Die Täterin wohnte in einer zusammengebauten Baracke
Von Stefan Hohler. Aktualisiert am 29.07.2011 7 Kommentare
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«Die Mutter steht vor einem grossen Fragezeichen; sie kann die Tat absolut nicht erklären.» Dies sagte auf Anfrage der Chef des am frühen Dienstagmorgen in Beringen SH von seiner eigenen Tochter erstochenen Versicherungsberaters.
Der Direktor besuchte gestern die verletzte 51-jährige Frau im Spital Schaffhausen. Sie sei gut ansprechbar, und es würde ihr den Umständen entsprechend recht gehen. Die Frau erlitt Stichverletzungen am Arm und am Hals. Sie kann voraussichtlich nächste Woche wieder nach Hause gehen.
Gespaltene Welten
Auch in der Gemeinde Neunkirch, wo die 21-Jährige in zwei zusammengebauten Baracken lebte, ist man von der Tat überrascht. Die meisten Bewohner bekamen die junge Frau kaum zu Gesicht. «Sie war immer zu Hause», sagt ein Nachbar. Offensichtlich arbeitet die sich als «angehende Informatikerin» bezeichnende Frau nicht.
Die beiden Holzhäuschen stehen am Dorfrand bei einem Parkplatz. Dort sind auch die Wohnmobile in einer Halle untergebracht, welche das Ehepaar verkauft und vermietet. In den Baracken befand sich früher das Büro. Seit rund einem Jahr wohnte die Tochter darin. Die Eltern haben sie dort kaum besucht; auch die beiden Geschwister seien dort nicht häufig gewesen, sagt der Nachbar. Was die junge Frau, welche immer in einen schwarzen Overall gekleidet war, den ganzen Tag machte, ist nicht bekannt. «Wahrscheinlich sass sie vor dem Computer», vermutet der Nachbar.
Gerätselt wird auch, wie die an Satanismus und Atheismus interessierte Frau gleichzeitig ein engagiertes und langjähriges Mitglied und Leiterin der christlichen Jugendorganisation Cevi sein konnte. «Gespaltene Welten», fasst eine Bewohnerin von Neunkirch die Situation zusammen.
Psychologische Betreuung
Wie «20 Minuten online» gestern berichtete, war die Beschuldigte vor rund zwei Jahren wegen schriftlicher Drohungen von der Winterthurer Kantonsschule Büelrain, wo sie die Informatikmittelschule besuchte, in psychologische Betreuung geschickt worden. Der von der Schule eingeschaltete Psychiater kam nach mehreren Gesprächen zum Schluss, dass die junge Frau keine Bedrohung für die Schule und Mitschüler darstellen würde – eine fatale Fehleinschätzung, wie die tödlichen Messerstiche nun gezeigt haben.
Die Schule akzeptierte den Wunsch der Volljährigen, die Eltern darüber nicht zu informieren. Man wollte das gespannte Verhältnis mit den Eltern nicht noch zusätzlich belasten. Auch die Polizei wurde nicht eingeschaltet.
Die 21-Jährige hatte am Mittwoch gestanden, dass sie schon seit längerer Zeit geplant habe, den Vater umzubringen. Dies, weil er sie «jahrelang beleidigt» habe. Sie erstach ihn im Schlaf mit einem Küchenmesser und verletzte auch die Mutter. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 29.07.2011, 06:53 Uhr
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7 Kommentare
"dass die junge Frau keine Bedrohung für die Schule und Mitschüler darstellen würde – eine fatale Fehleinschätzung, wie die tödlichen Messerstiche nun gezeigt haben." Keine Fehleinschätzung, oder war der Vater etwa ein Mitschüler?
Nur weil Sie psychologische Betreuung erhielt ist Sie eine Gefärdung der gesamten Welt? Sollte man nun alle welche in so einer Behandlung sind für immer Wegsperren?
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Armer Stefan Hohler. Er weiss nicht, was Atheismus bedeutet. Satanismus ist eine von ca. 1'000 Religionen,
die wir auf dem Erdball haben. Satan ist ein Gott wie viele andere auch. Atheisten sind aufgeklärte Menschen,
die die Geschichte der Religionen analysiert haben. Zu schreiben, die Cevi-Frau sei an Satanismus und
Atheismus interessiert ist ein Widerspruch.
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