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Der Schock nach der Bluttat sitzt tief

Von Susanna Michel. Aktualisiert am 19.08.2011 12 Kommentare

Karl Zingrich, der Mann, der am Montag in einem Restaurant in Interlaken Opfer einer Messerstecherei wurde, erholt sich gut. Die Tat erschüttert ihn jedoch nach wie vor.

Der Tatort der Messerstecherei: Das Restaurant Waldrand in Interlaken.

Der Tatort der Messerstecherei: Das Restaurant Waldrand in Interlaken.
Bild: Susanna Michel

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«Eigentlich will ich gar nicht mehr in der Zeitung erscheinen und Auskunft geben», sagt Karl Zingrich. Mittlerweile liegt er auf einer normalen Abteilung im Spital Interlaken und nicht mehr auf der Intensivstation. Quasi über Nacht wurde der Mann aus Wilderswil nicht nur Opfer einer Gewalttat, sondern durch die Medien auch schweizweit bekannt.

«Das, was im ‹Blick› steht, stimmt alles», bestätigt Zingrich. Diese Zeitung berichtete ausführlich über die Messerstecherei, die am Montag kurz nach 21 Uhr im Restaurant Waldrand Interlaken passiert war. Ihm sei geraten worden, den Medien Auskunft zu geben, dann werde die Sache auch so geschrieben, wie sie geschehen sei.

Provokative Worte

«Die Sache» begann für den Oberländer, der im OK des Unspunnenfests mitarbeitet, als er sich nach der Arbeit auf der Alp im Restaurant mit einem Kollegen getroffen hat. «Nach circa 20 Minuten standen plötzlich zwei Typen neben und hinter mir. Ich kannte beide nicht. Sie haben angefangen, zu pöbeln, mich zu beschimpfen. Der eine tippte mir dauernd auf die Schulter», wird Karl Zingrich im «Blick» zitiert. Er habe plötzlich gemerkt, wie ihm warmes Blut den Hals hinunterlief, als er sich wehren wollte, wurde auch noch die Sehne der linken Hand durchschnitten. Dann seien die beiden Angreifer plötzlich weg gewesen. Augenzeugen hatten gegenüber dem «Blick» bestätigt, dem Angriff sei ein Wortgefecht vorausgegangen, und Zingrich habe so getan, als wolle er mit seinem Glas die Kosovaren anspritzen.

Auf dem Weg der Besserung

Der Verletzte wurde von seinem Kollegen mit einem Taxi ins Spital Interlaken gebracht. Dort wurde er operiert und erholt sich nun von der Messerattacke. «Es geht mir besser», sagt der Patient, der auch ein mehrfacher Kranzschwinger ist und einst für die SVP als Grossrat und Gemeinderat kandidierte. Er konzentriere sich jetzt vor allem darauf, körperlich gesund zu werden. Seelisch lasse sich der Vorfall für ihn und für seine Familie «nicht so leicht verarbeiten».

Viel mehr wolle er zu dem Vorfall nicht mehr sagen. Er erklärt dann aber doch, dass er oft vor der Arbeit im Restaurant Waldrand sei, weil dieses bereits ab 6 Uhr offen habe. «Das Restaurant selber hat keinen schlechten Ruf, und in der Bar hinten war ich noch nie», sagt Karl Zingrich.

Mutmasslicher Täter in Haft

Noch in derselben Nacht wurden die beiden Angreifer verhaftet. Es handelt sich gemäss Blick um zwei Brüder aus Kosovo. Der 33-jährige Jeton R. wohnt in Därligen, sein Bruder Rasim ist 31-jährig. Die beiden scheinen keine Unbekannten zu sein. Ein Augenzeuge, der den Vorfall am Montagabend gesehen hat, erklärt gegenüber dieser Zeitung: «Sie sind der Polizei mindestens seit zehn Jahren bekannt und waren bestimmt schon mal im Gefängnis. Beide sind charakterlos, sehr aggressiv und unberechenbar.» Der Augenzeuge, der nicht mit Namen genannt werden möchte, kennt auch das Opfer. Diesen Mann beschreibt er als «äusserst friedliebend».

Am Donnerstag teilte die Polizei mit: «Nach dem Messerangriff auf einen Gast vor einem Restaurant in Interlaken vom Montagabend ist einer der beiden Inhaftierten freigelassen worden. Der mutmassliche Täter bleibt jedoch in Haft.» Die mutmassliche Tatwaffe habe sichergestellt werden können. Der ältere der Brüder wurde inzwischen aus der Haft entlassen. «Es ist davon auszugehen, dass er das Opfer nicht verletzt hat», erklärt die Polizei. Der mutmassliche Täter ist nicht geständig. Gegen ihn wurde beim Zwangsmassnahmengericht ein Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft gestellt. «Auch ist das Motiv der Tat nach wie vor unklar», informiert die Polizei.

«Es tut uns sehr leid»

Schockiert über die Tat ist nicht nur die Familie des Opfers, sondern auch diejenige der Täter. Ein Familienmitglied sagt gegenüber dieser Zeitung: «Es tut uns sehr, sehr leid, was passiert ist.» Es sei Alkohol im Spiel gewesen, doch das rechtfertige diese brutale Aktion in keiner Art und Weise. «Wir leiden unter dieser Tat», sagt die Angehörige. Die Familie erhalte viele Drohanrufe und werde beschimpft. «Wir sind nicht alle so gewalttätig und schlecht. Das sind einzelne Familienmitglieder, die nicht nur mit dem Alkohol Probleme haben, sondern auch mit der Psyche. Das, was sie getan haben, ist schrecklich und unentschuldbar», sagt die Verwandte.

Der albanische Rat der Schweiz hat ebenfalls zu der Tat in Interlaken Stellung genommen. Er hatte dies auch in Zusammenhang mit dem Delikt in Pfäffikon gemacht, bei dem zwei Frauen von einem Mann aus Kosovo erschossen worden waren. Der Dachverband der albanischen Gemeinschaft verurteilt beide Fälle aufs Schärfste und erklärt, er verlasse sich auf eine konsequente Rechtsverfolgung. (Berner Oberländer)

Erstellt: 19.08.2011, 10:46 Uhr

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12 Kommentare

Robert Benz

19.08.2011, 13:38 Uhr
Melden 27 Empfehlung

Es macht mich wütend, dass sich so viele Schweizer nicht schämen, wenn sie im eigenen Land von Kosovaren abgeschlachtet werden. Linke bekämpfen heisst Kriminalität bekämpfen. Immer noch nicht begriffen. Antworten


Jacques Schmid

19.08.2011, 12:20 Uhr
Melden 24 Empfehlung

Die Schweiz soll endlich gegen diese ständigen + äusserst aggressiven Drohung von einelnen Leuten aus dem Ost-Block agieren. Die Häufigkeit + Brutalität der Taten von Menschen aus dem ehemaligen Juguslavien muss man rigoros angehen. Z.B. so wie die Israelis - mit Kollektivbestrafung damit endlich Ruhe in der Schweiz einkehrt. Der Albanische Rat müsste auch viel öfter auftreten + verurteilen. Antworten



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