Ein Aufstand gegen Renzo Blumenthal

In der 446-Seelen-Gemeinde Vella tobt ein Nachbarschaftsstreit. Laut einem Zeitungsbericht lehnt sich das halbe Dorf gegen Renzo Blumenthal auf – wegen zahlreicher Schweine.

Strahlemann auf der Alp – und Buhmann unten im Dorf: Manche Mitbewohner sind auf Blumenthal nicht gut zu sprechen.

Strahlemann auf der Alp – und Buhmann unten im Dorf: Manche Mitbewohner sind auf Blumenthal nicht gut zu sprechen. (Bild: Keystone)

45 Mastschweine haben laut einem Bericht des «SonntagsBlick» den Streit ausgelöst. Die Tiere suhlten sich den Sommer über in Blumenthals Kuhstall und verpesteten demnach nach Leibeskräften die Luft. «Richtig frei atmen konnte man kaum mehr. Es stank wie der Teufel», sagt eine Nachbarin gegenüber der Zeitung. Auf der Gemeindekanzlei häuften sich die Reklamationen.

Schliesslich kam heraus: Die Blumenthals hielten die Schweine «ohne Bewilligung», wie Gemeindeschreiber Marcus Cavegn gegenüber dem «SonntagsBlick» bestätigte. Bereits 2007 hatte der junge Landwirt 50 Ferkel notschlachten müssen, weil die Nachbarn protestiert hatten. Mit Vertretern diverser Ämter inspizierte die Gemeinde diesen Sommer den Bauernhof – worauf Blumenthal seinen Viehbestand auf 30 Schweine reduzieren musste.

Im Clinch mit vielen Einwohnern

Frieden ist in Vella laut dem Bericht dennoch nicht eingekehrt. Renzos Vater reichte im September das Baugesuch für einen Schweinestall ein. 17 Parteien – darunter drei Personen aus dem Gastgewerbe – wehren sich mit einer Einsprache dagegen. Der Ball liegt nun beim Kanton, der über das Gesuch befinden muss – genauso wie über den Vorfall im Sommer. «Im schlimmsten Fall wird gebüsst», so Cavegn.

Bei dem Ex-Mister hat der Streit Spuren hinterlassen. Vor einer Woche machte er seinen Ärger öffentlich Luft. Anlass war das Spektakel «Ben Hur» im Zürcher Hallenstadion, wo der Ex-Mister als prominenter Gast zugegen war: Müsste er ein Wagenrennen bestreiten, würde er am liebsten gegen seine Nachbarn antreten. «Die würde ich grad liquidieren», sprach er einem «TeleZueri»-Reporter in das Mikrofon.

«Es ist mir herausgerutscht»

Mittlerweile bereut Blumenthal seine Aussage: «Es ist mir herausgerutscht. Ich entschuldige mich in aller Form», berichtet die Zeitung. Zu der Schweinedebatte will er nichts sagen: Bis Ende Jahr sei sein Vater zuständig. (raa)

Erstellt: 22.11.2009, 00:59 Uhr

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