Fragwürdige Zahlen
Von Dominic Ramel. Aktualisiert am 02.12.2009 5 Kommentare
Dominic Ramel
Bitter klagt der Branchenverband Gastrobern. Wegen des Rauchverbots im Kanton Bern betrage der Umsatzrückgang in den Gastrobetrieben im Durchschnitt 7 Prozent. Dadurch seien rund 1400 Arbeitsplätze gefährdet. Was ist von diesen Zahlen zu halten? Nicht viel. Warum?
Dass der Passivraucherschutz in einigen Gastrobetrieben zum Teil zu massiven Umsatzeinbussen führt, bestreitet niemand. Doch die Aussagekraft der Umfrage von Gastrobern ist sehr beschränkt.
Welche Umsatzeinbussen sind auf die Wirtschaftskrise und welche auf das Rauchverbot zurückzuführen? Wie gross waren die Umsatzrückgänge vor dem 1.Juli? Und was sagen die Gäste? Diese entscheidenden Fragen kann Gastrobern nicht beantworten. Der Verband hat sie gar nicht gestellt. Er stützt sich stattdessen für seine Schlussfolgerungen auf eigene, teils abenteuerliche Hochrechnungen.
Kein Wort sagt Gastrobern zudem zu den strukturellen Problemen der Branche. Seit Jahren spricht Gastrosuisse davon, dass es viel zu viele Betriebe gebe in der Schweiz.
Stattdessen schreibt Gastrobern die Einbussen allein dem Rauchverbot zu. Die Wirtschaftskrise wird nur am Rande erwähnt. Präsident Casimir Platzer versteigt sich sogar zur Behauptung, ohne Passivraucherschutz wären die Umsätze der bernischen Wirte im dritten Quartal nicht gesunken.
Die Verbandsoberen nehmen es somit mit der Wahrheit nicht so genau. Viel lieber wettern sie medienwirksam gegen das von ihnen ungeliebte bernische Rauchverbot. Den Wirten helfen sie damit aber kein bisschen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 02.12.2009, 07:25 Uhr
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Kann ich nur unterschreiben. Ich weiss von einem Anlass nach Einführung des Rauchverbotes, bei welchem eine 30% Einbusse vom Gastroverband kommuniziert wurde. Danach stellte sich heraus, dass der Umsatz um 20% über dem Vorjahr lag bzw. dies auch im Durchschnitt der Vorjahre!!! Die Gastroverbände publizieren bewusst Unwahrheiten und "manipulierte" Umfragen. Antworten
Die Raucherlaubnis z.B. in Restaurants hat dort in der Vergangenheit auch zu massiven Verlusten geführt – nur errechnet hat sie niemand. Wenn über 60% der Gäste sagen das ihnen Qualm stinkt, in Lokalen aber dennoch geraucht werden durfte, ist doch klar das etliche Prozente verloren gingen weil NR entweder ganz ausblieben, kürzer blieben oder weniger konsumierten weil sie sich nicht wohlfühlte Antworten
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