Zum fünften Mal in Serie verlor der SCB das prestigeträchtige Zähringer-Derby gegen das gute und nervenstarke Gottéron. Die Gastgeber spielten zwar 65 Minuten mit viel Herz, Druck und Tempo, doch im Abschluss handelte sich das Team von John Van Boxmeer eine ungenügende Note ein. Denn bei einer nur einigermassen konsequenten Chancenauswertung hätten sich die Berner die Verlängerung und die Schmach des misslungenen Penaltyschiessens ersparen können. Der Sieg der Freiburger war indes nicht unverdient, weil sie nie aufgaben und mit Caron einen überragenden Torhüter in ihren Reihen hatten, der an diesem Abend bei diversen Abwehrparaden vom nötigen Glück begleitet wurde. Vor allem in der Spezialprüfung Penaltyschiessen stach Caron sein Gegenüber Marco Bührer klar aus.
Kein Berner trafWährend bei den Bernern mit Trevor Meier, Topskorer Christian Dubé, Martin Plüss und Ivo Rüthemann kein einziger Penaltyschütze traf, verwandelten auf Freiburger Seite Julien Sprunger und Sandy Jeannin souverän. Bereits zum fünften Mal in dieser Saison war die Postfinance-Arena mit 17131 Fans ausverkauft.
Ausländer-RouletteWeil die SCB-Verantwortlichen ihrem fünften Ausländer, dem NHL-erprobten Martin Gélinas, bis zum 24.November möglichst viele Gelegenheiten verschaffen wollen, sich einen Vertrag bis Ende Saison zu sichern, muss regelmässig einer der etablierten Ausländer die Zuschauerrolle übernehmen. Am Samstag hatte es Sébastien Bordeleau getroffen, was der in seiner siebten Saison für den SCB spielende Frankokanadier nicht ohne Zähneknirschen zur Kenntnis nahm: «Es ist sehr hart, aber ich kann es auch verstehen», sagte Bordeleau.
In Zug war gestern Ramzi Abid an der Reihe. Auch er, am Samstag noch unter den Torschützen, war über die Entscheidung des Trainers natürlich nicht erfreut.
Etwas Gutes hat der interne Konkurrenzkampf unter den Ausländern für das Berner Kollektiv in den beiden Partien am Wochenende gezeigt: Jene vier Profis, die spielen durften, waren mit hundertprozentigem Einsatz dabei und erfolgreich.
Treffsichere AusländerIn der Zuger Hertihalle geriet der SC Bern zwar bereits nach 4:19 Minuten in Rückstand, doch danach legten die Besucher einen imposanten Zwischenspurt aufs Eis. Bei den entscheidenden Toren hatten fast durchwegs die SCB-Ausländer ihren Stock im Spiel: Den 1:1-Ausgleich besorgte Verteidiger Travis Roche, die 2:1-Führung (16.Minute) erzielte Martin Gélinas, und der SCB-Neuling zeichnete in der 23.Minute mit dem 4:1 auch für die Vorentscheidung verantwortlich. Schliesslich rundete Simon Gamache mit dem 6:2 die herausragende Bilanz der SCB-Ausländer ab. Zug, das sich am Samstag mit einem bemerkenswerten 5:4-Sieg in Davos zurückgemeldet hatte, steckte zwar nie auf, doch die drei Verlusttreffer vom 1:2 zum 1:5 innerhalb von 187 Sekunden im zweiten Drittel waren schliesslich eine zu grosse Hypothek für die Zentralschweizer. Klar wurde indes auch, dass die Zuger momentan unter ihrem Wert klassiert sind.
(Berner Zeitung)