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Gute Sportliche Aussichten für YB

Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 27.05.2011

Die Young Boys sind mit ihrer Vorwärtsstrategie zum Grosserfolg verpflichtet.

Fabian Ruch (Bild: BZ)

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Am Mittwochabend beendete YB eine höchst unterhaltsame, teilweise sehr turbulente Saison. Sie war geprägt von umfassenden Personalwechseln in der Chefetage, vom europäischen Höhenflug bis über die Winterpause – und vom brutalen Absturz in der Super League. Gleich 20 Punkte weniger als in der letzten Spielzeit totalisierten die Berner. Mit einem gelungenen Schlussspurt und den Siegen bei Xamax (2:1) und gegen St.Gallen (4:2) gelang es ihnen aber wenigstens, Rang 3 zu sichern. Damit hat der Verein zwar den anvisierten Meistertitel krachend verfehlt, aber zumindest die minimalen Erwartungen halbwegs erfüllt.

In erster Linie ist YB nun erheblich mehr Ruhe zu wünschen. Die gewaltigen internen und externen Ansprüche sorgen jedoch für hohen Druck. Die Young Boys sind nach bemerkenswerten Investitionen und den Verpflichtungen von CEO Ilja Kaenzig, Stadionchef Thomas Gurtner sowie dem Technischen Direktor Hansruedi Hasler und natürlich Startrainer Christian Gross zum Grosserfolg verpflichtet. Rang 3 reicht nächstes Jahr sicher nicht mehr, bereits Platz 2 wäre vermutlich eine Enttäuschung.

Automatisch jedoch wird mit prominent besetzter Verwaltung nicht alles besser. Nach der geräuschvollen Entmachtung des früheren CEO Stefan Niedermaiers im letzten August benötigt es Zeit, bis die neuen Strukturen und Ideen greifen. Im Zug von Niedermaiers Entlassung verliessen weitere wertvolle Arbeitskräfte das Stade de Suisse, verloren ging dabei viel Fachwissen. Die neue Führung wird vielerorts kritisch betrachtet, im Betrieb läuft längst nicht alles rund.

Sportlich aber sind die Aussichten gut. In der Europa-League-Qualifikation dürfte das gesetzte YB einem starken Gegner ausweichen, ein Aufstieg in die Gruppenphase scheint realistisch. Mit der dadurch entstehenden Mehrbelastung sollten die Spieler diesmal besser zurechtkommen, zumal Christian Gross nach seinen Stationen GC, Basel und Stuttgart in dieser Beziehung viel Erfahrung aufweist. Der neue YB-Trainer Gross ist der grosse Hoffnungsträger. Er wird in diesem Sommer noch die eine oder andere Verstärkung fürs ohnehin talentierte Team erhalten. Und: Er wird seine Personalwünsche bestimmt ohne Hemmungen bekannt geben, wenn er unzufrieden mit der Entwicklung ist.

Die Vereinsbesitzer um Andy Rihs haben mit der Installierung von Ilja Kaenzig das Fundament zu einer teuren Vorwärtsstrategie gesetzt. Die Verpflichtung von Gross ist Kaenzigs letzter Coup – und wer nach A damit auch B sagt, muss jetzt C umsetzen und weitere Gelder zur Verstärkung der Mannschaft sprechen. Eigentlich möchten die Investoren aber kein eigenes Geld (mehr) einschiessen, man darf also von intensiven Diskussionen unter den Verantwortlichen ausgehen, falls Gross demnächst luxuriöse Spielerwünsche äussert.

Die Investoren, und das ist die gute Nachricht für YB, werden den Klub nicht fallen lassen. Das Stade de Suisse verliert massiv an Wert, wenn die Young Boys kein Spitzenverein mehr sind. Ihren Verkaufsplan können die Besitzer aber deutlich besser umsetzen, falls der Verein beispielsweise die Champions League erreicht und damit lukrative neue Einnahmequellen erschliesst. Das ist aber Zukunftsmusik. Vorerst geht es darum, den ehrgeizigen Plan Schritt für Schritt weiterzutreiben. Die treuen Zuschauer zumindest hat der Verein trotz oft enttäuschenden Leistungen in der abgelaufenen Saison nicht verloren. 21'500 Besucher im Schnitt pro Heimspiel waren im Stade de Suisse erneut ein fantastischer Wert. Er beweist, wie sehr die Anhängerschaft nach Erfolgen lechzt.

fabian.ruch @bernerzeitung.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.05.2011, 09:52 Uhr

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