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Kommentar: Triumph für den Fussball

Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 12.07.2010 1 Kommentar

Vielleicht ist es das grösste Lob für Spanien, trotz Last-Minute-Finalsiegs insgesamt kein glückhafter Weltmeister zu sein.

Fabian Ruch

Die erste Fussball-WM auf dem Kontinent Afrika hat einen würdigen Weltmeister erhalten. Die Spanier sind das beste Team der letzten Jahre, und ihre aussergewöhnliche Mannschaft verdient es, nach der EM auch die WM gewonnen zu haben. Selbst wenn ihre Leistung im sehr groben WM-Final ziemlich bescheiden war und sie auf dem Weg zum Triumph mit Toren geizte und bis ins Endspiel dreimal 1:0 siegte.

Es ist ein Triumph des Kollektivs. Natürlich stehen in den spanischen Reihen herausragende Individualisten wie der reflexstarke Torhüter Iker Casillas und der elegante Verteidiger Gerard Piqué, der robuste Abwehrspieler Carles Puyol und der geniale Taktgeber Xavi, der flinke Dribbler Andrés Iniesta und der treffsichere Stürmer David Villa. Aber in erster Linie sind die Spanier eine ausbalancierte Einheit.

Es ist ein Triumph der Logik. Spaniens Spielidee basiert auf Ballbesitz und vielen Pässen. Wenn der Gegner immer dem Ball hinterherlaufen muss, kann er keine Tore schiessen – und ist irgendwann müde gelaufen. Spaniens erster WM-Titel ist deshalb ein Triumph für den Fussball. Es gibt seit Jahren gewisse Tendenzen zu einer defensiven, abwartenden Spielweise, und da erscheinen die Erfolge der Spanier wie ein kräftiges Lebenszeichen für einen fröhlichen, optimistischen Fussball.

Nicht zuletzt jedoch ist es ein Triumph für den Trainer. Der väterlich wirkende Vicente del Bosque hat das eingespielte, erfolgreiche Ensemble nach der Euro 2008 übernommen. Del Bosque hat bloss ein bisschen an den wichtigsten Schrauben gedreht und dem Team die wunderbare Spielidentität nicht genommen.

Oft entscheiden an Turnieren Zufälle und Zentimeter. Vielleicht ist es das grösste Lob für Spanien, trotz Last-Minute-Finalsiegs insgesamt kein glückhafter Weltmeister zu sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.07.2010, 09:26 Uhr

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1 Kommentar

Suzanna Blatter-Douma

12.07.2010, 10:38 Uhr
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Ihr Artikel im Berner Oberländer Jimmy Jump,Iniesta und Mandela, erstaunt mich über den letzten Absatz. Bezugnehmend über die Apartheid, man soll Fussball nicht mit Politik vermischen,dann sollte man nicht vergessen, dass Spanien einen 80 Jahre dauernden Krieg gegen Holland geführt hat. Wenn man es so betrachtet wäre es doch schön gewesen, wenn Holland gewonnen hätte. Antworten



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