Verheerendes Desinteresse

Das Auswahlverfahren bei der Wahl des Post-Präsidenten Claude Béglé war schlicht ungenügend.

Stefan Schnyder

Stefan Schnyder (Bild: )

Bundesrat Moritz Leuenberger hat es nicht für nötig gehalten, Referenzen bei den ehemaligen Chefs des damaligen Kandidaten Claude Béglé, der kaum je in der Schweiz gearbeitet hatte, einzuholen. Er delegierte diese Aufgabe an die Headhunterin Doris Aebi.

Dieses Verhalten von Leuenberger ist symptomatisch: Sein Hauptproblem besteht darin, dass er sich nicht für so profane Dinge wie Personalentscheide bei der Post oder die künftige Strategie des gelben Riesen interessiert. Viel lieber feilt er an den Pointen seiner Reden. Die Führung des Departements hat er weitgehend an seinen Generalsekretär Hans Werder delegiert. Bei der Post war bis zum vergangenen Frühling der ehemalige Post-Chef Ulrich Gygi für Leuenberger der Garant dafür, dass er sich als Postminister nicht allzu oft mit diesem Dossier beschäftigen musste.

Das Desinteresse von Leuenberger für die Post ist aber auch auf der strategischen Ebene verheerend. Er hat überhaupt nicht erkannt, dass die Frage der Auslandstrategie drängt und dass er sich hierzu – als Vertreter der Besitzerin der Post, der Eidgenossenschaft – viel früher und präziser hätte einbringen müssen. Zudem hat er es unterlassen, innenpolitisch in diesen Fragen das Terrain vorzubereiten.

Leuenberger bleibt nun nichts anderes übrig, als Schadensbegrenzung zu betreiben. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass Béglé den Sommer nicht als Post-Präsident erleben wird. Auf jeden Fall steht fest: Leuenberger muss sich künftig mit echtem Engagement in dieses Dossier reinknien. Weitere Fehler kann er sich nicht leisten.

stefan.schnyder@bernerzeitung.ch

(Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2010, 10:57 Uhr

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3 KOMMENTARE

tschanz hans-juerg

11.01.2010, 14:58 Uhr

ich war 14 jahre in der personalvermittlung tätig. meine vermittlungen bewegten sich im unteren bis mittleren jobsegment. was in der sache béglé und leuenberger abgelaufen ist, entbehrt jeder grundlage.1. prioritäten wie mind. 1-2 referenzen einzuholen wurden unterlassen! warum?!. leuenberger sollte endlich in den ruhestand gehen. er wird zunehmend lästig und unerträglich für unser land!


Pat Sulzberger

11.01.2010, 14:41 Uhr

@Roland Lack: das ist billige Stimmungsmache, was Sie da betreiben. Genau die Politiker, die Sie so hoch halten, haben BR Leuenberger mitgewählt, in der Hoffnung, den 'andern' ein Ei zu legen. Nun, sie haben es sich selbst gelegt, denn Leuenberger ist ein BR, der in die Zukunft blickt und wenn er so faul wäre, wie Sie fälschlicherweise behaupten, wäre er sicherlich nicht so lange im Amt geblieben!


Ronald Lack

11.01.2010, 12:20 Uhr

Das einzige was BR Leuenberger interessiert ist sein Lohn fürs nichtstun. Dann noch wie er die Leute mit der Co 2 Abgabe abzocken kann. Aber leider zahlen die Leute lieber anstatt zu handeln und mal gehörig der SP den Marsch zu blasen. Lieber wird auf der SVP herumgehackt.




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