Demonstranten stürmen isländische Zentralbank

Aktualisiert am 01.12.2008
Bei einer Kundgebung in Reykjavik haben Demonstranten den Rücktritt des Notenbankchefs gefordert. Er soll mitverantwortlich sein für den Kollaps des isländischen Bankensystems.
Hunderte Demonstranten haben heute Nachmittag in Reykjavik die isländische Zentralbank gestürmt. Sie schlugen zuerst gegen die Glastür der Bank und wurden etwas später dann in das Gebäude hereingelassen. Im Foyer forderten sie in Sprechchören den Rücktritt von Notenbankchef David Oddsson. Die Demonstranten machen Oddsson für den wirtschaftlichen Zusammenbruch Islands mitverantwortlich.

«Die Regierung hat Roulettes gespielt und das ganze Land hat verloren», sagte der Schriftsteller Einar Mar Gudmundsson auf einer friedlichen Kundgebung vor mehreren tausend Menschen in Reykjavik. Island feierte an diesem Tag eigentlich den 90. Jahrestag des Beginn seiner Unabhängigkeit am 1. Dezember 1918 von Dänemark. Die volle Unabhängigkeit erlangte das Land 1944. Die gegenwärtige Finanzkrise, die Island besonders hart getroffen hat, hat aber aller überschattet. Ein Rücktritt hat Ministerpräsident Geir Haarde bislang abgelehnt.

(vin/ap)

Erstellt: 01.12.2008, 20:14 Uhr

Weitere Artikel Wirtschaft