Wenn der Kühlschrank zuhört

Was bringt das neue Jahr? Einen Kühlschrank etwa, der zuhört, eine Haarbürste mit Sensoren und eine Smartwatch, die sich selber lädt.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie ist fünfzigjährig und wächst immer noch: Die Consumer Electronics Show hat mit 3800 Ausstellern und 175 000 Besuchern letzte Woche mehr Leute denn je nach Las Vegas gelockt – und damit die Infrastruktur der Wüstenmetropole an den Anschlag gebracht. An der Fach­messe gab es die Geräte zu sehen, die im Laufe des Jahres auf den Markt kommen, sowie viele, die es dann doch nicht in die (hiesigen) Regale schaffen werden.

Eine Rundschau anhand der Medienmitteilungen: Die neuen Fernsehgeräte punkten mit 4K-Auflösung, also mit viermal mehr Pixeln als die heute gut verkauften Modelle. Auch beim Kontrast haben die Hersteller Fortschritte gemacht. Und beim Design: Fernseher sollen eher wie ein Bild denn wie ein Gerät aussehen.

LG hat einen Fernsehschirm aus organischen Leuchtdioden gebaut, der trotz seiner Grösse so leicht ist, dass er sich mit Magneten an der Wand «montieren» lässt. Die Steuerelektronik wurde in eine externe Box ausgelagert. Einen ähnlichen Ansatz wählt der chinesische Hersteller Xiaomi.

Viel dynamischer als bei der klassischen Unterhaltungselek­tronik ist indes die Entwicklung im Bereich virtuelle Realität. Immer mehr Hersteller bringen Brillen und Steuergeräte in den Handel, mit denen die Nutzer in Parallelwelten eintauchen sollen. Und es gibt immer mehr Inhalte. Allerdings: Noch steht die Entwicklung am Anfang, und längst nicht jedes Produkt ist tauglich für den Massenmarkt.

Da es in der klassischen Unterhaltungselektronik harzt und die Zeit noch nicht reif ist fürs Vir­tuelle, geschweige denn für wirklich sinnvolle Roboterhilfen, ­kreieren die Hersteller vernetzte Haushaltgeräte – mitunter haarsträubende: Nach den Nahfunkzahnbürsten der letzten Jahre lanciert Withings eine mit Sen­soren bestückte Haarbürste. LG wiederum versuchts mit einem Kühlschrank, der mit Kameras eruieren soll, was in ihm steckt. Auf Zuruf bestellt er Lebens­mittel bei Amazon nach.

Apropos: Der Name Amazon ist an dieser Messe in aller Munde. Dies dank Alexa: Zahlreiche Gerätehersteller wollen Amazons Assistenztechnik in ihre Geräte einbauen: Samsung in Staub­sauger, Lenovo in einen normalen Lautsprecher und Mattel in ein Modell fürs Kinderzimmer. Huawei packt Alexa in den USA aufs neuste Smartphone. Die Assistentin fährt zudem in Autos von Ford und VW mit. Nissan hingegen setzt auf Cortana, die Konkurrentin von Microsoft.

Ruhiger geworden ist es bei den Smartwatches: Die Fortschritte sind zu klein, als dass sie Begeisterungsstürme auslösten. Mit einer Ausnahme: Matrix arbeitet an einer Uhr, deren Akku allein durch die Körperwärme des Trägers geladen wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.01.2017, 12:09 Uhr

Artikel zum Thema

Das taugen Smartwatches im Wasser

Bei Joggern sind sie der grosse Renner: Die Fitnessarmbänder und Smartwatches. Neu sollen sich damit auch beim Schwimmen Daten aufzeichnen lassen. Doch wie schlagen sich die Geräte in der neuen Disziplin? Mehr...

Tracker und Notrufknopf

Die Gear S3 von Samsung punktet mit dem Navigationsmodul und einem starken Akku. Doch diese Neuerungen haben ihren Preis. Mehr...

iPhone 7 ohne Kopfhörerbuchse

Apple hat beim iPhone 7 das Aussehen kaum verändert - aber die Technik im Inneren aufgerüstet. Mehr...

Promotion

Kostenlose Ebooks

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Kommentare

Von Digital bis Classic

Auf allen Kanälen. Hier bestellen!

Die Welt in Bildern

Strassenkunst: Ein übergrosses Graffiti ziert die Wand eines Hochhauses in Berlin (28. April 2017).
(Bild: Felipe Trueba) Mehr...