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Die Frage nach den Schuldigen bleibt unbeantwortet

Von Peter Jost. Aktualisiert am 24.01.2012

Bei der Planung und dem Bau des Mitholztunnels zwischen Frutigen und Kandersteg wurde gepfuscht – und nicht zu knapp.

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Peter Jost ist stv. Chefredaktor der BZ Berner Zeitung.

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Der 640 Meter lange Tunnel, für 18,5 Millionen Franken gebaut und 2002 eröffnet, musste 2004 wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Für sage und schreibe 21,5 Millionen Franken wurde das Loch in der Folge saniert. Seither streiten die Anwälte darüber, wer für die Mängel verantwortlich ist und – vor allem – die Kosten für die Instandstellung übernehmen muss.

Nun steht nach jahrelangen Verhandlungen ein Vergleich, mit welchem sich die für den Pfusch mutmasslich verantwortlichen Firmen verpflichten, dem Kanton Bern 16 Millionen Franken an die Sanierungskosten zu bezahlen. Das ist auf der einen Seite erfreulich. Mit der vereinbarten Summe kann der Kanton die Kosten für die Instandstellung des Mitholztunnels immerhin zu rund drei Vierteln decken. Gleichzeitig fällt das Prozessrisiko, das bei einer langwierigen gerichtlichen Durchsetzung der Schadenersatzforderung bestanden hätte, mit dem Abschluss des Vergleichs weg.

Auf der anderen Seite fällt es einem ziemlich schwer, sich zusammen mit der erleichterten Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer über das Ende der Vergleichsverhandlungen zu freuen. Aus Sicht des Steuerzahlers ist es störend, dass sich der Kanton Bern 5,5 Millionen Franken ans Bein streicht, ohne dass die Schuldfrage geklärt wird. Offen bleibt auch, welche Firmen in welchem Umfang zu einem Beitrag an die Sanierungskosten verpflichtet werden.

Die Öffentlichkeit wird also nie erfahren, wer bei der Planung und dem Bau des Mitholztunnels in welchem Masse gepfuscht hat. Waren es die Planer? Waren es die Baufirmen? Oder trifft ein Teil der Schuld auch den Kanton als Auftraggeber? Wäre Baudirektorin Egger an voller Transparenz interessiert gewesen, hätte sie das Prozessrisiko in Kauf genommen. Aber ganz offensichtlich lagen ihre Prioritäten in diesem Fall anders.

E-Mail: peter.jost@bernerzeitung.ch

Diskussion: blog.bernerzeitung.ch/leserblog (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.01.2012, 22:22 Uhr

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