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Kindgerecht

Von Urs Egli. Aktualisiert am 02.11.2010 1 Kommentar

«Revisionen des bernischen Volksschulgesetzes waren bisher oft Versuche, die Berner Schule umzukrempeln. Gefruchtet haben diese selten etwas.»

Urs Egli (Bild: BZ)

Einzig Regierungsrätin Leni Robert konnte sich mit dem Wechsel des Schulmodells von 4/5 zu 6/3 ein Denkmal setzen. Regierungsrat Bernhard Pulver wird dies mit der Revision des Volksschulgesetzes 2012 nicht gelingen. Er verzichtet darauf, der Berner Schule viele neue Projekte aufzubürden und Bildungsbaustellen zu eröffnen. Pulver konzentriert sich auf das Machbare: die gesetzliche Verankerung des zweijährigen Kindergartens und der Schulsozialarbeit sowie die Grundlagen für die freiwillige Einführung der Basisstufe.

Nach der HarmoS-Abstimmungs-Schlacht um die Einführung des zweijährigen Kindergartens wird nun in der Diskussion der Volksschulgesetzrevision die Basisstufe im Zentrum stehen. Für die SVP ist diese des Teufels, SP und Grüne preisen sie als Nonplusultra. Wer hat recht?

Wird das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt gestellt, kommt die Basisstufe dem Prädikat «kindgerecht» nahe. Weil sie die Kindergartenjahre sowie die ersten zwei Schuljahre umfasst, kann sie die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder berücksichtigen. Alters- und leistungsgemischte Klassen gewährleisten einen fliessenden Übergang vom spielerischen zum systematischen Lernen. Mit der frühen Förderung der Kinder kann das Bildungsgeld wirkungsvoll eingesetzt werden. Denn Investitionen ins schulische Fundament sind gescheiter als Korrekturen in späteren Schuljahren.

Mit der Basisstufe beginnt die Integration am ersten Schultag. Auch aufwendige Abklärungen bezüglich Schuleintritt sind nicht mehr nötig. 2008 betraf dies im Kanton Bern immerhin 1167 Kinder.

Ein Erfolgsmodell können Basisstufenklassen aber nur dann sein, wenn diese personell korrekt dotiert sind. Werden sie als Massnahmen zur Einsparung von Lehrpersonen verstanden, steht das Wohl des Kindes nicht mehr im Mittelpunkt.

urs.egli@bernerzeitung.ch

(Berner Zeitung)

Erstellt: 02.11.2010, 07:28 Uhr

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1 Kommentar

Ulrich Scheidegger

04.11.2010, 10:53 Uhr
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Die Normalität darf nicht zulassen, dass Kleinkinder generell ab Mutterbrust in die Hände ideologischer Pädagogik abgeführt werden. Dort wo sich ein gewisser Handlungsbedarf aufdrängt, bestehen bereits genügende Möglichkeiten in unserem Staate. Wo sind wir eigentlich -und in welcher Zeit leben wir? Kinder dem Staat? Nein! Antworten



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