Übers Ziel hinaus
Wolf Röcken ist Ressortleiter Stadt.
wolf.roecken@bernerzeitung.ch (Bild: Andreas Blatter)
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Der Gemeinderat will deshalb Gegensteuer geben und passt die Löhne an, und zwar in einem vernünftigen Rahmen. Im vorgeschlagenen Lohnmodell geht es aber auch um die Entschädigungen der Exekutivmitglieder, also den eigenen Lohn. Hier schiesst der Gemeinderat übers Ziel hinaus. 45'000 Franken mehr für den Stadtpräsidenten – das entspricht einer Lohnerhöhung um 20 Prozent. 30'000 Franken mehr für jedes Gemeinderatsmitglied, das sind fast 15 Prozent mehr. Das ist viel auf einmal, zu viel. Und vor allem ein falsches Signal, wenn es andernorts darum geht, wichtige Angebote für die Bürger wegen einiger Tausend Franken zu streichen. Das Argument der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt sticht hier im Gegensatz zu den Verwaltungsjobs nicht: Wer in Bern regieren will, will dies in Bern und nicht in einer anderen Gemeinde tun. Und: Er oder sie tut dies ohnehin kaum wegen des Lohns. Der Gemeinderat weiss um die Brisanz und schlägt klugerweise vor, die Anpassungen dem Volk vorzulegen. Er kommt so einer Volksinitiative zuvor, die garantiert lanciert worden wäre. Allerdings muss der Gemeinderat sehr gute Argumente für einen derart massiven Lohnanstieg vorbringen. Sonst riskiert er eine Niederlage wie 2004 bei der Annahme der Lohndeckelinitiative «200'000 Franken sind genug». (Berner Zeitung)
Erstellt: 21.05.2011, 10:29 Uhr
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