Meinung

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Ehrlich und vernünftig

Von Patrick Feuz. Aktualisiert am 20.08.2010 4 Kommentare

Patrick Feuz

Umfrage

Teilen Sie die Meinung des Autors?

Ja

 
58.8%

Nein

 
41.2%

34 Stimmen


Der bilaterale Weg sei «extrem schwierig» geworden, sagt Bundespräsidentin Doris Leuthard. Diese Diagnose aus offiziellem Mund ist spektakulär. Noch nie hat der Bundesrat so deutlich zugegeben, dass es mit seiner bisherigen Europapolitik zunehmend knifflig wird, den Anspruch auf Souveränität und die Interessen von Schweizer Firmen unter einen Hut zu bringen.

Denn wo immer unsere Unternehmer vom EU-Binnenmarkt profitieren wollen, verlangt Brüssel, dass die Schweiz künftig automatisch neues EU-Recht übernimmt. Die Ehrlichkeit im Bundeshaus ist wichtig. Die Bevölkerung wird nicht im Glauben gelassen, der Bilateralismus sei auf immer und ewig der Königsweg.

Zu Recht versucht der Bundesrat aber, vorerst den bilateralen Weg auszureizen. Abrupte Schwenker in der Europapolitik haben in der Schweiz noch nie funktioniert. Denn hier muss auch das Stimmvolk davon überzeugt sein, dass es einen Richtungswechsel tatsächlich braucht.

Vielleicht gelingt es, Brüssel Mechanismen abzuringen, die im Rahmen der Bilateralen eine schnellere Anpassung an neues EU-Recht ermöglichen, ohne dass die Schweiz völlig unter die Räder gerät, falls sie einmal nicht mitzieht. Man muss es wenigstens versucht haben. Denn erst wenn alle Spielräume genutzt worden sind, wird das Volk zu anderen Wegen bereit sein.

Wichtig ist, nicht nur über Aufwand und Ertrag bilateraler Verhandlungen ehrlich zu reden. Der Bundesrat muss bald auch die Alternativen sauber durchleuchten. Nur wenn er überzeugend deren Vorteile darlegt und rechtzeitig die Hindernisse anpackt, wird eine seriöse und konkrete Europadebatte in Gang kommen.

Bundespräsidentin Doris Leuthard ist realistisch, wenn sie den EWR als «mögliche Fortsetzung» des bilateralen Weges bezeichnet. Der EU-Beitritt dagegen bleibt innenpolitisch noch viele Jahre ausser Reichweite. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.08.2010, 21:27 Uhr

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

4 Kommentare

Bruno Ehrlich

20.08.2010, 14:40 Uhr
Melden

Ausser Reichweite? Ich hoffe, dass er nie kommt, wenigstens so lange ich lebe. Wie kann man nur Freiheit und Rechte freiwillig an einen so überdimensionierten Beamtenkoloss abtreten. Aber eben, nur die dümmsten Kälber wählen ihren eigenen Metzger. Antworten


Eric Cerf

20.08.2010, 18:15 Uhr
Melden

Ein EU-Beitritt ist völlig illusorisch, solange Brüssel sich dermassen arrogant gegenüber uns zeigt. Wir wollen keine fremden Vögte. Ob ein EU-Beitritt möglich ist, entscheidet das Volk an der Urne und nicht die Regierung in Bern. Seit bald 18 Jahren würde der BR noch so gerne beitreten und sich unter die Fittiche von Brüssel flüchten. Die Mehrheit des Volkes bei uns aber will nicht, alles klar? Antworten



Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?





Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.