinchy und Stanley sowie der Enkelin Standerly Nelia das Land vorübergehend zu verlassen. Gut hatten sie einen Sohn in Südamerika, genau genommen in Chile. Pierre, das älteste Kind der Familie, schlägt sich dort als Sänger der Band «Reggaeton Boys» durchs Leben.

«Niemand kann sich vorstellen»

Das spezielle Schicksal der Familie Desarmes nimmt seinen Lauf. Die vermeintliche Erholung in einer Wohnung in der chilenischen Hauptstadt Santiago wird zum zweiten Albtraum. Nur zwei Wochen nach dem verheerenden Beben in Haiti rüttelt der Boden mit Epizentrum unter der chilenischen Stadt Concepcion, nur unweit von Santiago. Diesmal mit einer Stärke von 8,8 auf der Richterskala.

Erneut betroffen: Die Familie Desarmes. «Ich dachte, wir müssten sterben und dass passieren wird, was passieren muss. Wenigstens würden wir zusammen sterben», wird Sohn Stanley Desarmes von chilenischen Medien zitiert. Glück, in beiden Fällen unversehrt davon gekommen zu sein, oder Pech, zweimal innert kürzester Zeit den Erdbeben-Albtraum erlebt zu haben? Wohl beides. «Niemand kann sich vorstellen, wie uns zumute war», sagte Vater Joseph. Man kann es ihm nachfühlen. (cpm)

Erstellt: 05.03.2010, 13:05 Uhr

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