Aus Kinofilm bekannter Betrüger schlägt erneut zu
(Filmtrailer: «A l'origine»)
Der 56-jährige Philippe Berre gab sich in der vom Sturmtief «Xynthia» betroffenen Gemeinde Charron an der französischen Atlantikküste als Regierungsbeamter aus, der bei den Aufräumarbeiten helfen sollte, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Ermittlerkreisen erfuhr.
Bürgermeister Jean-François Faget sagte, Berre sei mit einem «offiziellen Fahrzeug mit Blaulicht» aufgetaucht. Er habe sich als Beamter des Agrarministeriums ausgegeben. Mehrere Tage habe sich Berre in der nach dem Unwetter eingerichteten Krisenzentrum aufgehalten, habe Touren mit dem Fahrzeug unternommen, hohe Beamte umhergefahren und «sich nützlich gemacht». Mit den Geschädigten selbst habe er aber nie Kontakt gehabt.
Mit Depardieu verfilmt
Misstrauisch wurde der Bürgermeister, als Berre Material für die Aufräumarbeiten anfordern wollte. Als das Gemeindeoberhaupt beim Landratsamt anrief, um sich nach den Befugnissen des vermeintlichen Beamten zu erkundigen, flog der Schwindel auf. Die Polizei nahm Berre am Sonntag fest.
Berre war vor rund zehn Jahren wegen Betrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte in Nordfrankreich mit falscher Identität den Bau einer Autobahn wieder aufnehmen lassen, nachdem die Baustelle Jahre zuvor stillgelegt worden war. Die Geschichte bot den Stoff für den Kinofilm «A l'origine» mit François Cluzet und Gérard Depardieu, der 2009 in Cannes präsentiert wurde. (sam/sda)
Erstellt: 09.03.2010, 15:31 Uhr




















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