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Bootsdrama: Eine Spur führt nach Yverdon

Von Ralph Heiniger. Aktualisiert am 17.07.2010 14 Kommentare

Der Todeslenker vom Bielersee ist noch immer flüchtig. Die Polizei verfolgt viele Hinweise aus der Bevölkerung. Eine Spur führt nach Yverdon. Mehrere Leute haben ein Boot beobachtet, auf das die Beschreibung passt.

Gestern Nachmittag war die Stimmung am Neuenburgersee aufgeheizt. Nicht nur wegen des Wetters. An den  Häfen von Yverdon, Concise und  Grandson, war der tragische Unfall auf dem Bielersee das grosse Gesprächsthema.

Gestern Nachmittag war die Stimmung am Neuenburgersee aufgeheizt. Nicht nur wegen des Wetters. An den Häfen von Yverdon, Concise und Grandson, war der tragische Unfall auf dem Bielersee das grosse Gesprächsthema.
Bild: Ralph Heiniger

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Romi Gerber sah ein auffälliges Boesch-Boot. (Bild: Ralph Heiniger)

Es war Freitagabend, etwa halb acht, als Motorbootlehrerin Romi Gerber am Bielersee ein besonderes Motorboot beobachtet. «Es war ein Boot des Typs Boesch, aus schönem Mahagoniholz gefertigt. So etwas sieht man auf dem Bielersee höchst selten», sagt sie und bestätigt einen entsprechenden Bericht von Tele Bielingue. Aber nicht nur wegen seines Bootes zieht der Lenker, der mit zwei oder drei Mitinsassen unterwegs ist, alle Aufmerksamkeit auf sich. Er ist offensichtlich überfordert und kann kaum manövrieren. «Er hätte fast noch ein anderes Boot gerammt», berichtet die 60-jährige Bielerin.

Als sie am Dienstag die Beschreibung des Todeslenkers vom Bielersee in der Zeitung liest, stockt ihr fast der Atem: «Nicht nur das Boot, sondern auch der Lenker passten genau auf die Beschreibung.» Umgehend wandte sie sich an die Polizei.

«Er wirkte alkoholisiert»

Romi Gerber war nicht die Einzige, welcher der Lenker des Boesch-Bootes aufgefallen ist. Um elf Uhr abends versuchte der etwa 60-Jährige Lenker sein Boot wieder aus dem Hafen zu manövrieren. Vergeblich. Damit er weder sein eigenes noch ein anderes Schiff beschädigt, eilte ihm Marc Kocher zu Hilfe. Der 35-jährige Kocher genoss zu diesem Zeitpunkt den warmen Sommerabend vor dem Clubhaus der Bootsbesitzer am Bieler Hafen. Als er das Ruder des Luxusbootes übernahm, war ihm etwas unwohl: «Der Lenker machte einen alkoholisierten Eindruck. Aber auch abgesehen davon wirkten er und seine Kollegen etwas seltsam», sagt er. Bei einer kurzen Unterhaltung erklärte der Lenker, dass er das Konzert Boogie-Woogie mit Nico Brina auf einem Schiff der Bielerseeschifffahrt besucht habe. «Sie sagten mir, sie kämen aus Yverdon», berichtet Kocher. Auch andere Zeugen dieses Vorfalls bestätigen, dass das fragliche Boot ein Waadtländer Kennzeichen hatte.

«Viele wertvolle Hinweise»

Am Mittwochnachmittag um 16 Uhr machte Kocher bei der Polizei eine detaillierte Zeugenaussage. Der Gedanke an das tragische Ereignis auf dem Bielersee lässt ihm keine Ruhe. «Dieser Unfall ist unglaublich», sagt er. «Ich bin so froh, wenn der Lenker gestellt ist.» Gleichzeitig betont er aber: «Ich bin nicht sicher, ob es sich beim Mann aus Yverdon wirklich um den Todeslenker handelt.»

Die Kantonspolizei äussert sich generell nicht zu einzelnen Zeugenaussagen. «Die Ermittlungen laufen noch», sagte Kapo-Sprecher Michael Fichter gestern Abend auf Anfrage. «Es sind viele wertvolle Hinweise eingegangen, die wir jetzt bearbeiten». (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.07.2010, 15:32 Uhr

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14 Kommentare

Gustav Heller

19.07.2010, 13:02 Uhr
Melden

Kein Geld der Welt gibt dem Opfer das Leben zurück. Kein Geld der Welt dem Bräutigam die Braut. Die Polizei macht ihre Arbeit und dies bestimmt korrekt. Soll jeder BOESCH-, jeder Pedrazzini-, jeder RIVA-Eigentümer dingfest gemacht werden? Das Problem bleibt aber: Opfer der Technik nimmt man hin, weil sich das Recht zunehmend dem technisch Machbaren zu beugen hat. Leider! Antworten


Fred Büchi

17.07.2010, 15:43 Uhr
Melden

könnte heissen, dass es sich um handelt, das längst gefunden ist, dessen Name aber nicht veröffentlicht werden . Vielleicht stammt er ja aus den eigenen Reihen. Antworten



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