«Ich habe ihm gesagt, er sei verrückt»
Aktualisiert am 21.10.2011 17 Kommentare
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Walter Isaacson, Autor der am Montag erscheinenden offiziellen Steve-Jobs-Biografie, hat in einem Interview mit dem amerikanischen TV-Kanal CBS Details aus den rund 40 Begegnungen mit dem verstorbenen Apple-Gründer verraten.
Laut Isaacson hat es Jobs bereut, den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu spät schulmedizinisch behandelt zu haben. Erst 2008 wurde bekannt, dass Jobs nach der Diagnose im Jahr 2003 sich neun Monate gegen eine Operation und eine Chemotherapie gewehrt habe. Stattdessen setzte der bekennende Buddhist auf Fruchtsäfte, Akupunktur und Kräutermedizin. «Er wollte seinen Körper nicht aufschneiden lassen», so Isaacson.
«Ich habe Krebs»
Die «New York Times», welche die Biografie bereits rezensiert hat, berichtet, dass Jobs im Oktober 2003, kurz nachdem ihn seine Ärzte mit der Diagnose konfrontiert hatten, seinen Freund Larry Brilliant anrief und ihn fragte: «Glaubst du immer noch an Gott?» Der Arzt habe über Religion und allgemeine Glaubensfragen geplaudert und Jobs schliesslich gefragt, was los sei. Dieser habe geantwortet: «Ich habe Krebs.»
Ein anderer Freund, der ehemalige Intel-Chef Andrew Grove, habe versucht, Jobs die Alternativtherapien auszureden. «Ich habe ihm gesagt, er sei verrückt», wird Grove im Buch zitiert. Grove selber liess sich wegen Prostatakrebs operieren.
Späte Einsicht
Auch Apple-Verwaltungsrat Art Levinson und Jobs' Schwester Mona Simpson seien verzweifelt gewesen, dass sie Jobs nicht frühzeitig zu einer Operation haben überreden können. «Der Körper dient dem Geist», sei Jobs' Standardantwort auf solche Einwände gewesen. «Ich werde der Erste sein, der diese Art von Krebs besiegt, oder ich werde einer der Letzten sein, der daran stirbt», zitiert Isaacson Jobs weiter.
Erst im Sommer 2004 habe Jobs die Hilfe der Ärzte angenommen. Laut Isaacson hat Steve Jobs für die Entschlüsselung der Gene seines Tumors und seiner DNA insgesamt 100'000 Dollar bezahlt. Steve Jobs starb am 5. Oktober 2011 an den Folgen seiner Krebserkrankung.
(rek)
Erstellt: 21.10.2011, 11:48 Uhr
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17 Kommentare
Man kann niemandem verübeln zu zögern wenn es um eine schwerwiegende Behandlung mit enormen Nebenwirkungen geht. Freunde, die nicht nur sagen "Du bist verrückt" sondern ihm Kraft geben diesen schweren Schritt zu wagen wären eher hilfreich gewesen. Antworten
Nun ja, wenn man einer Religion aufsitzt, dann lässt man sich eben von solchen Sprüchen verblenden:"Der Körper dient dem Geist." Dabei ist es ja genau umgekehrt. Der Körper ist unser wichtigstes Gefäss, "Geist" entsteht überhaupt erst in einem Körper, alles Andere ist Aberglaube! Und über das Wort "Geist" könnte man noch ausfühlich streiten. Wer die (Religions-) Geister rief oder so... Antworten
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