Kampfjets und Lebenslügen
Von Patrick Feuz. Aktualisiert am 26.08.2010 16 Kommentare
Patrick Freuz.
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Es wirkte fintenreich, wie Ueli Maurer in den letzten Monaten den geplanten Kauf neuer Kampfflugzeuge torpedierte. Aber wer genau hinhörte, der erkannte immer eine wohltuende Geradlinigkeit. Von Anfang an pochte der SVP-Bundesrat auf eine saubere Kostenrechnung. Maurer hat so entlarvt, was schon sein Amtsvorgänger Samuel Schmid hätte merken müssen: Luftwaffe und bürgerliche Sicherheitspolitiker träumten von einer Rüstungsbeschaffung, die in der heutigen Finanzsituation jeden Rahmen sprengte. Der Verzichtsentscheid des Bundesrats wäre schon früher vernünftig gewesen.
Maurer ist ehrlich, wenn es ums Geld geht. Doch wenn er erklärt, neue Flugzeuge wären im Prinzip «nötig», bloss nicht finanzierbar, sagt er die halbe Wahrheit. Der Bundesrat hätte die neuen Jets nicht auf die lange Bank geschoben, wenn sie für die Sicherheit der Schweiz wichtig wären.
Die vorhandenen 33 F/A-18-Maschinen reichen bei weitem aus, um zu verhindern, dass Terroristen aus der Luft den Frankofoniegipfel in Montreux bedrohen oder das WEF in Davos attackieren. Ein einleuchtendes Szenario, in dem unsere Piloten während Wochen rund um die Uhr in der Luft sein müssen und deshalb zusätzliche Maschinen brauchen, ist nicht in Sicht. Also genügt es, dereinst die F/A-18 zu ersetzen.
Doch der VBS-Chef und seine Bundesratskollegen scheuen sich, die Dinge beim Namen zu nennen – weil sie die Konsequenzen fürchten. Eine realistische Sicht der Bedrohung bodigt nicht nur die Wünsche der Luftwaffe, sie müsste generell zu einer massiv kleineren Armee mit deutlich weniger WK-Soldaten führen. Doch Konservative sehen dadurch den Milizgedanken und damit ein Stück Schweizer Identität bedroht.
Auch sonst wird um den heissen Brei herumgeredet. In der kleinen Schweiz mitten im EU-Raum ist der militärische Alleingang weitgehend sinnlos geworden. Die schweizerische Lebenslüge der autonomen Verteidigung verhindert die enge Kooperation mit dem Ausland. Doch will die Schweiz eines Tages neue Kampfflugzeuge kaufen, müsste sie dies zwingend eingebettet in ein Sicherheitskonzept mit ihren Nachbarn tun. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.08.2010, 22:59 Uhr
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Sollten wir nicht mehr fähig sein, unser Land zu verteidigen, so bekäme wohl Gadaffi bald recht. 3 Sachen sollten wir uns merken: Es gibt keine Macht im Staate, die eine Berufsarmee an der Machtübernahme hindern könnte. Ein Volk das nicht fliegt wird überflügelt. Jedes Land hat eine Armee, ist es nicht die Eigene, so ist es eine Fremde. Antworten
Mir ist nicht ganz klar, gegen wen Herr Freuz wettert: Gerade die Sache mit der Kooperation ist nicht ganz so einfach. Gemäss den wiederkehrend durchgeführten Studien der ETH will eine deutliche Mehrheit der CH-Bevölkerung die Neutralität. Man mag sie inhaltlich als veraltet halten. Den Volkswillen sollte man aber in einer Demokratie schon noch etwas respektieren - zumindest der BR tut es. Antworten
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