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Concordia-Passagiere verklagen Kapitän Schettino

Aktualisiert am 01.02.2012 1 Kommentar

Deutsche Opfer der Havarie vor Giglio haben Klage gegen den Kapitän der Costa Concordia eingereicht. Durch seine unterlassene Hilfe seien sie erheblich verletzt worden. Am Wrack wurde derweil ein Ölfilm entdeckt.

Der fahrlässigen Körperverletzung beschuldigt: Francesco Schettino Mitte Januar in Porto Santo Stefano.

Der fahrlässigen Körperverletzung beschuldigt: Francesco Schettino Mitte Januar in Porto Santo Stefano.
Bild: Keystone

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Chronologie: Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia verunglückt

Chronologie: Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia verunglückt
Vor Italien ist das Passagierschiff Costa Concordia gekentert. Insgesamt kamen 30 Menschen ums Leben, zwei werden noch immer vermisst.

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Knapp drei Wochen nach der Havarie der Costa Concordia vor der italienischen Küste haben 19 deutsche Opfer Strafanzeige gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes und weitere verantwortliche Offiziere gestellt. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum und bestätigte damit einen Bericht von «bild.de». Die Staatsanwaltschaft Bochum prüft nun, ob sie für die Klage zuständig ist.

In dem Verfahren geht es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, der Aussetzung, Gefährdung des Schiffsverkehrs und um unterlassene Hilfeleistung. Vertreten werden die Opfer von einem Anwalt aus Marl.

Der Kapitän habe die hilflosen Menschen im Stich gelassen und in Todesgefahr gebracht, sagte Anwalt Hans Reinhardt. Durch das grob fahrlässige Verhalten Schettinos und der Offiziere seien die Opfer erheblich verletzt worden.

Brüche und Quetschungen

Die klagenden Opfer erlitten den Angaben zufolge Brüche, Prellungen und Schürfungen, manche litten auch an traumatischen Störungen. Der Anwalt vertritt die 19 Passagiere aus verschiedenen Bundesländern auch bei deren Forderungen nach Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Die Strafanzeige, die er am Mittwoch bei der Staatsanwaltschaft Bochum eingereicht hat, diene der Unterstützung der Schadenersatzforderungen. Dadurch könne er Akteneinsicht erhalten, sagte er.

Bei dem Schiffsunglück der Costa Concordia am 13. Januar kamen mindestens 17 Menschen ums Leben, 16 Personen gelten noch als vermisst. Als Hauptbeschuldigter für das Unglück gilt der Kapitän Francesco Schettino. Zu der Katastrophe läuft in Italien derzeit ein Beweissicherungsverfahren.

Ölfilm aufgetreten

Derweil bestärkten sich an der Unglücksstelle Sorgen vor einer möglichen Umweltkatastrophe, nachdem am Mittwoch ein dünner Ölfilm aus dem Wrack ausgetreten war.

Die Ängste um die vielfältige Meeresfauna in dem Küstengebiet wachsen, in dem unter anderem Delfine und Wale heimisch sind. Die Behörden versuchten zunächst zu ermitteln, wie schwerwiegend der Ausfluss des Öls ist. An Bord des am 13. Januar gekenterten Schiffs befinden sich 2400 Tonnen Schweröl und andere Schadstoffe. Die rund um das Schiff ausgelegten Ölsperren wurden am Mittwoch vom Wind angehoben, was es dem Öl erlaubte, sich in der Bucht auszubreiten. Der dünne Ölfilm besteht demnach aus Kohlenwasserstoffen, teilte die italienische Hafenbehörde mit.

Sammelklage in den USA

Juristische Verfahren wurden auch in Frankreich und den USA eingeleitet. In Frankreich klagt die Familie eines 71-jährigen Mannes, der bei dem Unglück ums Leben kam. Die am Dienstag in Paris eingereichte Klage richtet sich gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung.

In den USA reichten sechs Passagiere der Costa Concordia Klage gegen die Eignerfirma Carnival ein. Die Kläger aus Florida, New York und Italien fordern 460 Millionen Dollar Schadenersatz.

Die Klageschrift wurde in Miami im US-Bundesstaat Florida eingereicht, weil die Firma Carnival dort ihren Sitz hat. Es handelt sich den Angaben zufolge nicht um eine Sammelklage.

Eine Sammelklage im Namen aller Besatzungsmitglieder und Passagiere wurde am letzten Freitag in den USA eingereicht. Sie richtet sich gegen Carnival und ihre italienische Tochterfirma Costa Crociere.

Diese einigte sich mit Vertretern der Reisenden darauf, dass jeder Passagier 11'000 Euro Schadenersatz plus 3000 Euro für die Reisekosten erhalten soll. Dies gilt für rund 3000 der 3200 Passagiere aus 60 Ländern, darunter 69 Personen aus der Schweiz. (kpn/sda)

Erstellt: 01.02.2012, 19:59 Uhr

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1 Kommentar

Guido Singenberger

01.02.2012, 17:26 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Ein Captain, egal ob Luftfahrt oder Schiffahrt, ist für ALLES verantwortlich. Auch nicht das Unternehmen. Er sagt: nein oder ja. Antworten



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