Angriff der Staatshasser
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 05.01.2011 61 Kommentare
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In Solothurn hat am Dienstag ein 61-jähriger Schweizer Feuer in der St. Ursenkathedrale gelegt. Der Mann ist der Polizei bekannt, im Frühling letzten Jahres wollte er einen Zug entgleisen lassen. Weil er frustriert über Staat und Justiz war.
Noch vor wenigen Monaten lieferte sich der 67-jährige Peter Kneubühl in Biel ein tagelanges Gefecht mit der Polizei. Grund: Unzufriedenheit mit den Behörden.
Immer wieder machen Menschen – vorwiegend Männer – ihrem Frust über den Staat Luft und werden aus Misstrauen und Hass kriminell. Dramatischstes Beispiel ist Fritz Leibacher, der im September 2001 das Zuger Parlament stürmte und 14 Politiker erschoss. Auch er hatte sich Monate zuvor mit den Behörden angelegt.
Autoritätsaversion oder Narzissmus
«Es werden immer mehr Personen auffällig, die eine behördenkritische Auffassung aufweisen», sagt Thomas Knecht, Amok-Experte und leitender Arzt der Zentralen Psychiatrischen Gutachtenstelle in Münsterlingen TG. Diese Personen hätten sich von den Gesellschaftsstrukturen entfremdet. «Sie lehnen staatliche Institutionen ab und reagieren auf Forderungen jener mit Wut und Aggressionen. Das geht hin bis zu Vergeltungsaktionen», so Knecht.
Der Psychiater kann sich das einerseits mit einer «Autoritätsaversion» erklären. «Diese Personen möchten sich keinesfalls unterlegen fühlen.» Andererseits könne es auch gekränkter Narzissmus sein. «Sie sind empört, wollen es dem Staat heimzahlen und sich selbst ein Denkmal setzen.»
Nicht zwingend pathologisch
Zwar seien es oft absurde Taten, die Täter autistisch bis wahnhaft, doch das Verhalten sei per se nicht zwingend pathologisch. «Auch bei normalen, psychisch nicht vorbelasteten Menschen kann eine Kette von Vorfällen zu so einer Reaktion führen», so Knecht. Auslöser dafür könnte zu wenig «echte Kommunikation» sein. «Häufig sind es Einsiedler, die sich isoliert haben oder einfach Leute, die niemanden haben, mit dem sie über ihre Probleme sprechen können.»
Keine Zunahme bei Ombudsstellen
Bei ihm könnten sich frustrierte Staatsbürger beispielsweise auslassen: Franz Bloch. Der Ombudsmann des Kantons Basel-Land hört sich täglich Beschwerden verärgerter Basler an. Eine Zunahme von Staatsmüden hat er jedoch nicht festgestellt. «Ich hatte in den letzten sieben Jahren 270 bis 300 Fälle pro Jahr, ohne signifikante Veränderungen». Im Vergleich zu seinem Publikum sei das ausserdem ein «statistisch nicht relevanter Promillesatz».
Dennoch weiss auch Bloch um die Problematik: «Ich gehe davon aus, dass sich auch bei mir Leute melden, die eine solche Tat wie in Solothurn potenziell verüben könnten. Obwohl: Wenn jemand kein Vertrauen in den Staat hat, geht er vielleicht gerade deswegen nicht zum Ombudsmann.» Bloch hält es auch für möglich, dass Staatsmüde wie Kneubühl Nachahmungstäter auf den Plan rufen könnten oder bereits gerufen haben.
Aber auch wenn er einen potenziellen Amokläufer vor sich hätte, viel dagegen unternehmen kann Bloch nicht. «Wer sich selbst gut im Griff hat, kann auch vor mir psychische Probleme verbergen. Da hilft mir meine Menschenkenntnis wenig weiter.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.01.2011, 20:07 Uhr
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61 Kommentare
heyhey, diese komentare sind echt daneben..... ich arbeite in solothurn in der klinik....arbeitet zuerst mal mit solchen menschen bevor ihr gross rummotzt...das sowas passiert ist klar nicht gut, doch auch nicht zu 100% möglich zu verhindern...wollt ihr alle weg schliessen....wenn ein mensch angeschlagen ist?....haubtsache....ihr könnt ungestört euer leben führen..echt erbärmlich diese komentare Antworten
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