CS-Angestellte haben gelogen
Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 09.09.2011 85 Kommentare
Artikel zum Thema
Stichworte
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Eigentlich hätte im CS-Private-Banking alles ganz anders sein müssen als bei der UBS. 2001, als die neuen Vorschriften des US-Börsenrechts (genannt QI) in Kraft traten, setzte Oswald Grübel, der damalige Chef des Private Banking bei der CS, harte Regeln durch. Die Devise war: Keine Verstösse gegen US-Recht.
2004 wurde Urs Rohner, der heutige VR-Präsident, zum Chefjuristen ernannt. Auch er gab die Devise durch, dass man sich an die US-Vorschriften zu halten habe. Das Amerika-Desk, das in der Schweiz die US-Privatkunden betreute, war eine Mini-Abteilung von 10 bis 20 Mitarbeitern, das Volumen des Geschäfts betrug kaum 1 Prozent der Vermögensverwaltung. Bei der UBS gab es zu dieser Zeit rund 60 Vermögensverwalter im US-Bereich. Dort kam 2004 die Warnung: Bradley Birkenfeld machte publik, dass es im Geschäft mit den USA zu Verstössen gegen das Gesetz kam. Dem ging man nicht energisch genug nach. 2007 gab es dann ernsthafte Probleme mit den USA, die 2009 in der erzwungenen Herausgabe von Kundendaten mündete.
Auch Kaderleute involviert
Bei der CS gab es, so weit bekannt, keinen Whistleblower. Hingegen gab es 2008 eine umfangreiche interne Untersuchung, bei der abgeklärt wurde, ob ähnlich vorgegangen wurde wie bei der UBS. Die Untersuchung kam zum Schluss: Bei der CS kam es zu keinen vergleichbaren Verstössen wie bei der UBS. Aus gut informierten Quellen heisst es nun: Die internen Regeln sind zigfach umgangen worden. Und die Verfehlungen der CS lassen sich nicht einfach auf ein paar Angestellte in den unteren Chargen begrenzen.
Immerhin musste der ehemalige Chef des Amerika-Geschäfts gehen. Und die USA haben genügend Material, um zu behaupten, es liege ein ähnliches Verhalten vor wie im Fall UBS. Sie drängen darum darauf, dass Daten aufgrund dieses Vertrags herausgegeben werden. Den von der Schweiz vorgeschlagenen Weg, über das Doppelbesteuerungsabkommen Auskunft zu geben, taxieren sie – wie einige Banken auch – als rechtlich zu riskant.
Die Fälle UBS und CS haben auch die Finanzmarktaufsicht Finma aufgeschreckt. Sprecher Tobias Lux: «Wir haben von einzelnen exponierten Banken verlangt, dass sie ihr grenzüberschreitendes Geschäft mit den USA und anderen Ländern aufarbeiten. Uns interessiert, welchen Risiken sie sich ausgesetzt sehen und mit welchen Massnahmen sie diese konkret begrenzen.» Wie sich die Banken künftig verhalten sollen, hat die Finma letztes Jahr in einem Positionspapier festgehalten. «Dort, wo die Erwartungen möglicherweise nicht erfüllt werden, eröffnen wir Verfahren», sagt Lux. «Gegen ein Institut läuft ein solches.»
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.09.2011, 06:09 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
85 Kommentare
CS-Angestellte wurden angewiesen zu lügen wäre wohl ein besserer Titel gewesen, oder ? Es ist höchste Zeit, das aus Regierung, Wirtschaft wie auch dem Banken- und Versicherungswesen Elemente mit hoher krimineller Energie nachhaltig entfernt werden. Zum Wohle unserer Wirtschaft und der Gemeinschaft ! Antworten
Das lesen die anderen auf
Meist versendete Artikel
- 1«Die Traditionelle Chinesische Medizin ist in Wirklichkeit ein Kunstprodukt»
- 2Schweiz stürzt Deutschland in EM-Depression
- 3Travailsuisse fordert gesetzlichen Vaterschaftsurlaub
- 4Schön, aber ohne blassen Schimmer
- 5Verfahren wegen Drogenkonsums
- 6Oper & Dinner auf dem Münsterhof –
CHF 12.- günstiger
Meist gelesene Artikel
- 1ESC: Schweden gewinnt, Engelke ermahnt
- 2Schweiz stürzt Deutschland in EM-Depression
- 3«Sonst wird es eine traurige EM»
- 4Wenn 86,2 Kilo Gewicht haben
- 5Drei Piloten starben beim Absturz
- 6Zwei Visionen für Amerika
- 7«Deutschland bleibt für mich EM-Favorit»
- 8Bund prüft Barrieren für Geld aus dem Ausland
- 9«Man macht Fotos, redet ein wenig und sagt ‹super› und ‹cool›»
- 10«Sonst wird Bern noch weiter abgehängt»
Heiss diskutierte Artikel
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.


Bitte warten


