Der Attentäter kündigte seine Mordpläne an
Obama gegen Waffengewalt. (26. Juli 2012) (Video: Reuters )
Zwölf Minuten dauerte die erste Anhörung von James Holmes, der dabei einen sichtlich verwirrten Eindruck hinterliess. (Video: Reuters )
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Der mutmassliche Amokläufer James Holmes hat Medienberichten zufolge einen Notizblock mit Plänen für das Massaker bei einer Film-Premiere in Colorado an einen Psychiater seiner früheren Universität geschickt. Unklar blieb aber zunächst, ob das Päckchen rechtzeitig eintraf, damit die Bluttat hätte verhindert werden können.
US-Präsident Barack Obama kündigte Massnahmen für eine Verschärfung der Waffenkontrollen an. Holmes soll das Päckchen, das laut dem Fernsehsender Fox News ein Notizheft und Zeichnungen des geplanten Massakers enthielt, an einen Psychiater an der Universität Colorado adressiert haben. Dem 24-Jährigen wird zur Last gelegt, in der Nacht zum vergangenen Freitag in einem Kino in Aurora nahe Denver während der Premiere des neuen «Batman»-Films zwölf Menschen erschossen und 58 weitere verletzt zu haben. In dem Notizblock seien «Zeichnungen und Illustrationen des Massakers» gewesen, zitierte Fox News einen Behördenvertreter. Zu sehen seien etwa Waffen schwingende Strichmännchen, die auf andere Strichmännchen schiessen.
Fox News berichtete unter Berufung auf eine anonyme Polizeiquelle, das Päckchen, das als Absender Holmes' Namen trug, sei bereits am 12. Juli eingetroffen. Es sei aber erst mehrere Tage nach dem Amoklauf am 20. Juli geöffnet worden. Eine andere Polizeiquelle sagte Fox News dagegen, die Behörden hätten nicht bestätigen können, dass das Paket vor der Bluttat ankam.
Sturmgewehr gekauft
Die Zeitung «Denver Post» berichtet unter Berufung auf Vertreter der Universität, das Paket sei erst am 23. Juli eingetroffen. Der Fernsehsender NBC News zitierte eine Polizeiquelle, wonach Holmes selbst die Ermittler auf das Paket aufmerksam gemacht habe.
Laut dem Sender ABC News kaufte Holmes nur Stunden, nachdem er durch eine wichtige mündliche Prüfung gefallen war, ein Sturmgewehr. Der Student der Neurowissenschaften, der mit einem Stipendium der US-Regierung gefördert worden war, habe drei Tage nach dem Examen am 7. Juni sein Studium abgebrochen. Offizielle Angaben zu den Berichten gab es nicht; die US-Justiz hat eine Nachrichtensperre zu dem Fall verhängt.
Holmes sitzt derzeit in Haft, am kommenden Montag soll er angeklagt werden. Der Zeitung «New York Daily News» zufolge wurde der mutmassliche Amokläufer zu seinem Schutz in den Krankentrakt des Gefängnisses verlegt. Ausserdem trage er eine schusssichere Weste. Die Zeitung berichtete auch über einen Zwischenfall, bei dem Holmes einen Wärter gefragt haben soll, ob dieser den neuen «Batman»-Film gesehen habe und das Ende des Streifens kenne. «Als ob er keine Vorstellung darüber hat, dass irgendwas falsch ist an dem, was er sagt», zitierte die Zeitung einen Wärter.
US-Präsident Obama kündigte an, er werde sich im Kongress weiter für einen Konsens über Massnahmen zur Reduzierung der Gewalt stark machen. Zwar gebe die Verfassung allen US-Bürgern das Recht Waffen zu tragen, doch dürften auch viele Waffenbesitzer der Meinung sein, «dass Sturmgewehre nicht in die Hände von Verbrechern gehören» und «nichts auf den Strassen unserer Städte zu suchen haben», sagte er in New Orleans.
Im Präsidentschaftswahlkampf sind Obama und sein designierter Herausforderer Mitt Romney der heiklen Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze bislang aus dem Weg gegangen. (kle/AFP)
Erstellt: 26.07.2012, 06:21 Uhr
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