Rick Parfitt ist tot

Der Gitarrist der Band «Status Quo» ist in einem Spital in Spanien 68-jährig gestorben. Das hat seine Familie mitgeteilt.

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Der Gitarrist Rick Parfitt von der britischen Rockband «Status Quo» ist tot. Der Gitarrist starb im Alter von 68 Jahren, wie seine Famile und sein Manager der Band am Samstag mitteilte. Demnach starb Parfitt in einem Spital in Spanien an den Folgen einer Infektion. Der Musiker sei bereits am Donnerstag in die Klinik in Marbella eingeliefert worden, weil es Komplikationen nach einer Schulter-Operation gegeben habe. Parfitt hatte sich bei einem Sturz an der Schulter verletzt.

Die «tragische Nachricht» komme zu einer Zeit, da Parfitt sich auf den Beginn einer Solokarriere gefreut habe, hiess es weiter. So habe er 2017 ein Album und eine Autobiographie herausbringen wollen. Der Musiker hatte immer wieder Gesundheitsprobleme. Er hinterlässt Ehefrau Lyndsay Whitburn und vier Kinder.

Aufstieg

Geboren am 12. Oktober 1948 wuchs er in einer Sozialbausiedlung in Woking im Süden Londons auf und lernte mit elf Jahren Gitarre spielen, inspiriert vom «King of Skiffle» Lonnie Donegan.

Seine Eltern unterstützten ihn zwar, aber glaubten nicht an den Erfolg. Der britischen Zeitung «Guardian» erzählte er, wie sich das 1965 nach einem bezahlten Auftritt änderte: «Es war gegen vier Uhr morgens, und ich weckte sie auf und sagte: «Oi, schaut euch das an», dann warf ich das Geld in die Luft. Sie sagten: «Wow, 400 Pfund!«»

1967 stieg Parfitt bei «Status Quo» ein. Nach den ersten psychedelischen Ausflügen wie «Pictures Of Matchstick Men» schaffte die Band den Durchbruch Anfang der 70er Jahre mit einer Reihe von eher ungeschliffenen, rockigen Hits wie «Paper Plane» oder «Caroline».

Erfolg

Danach wichen «Status Quo» nur selten von ihrem Erfolgsrezept ab – eingängige Melodien, drei Akkorde – und verkauften damit über 120 Millionen Platten. Darüber machten sich nicht nur Kritiker lustig, sondern auch Bands – die Punk-Parodie «Heads Down No Nonsense Mindless Boogie» schaffte es 1978 sogar in die Hitparaden.

Aber «Status Quo» überstand Punk, tourte die Welt und füllte das Moskauer Olympiastadium 14 Mal in Folge. 1985 spielten sie «Rocking All Over The World» zum Auftakt von Bob Geldofs «Live Aid» und brachten im Londoner Wembley-Stadion 100'000 Menschen zum Toben.

Exzess

Parfitts erste Ehe zerbrach, als seine zweijährige Tochter Heidi im Pool in seinem Haus in Surrey ertrank. Die zweite litt unter seinen Frauengeschichten und seinem extremen Alkohol- und Drogenkonsum. Mit seiner dritten Ehefrau Lyndsay Whitburn und ihren gemeinsamen Zwillingen lebte er zuletzt im spanischen Málaga.

Sein exzessiver Lebensstil hatte späte Folgen: 1997 überstand er den ersten Herzinfarkt, gefolgt von Kehlkopfkrebs und zwei weiteren Herzinfarkten. Den vierten hatte er im Juni 2016 nach einem Konzert in der Türkei – für Minuten sei Parfitt «praktisch tot» gewesen, sagte der Bandmanager.

Im Oktober 2016 gab Parfitt daher bekannt, dass er mit «Status Quo» nicht mehr auftreten werde. «Ich bin kein grosser Fan von dem ganzen akustischen Quatsch», sagte er der Musikzeitschrift «Classic Rock». Die Band will in Zukunft von den anstrengenden E-Gitarren auf akustische Sets umsteigen – aus Altersgründen.

Ein Auftritt von «Status Quo» im Jahr 1973. Video: Youtube

(mch/sda)

(Erstellt: 24.12.2016, 16:25 Uhr)

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