Panorama

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Die Macht und der Sex

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 30.07.2010 35 Kommentare

Jörg Kachelmann, Franck Ribéry, Tiger Woods: Immer mehr prominente Männer fallen durch sexuelle Eskapaden auf. Paartherapeut Klaus Heer nimmt die Angeprangerten in Schutz.

1/5 Jörg Kachelmann soll auf Sado-Maso-Spielchen mit Peitsche stehen. Mehrere Frauen geben vor, gleichzeitig mit ihm zusammengewesen zu sein.
Bild: Keystone

   

Prozess beginnt wie geplant

Der Prozess gegen Jörg Kachelmann wird wie geplant am 6. September eröffnet. Das teilte das Landgericht Mannheim am Freitag mit. Nach der Aufhebung des Haftbefehls hat die 5. Grosse Strafkammer die Terminierung überprüft und sieht das Verfahren im Hinblick auf den schwerwiegenden Tatvorwurf weiterhin als eilbedürftig an, wie der Sprecher des Landgerichts erklärte.

Die seit 9. Juli zugelassene Anklage gegen den 52-jährigen Schweizer lautet auf besonders schwere Vergewaltigung in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung. Der ARD-Wettermoderator wird von einer früheren Freundin der Tat beschuldigt, er bezeichnet sich jedoch als unschuldig.

Für die Hauptverhandlung sind 15 Prozesstage bis zum 27. Oktober angesetzt. Im Fall einer Verurteilung droht Kachelmann eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren.

Artikel zum Thema

Tiger trieb es wild. Mit Dutzenden Frauen soll der verheiratete Golf-Profi Affären gehabt haben. Jörg Kachelmann führte sogar mehrere Doppelleben. Franck Ribéry feierte eine Orgie mit Prostituierten. Ebenso Max Mosley. Und Carl Hirschmann soll in seinem Platinum Room Mädchen vernascht haben.

In den letzten Wochen und Monaten häufen sich die Berichte über sexuelle Exzesse prominenter Männer, welche die glamouröse Fassade bröckeln liess. Ist das noch normal? Oder haben wir es hier mit pathologischen Sex-Maniacs?

«Promis müssen brav sein»

«Solche Eskapaden sind schmerzhaft und zerstörerisch, doch selten abnormal im Sinne von abartig», sagt Klaus Heer, Psychologe, Paartherapeut und Autor des Buches «Was ist guter Sex?». Die Gesellschaft habe aber präzise moralische Vorstellungen davon, wie eine Beziehung auszusehen hat. Abweichungen würden schnell als pathologisch oder gar kriminell eingestuft. An der medialen Berichterstattung, die darauf abziele, Staub aufzuwirbeln, dürfe man sich jedoch nicht orientieren. «Doch wenn es da keine Frauen gäbe, die ein Interesse daran hätten, die Eskapaden zu verbreiten, würden solche Fälle gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen.» Es brauche auch nicht viel, um als Prominenter vorverurteilt zu werden. «Promis müssen brav sein, sonst werden sie schnell als Triebtäter oder Sexsüchtige abgetan.»

Ein möglicher Stolperstein

Auch die Sexologin Esther Elisabeth Schütz findet nichts Verwerfliches an den Sex-Geschichten der Stars. Doch sie weiss: «Prominent zu sein, ist eine grosse Herausforderung an eine Persönlichkeit.» Zwar haben prominente Männer dadurch, dass sie prominent sind, einen leichteren Zugang zu vielen Frauen. Das hindere sie jedoch daran, sich mit ihrem eigenen Geschlecht auseinanderzusetzen, glaubt Schütz. «Sie definieren ihre Männlichkeit über ihren Erfolg bei Frauen. Das schafft eine Abhängigkeit, die zum Stolperstein werden kann.» Denn bei den Prominenten sei das Ego oft nicht so gefestigt wie bei anderen Männern, die mehr dafür tun müssen, um bei Frauen zu landen. Die Stars fühlen sich fast nur noch bestätigt, wenn ihnen ständig junge Frauen hinterherlaufen: «Ihr Gefühl, in der Sexualität erfüllt zu sein, ist gekoppelt an das Neue.» Doch auch diese Empfindung teilen sie mit vielen anderen Männern.

Geld, Macht und Erfolg machen Männer attraktiv

Klaus Heer warnt denn auch vor der gängigen Meinung, es handle sich um Sex-Psychopathen. «Man ist nicht sexsüchtig, bloss weil man viel Sex mit vielen Frauen hat, sondern wenn man selbst unter seiner zwanghaften Hypersexualität leidet. Man kann kaum die Nummer 1 im Golf und gleichzeitig sexsüchtig sein. Sexsüchtig zu sein, ist so etwas wie eine quälende Vollbeschäftigung.» Häufig würden jedoch Frauen ihren Männern «Sexsucht» vorwerfen, als Kampfmittel oder aus Verzweiflung.

Also alles ganz normal? Gemäss der Meinung der Experten schon. «Wenn man sich nicht so verhält, wie es sich die Sittenwächter vorstellen, heisst das noch lange nicht, dass man seine Sexualität nicht im Griff hat», findet Klaus Heer. Ausserdem seien Geld, Macht und Ansehen wohl die Hauptanziehungspunkte bei prominenten Männern. Erfolgreiche oder mächtige Frauen hingegen hätten es bei Männern eher schwer. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.07.2010, 13:35 Uhr

35

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

35 Kommentare

Roland Peter

30.07.2010, 15:47 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Mein Gott! Jetzt entbrennt noch ein Geschlechterkrieg, dass war ja voraussehbar! Dabei ist der Kachelmann nicht einmal gerichtlich verurteilt, hingegen in der Öffentlichkeit schon. Diejenigen, die jetzt über scheinbar Sexsüchtige herablassen: Wahre Liebe ist kompromisslos und macht keine Deals! Und wie viele Paare sieht man, wo Kompromisse gemacht worden sind?! Antworten


Nico Nanu

30.07.2010, 15:56 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@schreibendes Irrlicht: wer grinst, ist arrogant? Nanu? - Wer gerne mit mehr als einer in die Falle geht, versucht sich zu stabilisieren? Nanu? - Männer sind böse und Frauen sind gut? Nanu? -- Männer und Frauen sind nicht gleich. Die materiellen Versuchungen stellen sich ihnen unterschiedlich: dem Mann z.B. die Lust auf Sex, der Frau die Lust auf Luxus. Da einseitig zu moralisieren bringt nichts. Antworten



Panorama

Populär auf Facebook Privatsphäre


Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Grandioses Berg-Erleben.

Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.