Panorama
Ex-Präsident Kirchner mit Notoperation gerettet
Muss um seine Gesundheit zittern: Ex-Präsident von Argentinien, Néstor Kirchner. (Bild: Keystone)
Argentiniens ehemaliger Präsident Néstor Kirchner hat sich einer Notoperation an der rechten Halsschlagader unterziehen müssen. Der Eingriff sei gut verlaufen, sagte der argentinische Aussenminister Jorge Taiana am Sonntag in Buenos Aires.
Nach dem rund einstündigen Eingriff am Sonntag befand sich der 59- Jährige am Montag nach Angaben der Ärzte auf dem Weg der Besserung. Die Operation sei notwendig gewesen, um einem drohenden Schlaganfall vorzubeugen. Bei der Erkrankung Kirchners habe Stress eine «bedeutende Rolle» gespielt, sagte der behandelnde Chirurg Victor Caramutti.
Kircher war nach Angaben der Ärzte bei Bewusstsein, als er am Sonntagnachmittag mit seiner Frau, der amtierenden Staatschefin Cristina Kirchner, in der Privatklinik «Los Arcos» eintraf. Der Zustand des Ex-Präsidenten war jedoch offenbar besorgniserregend.
Der Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, schickte einen Priester, der Kirchner das Sakrament der Krankensalbung spenden sollte. Lokale Medien hatten vor der Operation berichtet, dass die rechte Halsschlagader des ehemaligen Präsidenten verstopft sei.
Klage angekündigt
Néstor Kirchner war von 2003 bis 2007 argentinischer Staatschef. Nachdem seine Peronistische Partei bei den Kongresswahlen im Juni die Mehrheit in beiden Parlamentskammern verloren hatte, reichte er seinen Rücktritt als Parteichef ein.
Da das Demissionsgesuch aber nicht angenommen wurde, blieb Kirchner de facto Parteichef. Er gilt immer noch als äusserst einflussreich.
Am Mittwoch hatten mehrere Abgeordnete eine Klage gegen das Ehepaar Kirchner angekündigt. Kirchners sollen sich demnach während der Finanzkrise mit illegalen Dollar-Spekulationsgeschäften bereichert haben. Kirchner hatte am Dienstag erklärt, er habe 2008 2 Millionen Dollar gekauft, um mit dem Geld ein Hotel zu erwerben. (tan/sda/)
Erstellt: 08.02.2010, 17:52 Uhr




