Traurige Posse

Von Svend Peternell. Aktualisiert am 17.03.2010 1 Kommentar

«Eine attraktive Randregion, die sich über den Standort eines neuen Spitals nicht einig werden kann, hat auch keines verdient!»

Svend Peternell

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Zu diesem harten Schluss muss kommen, wer die unendlichen Diskussionen im Falle eines Akutspitals im Obersimmental/ Saanenland mitverfolgt. Bei allem Verständnis für die regionalpolitischen Interessen: Wo andere Regionen ihre Spitäler verlieren, geht es hier um das «Geschenk», ein neues Spital zu erhalten. Nicht ein beliebiges, sondern eines, das sich für das ökonomische Bestehen über eine möglichst grosse Anzahl Fallpauschalen finanzieren muss. Wenn nur ein Standort in Saanenmöser dieses Patientenaufkommen (mit der ebenfalls sehr wichtigen Ausrichtung gegen das Pays d’Enhaut) gewährleisten kann, ein Standort in Zweisimmen aber nicht, dann ist die Rechnung schnell gemacht.

Dass jetzt über 1000 Saanerinnen und Saaner den Obersimmentalern für einen Standort in Zweisimmen mit einer Unterschriftensammlung behilflich sein wollen, mag als eine nette Geste der Offenheit und Toleranz, über den eigenen Schatten zu springen, durchgehen. Doch selbst wenn eine der nächsten Saaner Gemeindeversammlungen dieser Initiative mehrheitlich zustimmt, ist man keinen Schritt weiter. Das ganze Prozedere kann von vorne anfangen. Und ob da die Spital STS AG noch weiter Lust dazu hat? Die gestrige Mitteilung und alle getätigten Studien und Analysen verraten eher das Gegenteil.

Es ist Zeit, dass der Regierungsrat seine Schlüsse bald kundtut und sich ein klarer Handlungsstrang in dieser traurigen Posse zeigt. Ein Lehrbeispiel, wie zwei Regionen in der Akut-Versorgungsfrage zusammenspannen können, liegt nicht vor. Im Gegenteil. Aber vielleicht sorgen die Obersimmentaler in diesem absurden Theater für eine fröhliche Pointe: Indem sich die Zweisimmner mit einer Gemeinde-Initiative revanchieren. Natürlich für ein neues Spital auf Saanenmöser! Dann könnte man endlich mit der Arbeit beginnen

s.peternell@bom.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.03.2010, 11:09 Uhr

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1 Kommentar

Beat von Känel

17.03.2010, 16:29 Uhr
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Wenn bestehende zwei Spitäler durch ein neues Spital im Niemandsland abgelöst werden sollen, ist es wohl etwas vermessen, von einem "Geschenk" zu sprechen. Was den Standort anbetrifft, wüsste ich noch eine noch konsequentere Lösung: Abländschen. Antworten



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