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Nun braucht es mutige Kontrolleure

Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 05.10.2010 1 Kommentar

Arthur Rutishauser

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Mit dem vorliegenden Bericht zur Neuregulierung der Grossbanken ist die Problematik in der Schweiz nicht gelöst. Wenn UBS und CS bis zur Umsetzung eines Regelwerks acht Jahre Zeit erhalten, darf man sicher sein, dass sie während dieser Zeit viel Energie darauf verwenden, die Regeln so zu umgehen, dass sie nicht mehr wehtun. So sind die Banken jedenfalls schon bei den Löhnen vorgegangen, die vor einem Jahr mit einem wohltönenden Rundschreiben der Finanzmarktaufsicht (Finma) stärker reguliert wurden. Bisher hat das noch bei keinem Spitzenmanager dazu geführt, dass er weniger verdient.

Der Hebel, an dem diesmal angesetzt werden kann, ist die Definition des Risikos. In der letzten Krise waren es faule US-Hypotheken, die bei der UBS alleine zu Verlusten von 70 Milliarden Franken führten. Da diese Hypotheken aber mit dem höchsten Gütesiegel der Ratingagenturen versehen waren, zählten sie nicht zu den risikobehafteten Aktiven und wurden von keiner Regel erfasst. Peter Wuffli, Ex-CEO der UBS, platziert genau jetzt diese Botschaft in seinem Buch und all den Interviews, die er dazu gibt. Fazit: Naiv ist eben auch der, der sich von ausgeklügelten mathematischen Modellen, welche die Wirklichkeit zu erfassen versuchen, blenden lässt.

Sechs Jahre zuvor liess man sich von den Dotcom-Magiern verführen, und in den Neunzigerjahren erlebten wir, dass auch Schweizer Immobilien im Wert schwanken können. In den neuen Regeln sind die Definitionen für Risiken natürlich angepasst, die Subprime-Papiere erfasst. Aber wer weiss jetzt, woran sich die nächste Bankenkrise entzündet?

Nichts tun ist freilich keine Alternative. Im Gegenteil: Man muss sich vor Augen führen, dass mit den neuen Regeln beim Eigenkapital nur ein Zustand wiederhergestellt wird, der bis in die Neunzigerjahre selbstverständlich war. Das lässt den Schluss zu, dass die Aufsicht seither sträflich viel zugelassen hat. Es ist zwingend nötig, dass die Politik jetzt bei der Finma einen Präsidenten wählt, der auch einem Spitzenbanker Paroli bieten kann. Nicht nur fachlich, sondern auch, weil er wirklich unabhängig ist. Sonst sind alle Regeln das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.10.2010, 22:47 Uhr

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1 Kommentar

Nadine Binsberger

05.10.2010, 12:03 Uhr
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Banken können kaum Eigenkapital haben. Die einzige wahre Eigenleistung, die sie erbringen, ist Vermögen zu safen. Das ist aber nur ein verschwindend kleiner Teil des behaupteten "Eigenkapitals". Der riesengrosse Rest besteht im Einsacken der Früchte fremder Leistungen (Zinsen, Renditen, etc.). Das lässt man sich nicht mehr lange gefallen. Antworten



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