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Kommentar: Hildebrand muss die Konsequenzen ziehen

Von Peter Jost. Aktualisiert am 05.01.2012 28 Kommentare

Hat Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand über ein Konto bei der Privatbank Sarasin höchstpersönlich unerlaubte Devisengeschäfte getätigt?

Peter Jost ist stv. Chefredaktor der «BZ Berner Zeitung». (Bild: BZ)

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Oder war es doch Kashya Hildebrand, die über das Konto ihres Ehemannes Mitte August gut 500'000 US-Dollar gekauft und nur eineinhalb Monate später mit rund 75 '000 Franken Gewinn wieder gegen Franken eingetauscht hatte?

Grundsätzlich macht das keinen grossen Unterschied. Gemäss dem Reglement über die Eigengeschäfte, welches die Nationalbank gestern unter medialem Druck endlich veröffentlichte, spielt es keine Rolle, ob Direktoriumsmitglieder auf eigene Rechnung spekulieren oder ob das über einen nahestehenden Dritten geschieht. Der Prüfbericht von PricewaterhouseCoopers wäscht Philipp Hildebrand zwar halbherzig rein. Aber nicht alles, was juristisch gesehen nicht verboten ist, ist auch erlaubt. Ganz besonders nicht für einen Nationalbankpräsidenten, der für absolute Integrität stehen sollte.

Philipp Hildebrand, der während der Finanzkrise nicht müde wurde, schärfere Regeln für Banken und Banker zu verlangen, deren Gier auf immer höhere Gehälter und Boni verurteilte, hat auf einen Schlag seine Glaubwürdigkeit verloren. In der Beurteilung spielt es dabei eine untergeordnete Rolle, ob er – wie die «Weltwoche» unter Bezug auf ihren Gewährsmann bei der Bank Sarasin spekuliert – bei der internen Untersuchung gelogen hat. Ein Mann, über dessen Konto private Devisengeschäfte in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken liefen, ist an der Spitze der Nationalbank schlicht am falschen Platz.

Wenn die Stabilität der Nationalbank nicht gefährdet werden soll, bleibt jetzt nur eine Möglichkeit: Hildebrand muss seinen Posten räumen. Damit die Nationalbank handlungsfähig bleibt. Und damit der Weg frei wird für eine schonungslose Untersuchung der Geschehnisse. Denn auch der Bankrat der SNB (SNBN 1089 2.06%) und der Bundesrat gaben in der «Affäre Hildebrand» bislang keine gute Figur ab.

Mail: peter.jost@bernerzeitung.ch
Diskussion:blog.bernerzeitung.ch/leserblog (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.01.2012, 07:06 Uhr

28

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28 Kommentare

Heinz Fankhauser

05.01.2012, 08:46 Uhr
Melden 28 Empfehlung

Herr Jost, genau an solchen Kommentaren wird Herr Blocher seine helle Freude haben, denn das bezweckte er ja wohl. Antworten


Ueli Hoch

05.01.2012, 07:25 Uhr
Melden 25 Empfehlung

Hoppla, am 31.12.2011 veröffentlichte der Tagi/BZ noch ein Loblied auf Supermann Hildebrand. Ich abe bereits damals gedacht, irgendetwas stinkt wohl gewaltig! Nun , 5 Tage später hats der Tagi/BZ aber doch noch gemekrt und lässt Hildebrand fallen. Antworten



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