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Betrunkener Polizist bedrohte Chef am WEF

Sein Chef wollte den angetrunkenen St. Galler Polizisten am 30. Januar nach Hause schicken, als dieser plötzlich mit der Dienstwaffe herumfuchtelte.

Noch nach Bekanntwerden des Suizids des Bündner Polizeikommandanten Markus Reinhardt hat ein St. Galler Polizist am WEF angetrunken Dienst getan. Als ihn sein Vorgesetzter zum Alkoholtest verbrummte, rastete er aus und zog seine Waffe. Dies zeigen Recherchen der «Sonntagszeitung».

Die St. Galler Justizdirektorin Karin Keller-Sutter erfuhr erst durch die Sonntagszeitung von dem Fall. Sie bestätigt, dass bei der Kapo eine Untersuchung läuft. Der jüngste Davoser Alkohol-Fall ereignete sich fünf Tage nach der Affäre um die Bündner Polizisten, die zusammen mit ihrem alkoholkranken Kommandanten Markus Reinhardt Kirschlikör tranken.

Überbelastung als möglicher Grund

Heinz Buttauer, Präsident des Schweizer Polizeibeamten-Verbands, wertet das Ziehen der Waffe als Gefährdung des Vorgesetzten. Falls sich der Fall tatächlich so abgespielt habe, «müsste der Polizist aus dem Dienst ausgeschlossen werden». Buttauer ist der Fall bisher noch nicht bekannt. Dennoch glaubt er, dass der Polizist letztlich nicht zur Waffe gegriffen hat, weil ihn sein Chef bei einem Fehler erwischte.

«Das war nur der Auslöser.» Die Reaktion habe ihren Ursprung wohl in den übermässigen Polizeieinsätzen bei Fussballspielen und Demonstrationen sowie in den Überstunden, die auch ein St. Galler Polizist leisten müsse. «Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht», sagt Buttauer. (tan)

Erstellt: 14.02.2010, 07:35 Uhr

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