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Kein Drama, Obama

Von Luciano Ferrari. Aktualisiert am 08.02.2010 4 Kommentare
Luciano Ferrari

Luciano Ferrari

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad testet einmal mehr die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft. Wie wird sie auf die neue Provokation reagieren? Wird sie sofort zu streiten beginnen und in gegenseitige Vorwürfe verfallen? Wie an der Münchner Sicherheitskonferenz, wo US-Senator Joseph Lieberman den Europäern und Chinesen vorwarf, zu zimperlich mit dem brutalen Regime in Teheran umzuspringen.

Alle Augen richten sich nach Washington, auf US-Präsident Barack Obama. Dieser aber sollte seinem Spitznamen «No-Drama Obama» gerecht werden. Er hat ihn von David Ignatius erhalten, dem klugen Kolumnisten der «Washington Post», dem die besonnene Aussenpolitik des US-Präsidenten gefällt.

Indem Ahmadinejad ankündigt, sein Land werde nun Uran auf 20 Prozent anreichern, sendet er zwei Signale aus: Erstens will er uns mitteilen, dass sein Land genug Zentrifugen besitzt, um waffenfähiges Uran herzustellen. Ab 20 Prozent, so Experten, lässt sich eine «militärisch unzuverlässige» Bombe bauen. Zweitens fordert er die Welt förmlich zu einer Reaktion heraus.

Diesen Affront kann Obama nicht einfach hinnehmen. Er muss die Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats dazu bringen, die Sanktionen gegen das Regime in Teheran zu verschärfen. Andernfalls kann er seine Vision von einer atomwaffenfreien Welt gleich begraben. Denn US-Senator John Kerry hatte Recht, als er in München davor warnte, eine «iranische Bombe» würde der Nichtverbreitung von Atomwaffen einen vernichtenden Schlag versetzen.

Die Voraussetzungen für verschärfte Sanktionen sind derzeit gut. Denn das Regime in Teheran steht unter grossem innenpolitischem Druck. Möglicherweise geht Ahmadinejad gerade jetzt mit der Welt auf Konfrontationskurs, weil er hofft, so die Bevölkerung wieder hinter sich zu scharen. Diesen Gefallen darf ihm die Staatengemeinschaft nicht machen. Gezielte Sanktionen können den Unmut im Volk sogar schüren und soziale Unruhen provozieren. Allerdings darf der Streit nicht eskalieren. Die USA können sich keinen neuen Krieg leisten. Deshalb braucht es jetzt die Umsicht eines No-Drama-Obama. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.02.2010, 04:00 Uhr

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4 Kommentare

Max Meier

08.02.2010, 14:09 Uhr
Melden

Das sehe ich genau anders. So ein Krieg wird früher oder später die einzige Möglichkeit sein, von dem eigenen Unvermögen die politisch verursachte Wirtschaftkrise zu meistern, abzulenken. Die Geschichte lässt grüssen! Antworten


Yves Mundorff

08.02.2010, 16:32 Uhr
Melden

Vor einem Krieg wird Isreal versuchen, mit einem gezielten Luftschlag die Anlagen zu zerstören. Sehr riskant, aber wenns gelingt sehr effizient. Oder für was sollten die USA ihre Bunkter-Buster-Bomben noch weiter verbessern, wenn nicht genau für diese Einsatzgebiete... Antworten



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