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Amoklauf in Fort Hood: Ein Terrorist in den eigenen Reihen?

Aktualisiert am 06.11.2009

Der Militärpsychiater, der auf einer Militärbasis 13 Menschen erschoss, gibt den Ermittlern Rätsel auf. Nidal Malik Hasan steht im Verdacht, sich auf islamistischen Webseiten engagiert zu haben.

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Er muss sich wegen Mordes verantworten: Nidal Malik Hasan.

   

Die Ermittler rätseln über den Militärpsychiater, der am Donnerstag auf der texanischen Militärbasis Fort Hood ohne Vorwarnung 13 Menschen erschoss. Vor allem das Motiv des 39-jährigen Nidal Malik Hasan, der das bislang folgenschwerste Blutbad auf einem US-Militärstützpunkt angerichtet hat, macht den Behörden Kopfzerbrechen. Doch die Einzelheiten über sein Leben und seine Geisteshaltung, die aus offiziellen Quellen und Berichten von Bekannten offenbar werden, sind beunruhigend.

Vor seinem Dienstantritt in Fort Hood im Juli hatte der Major des Heeres am Walter-Reed-Militärkrankenhaus gearbeitet und sich als Psychiater auf traumatische Störungen spezialisiert. 2001 machte er an der Militäruniversität für Gesundheitswissenschaften in Bethesda/Maryland seinen Abschluss. Vor dem Medizinstudium war er acht Jahre lang Berufssoldat gewesen und hatte als Reserveoffizier an der Virginia Tech seinen Bachelor in Biochemie gemacht.

Supervision wegen Schwierigkeiten mit Patienten

Als Assistenzarzt im Walter Reed hatte Hasan gewisse «Schwierigkeiten», die Beratung und besonders Supervision erforderten, wie der damalige Ausbildungsleiter Thomas Grieger berichtete. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wollte er nicht in Einzelheiten gehen, wies aber darauf hin, dass die Probleme mit Hasans Umgang mit Patienten zu tun hatten. Nach seine Erinnerung war Hasan ein «zumeist sehr ruhiger» Mensch, der nie schlecht vom Militär oder von seinem Land gesprochen habe. «Er hat einen Treue-Eid auf die Streitkräfte geschworen», sagte Grieger. «Ich habe nichts gehört, was diesem Schwur widersprochen hätte.»

Doch in jüngster Zeit schöpften Ermittler doch Verdacht. Vor mindestens sechs Monaten fiel Hasan Strafverfolgungsbehörden in Zusammenhang mit Internet-Einträgen über Selbstmordanschläge und andere Drohungen auf. Darin wurden unter anderem Selbstmordattentäter mit Soldaten gleichgesetzt, die sich auf eine Granate werfen, um ihren Kameraden das Leben zu retten. Es sei nicht mit Sicherheit festgestellt worden, ob Hasan diese Einträge geschrieben habe, verlautete aus Sicherheitskreisen. Ein förmliches Ermittlungsverfahren sei bis zu der Schiesserei nicht eingeleitet worden. Es sei ein Durchsuchungsbeschluss vorbereitet worden mit dem Ziel, Hasans Computer sicherzustellen, berichtete ein Gewährsmann.

Als Palästinenser ausgegeben

Der Oberst im Ruhestand Terry Lee hat früher mit Hasan zusammengearbeitet, wie er im Fernsehsender Fox News berichtete. Hasan habe gehofft, dass Präsident Barack Obama die US-Truppen aus Afghanistan und dem Irak abziehen werde. Er habe des öfteren mit Militärangehörigen gestritten, die den Krieg dort guthiessen, und er habe sich sehr bemüht, seine vorgesehene Entsendung zu verhindern.

Beunruhigend sind auch am Freitag publizierte Bilder einer Überwachungskamera eines Ladens in Texas, die Hasan in traditioneller islamischer Kleidung zeigen. Amerikanische Medien mutmassen, dass das Motiv des Todesschützen religiöser Extremismus gewesen sein könnte.

Faizul Khan, Imam einer Moschee in Silver Spring in Maryland, schilderte Hasan als Muslim von Kindesbeinen an. Er habe regelmässig an den Gebeten teilgenommen, als er im Washingtoner Umland lebte, und sei häufig in Uniform erschienen. «Ich hatte den Eindruck, dass er ein engagierter Soldat war», sagte Khan. Oft hätten sie über Hasans Wunsch gesprochen, eine Frau zu finden. Auf dem Formular für ein Partnervermittlungsprogramm der Moschee habe Hasan als Geburtsort Arlington in Virginia, als Nationalität aber Palästinenser eingetragen. «Ich weiss nicht, warum er Palästinenser angegeben hat», sagte Khan. «Er ist nicht in Palästina geboren.» (oku/ap)

Erstellt: 06.11.2009, 19:23 Uhr

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