Das Mekka der Möbelwelt
Von Simon Schmid. Aktualisiert am 18.04.2011
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Jedes Jahr im April steht Mailand ganz im Zeichen von Design und Inneneinrichtung. Denn um diese Zeit beherbergt die Stadt den Salone Internazionale del Mobile, die grösste und wichtigste Möbelausstellung der Welt.
Hunderte von Designern, Produzenten und Händlern kommen um diese Zeit nach Mailand, um über Inneneinrichtung zu fachsimpeln, Geschäftskontakte zu knüpfen und Designtrends aufzuspüren. Für sie alle ist der Salone del Mobile der Fixpunkt im jährlichen Terminkalender.
Auch für das breite Publikum hat die norditalienische Metropole zur Messezeit vieles zu bieten. Da sind die Geschäfte in der Innenstadt, deren Schaufenster ausnahmsweise nicht nur Weltmarken wie Gucci und Prada, sondern auch Produkte von kleineren Mode- und Möbelproduzenten zeigen. Da ist das alte Industriequartier um die Via Tortona, das in den letzten Jahrzehnten in ein dynamisches In-Viertel verwandelt wurde, wo neben den Messehallen zahlreiche Designfirmen und Showrooms zu finden sind. Und da sind die vielen Restaurants und Cafés, deren Inneneinrichtungen während des Möbelsalons selbst kleinen Kunstausstellungen gleichen.
Trends und Gegentrends
Eine, die die Ausstellung seit zwanzig Jahren besucht, ist Sylvie Merlo, Leiterin der Abteilung Public Relations bei Pfister. «An der Mailänder Möbelmesse kommt niemand vorbei», sagt sie. Denn: «An keiner anderen Messe lassen sich die Stiltrends der nächsten Saison so gut spüren wie hier.» Für die grossen Möbelhäuser sei es zentral, diese Trends nicht zu verschlafen, denn andernfalls bleibe die Kundschaft in der nächsten Saison aus.
Gefragt nach einzelnen Ausstellungsstücken, die den Weg von Mailand in die Möbelläden von Pfister finden werden, gibt sich Merlo bedeckt. Man möge keine Geschäftsgeheimnisse verraten und bestimmte Hersteller nicht bevorteilen. Einige Eindrücke aus dem Salone gibt sie dennoch preis: Angesagt sei dieses Jahr in Mailand alles, was in Richtung Natur geht, also zum Beispiel Farbtöne wie Sand, Stein, Schlamm oder Mokka und Materialien wie Stoff, Leinen und Samt.
Letztes Jahr sei dies völlig anders gewesen, sagt Merlo: «Der Salone del Mobile glich damals einem einzigen Farbenmeer.» Bei Pfister habe man sich entschlossen, diese Farbigkeit zum Hauptthema des diesjährigen Frühlingskatalogs zu machen – mit Erfolg bei den Konsumenten in der Schweiz.
Doch nicht immer kämen die Produkte aus Mailand auch beim Endkunden gut an: «Von der perfekten Inszenierung der Möbel lassen sich manchmal auch die Möbelhändler selbst blenden», gibt Merlo zu. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.04.2011, 17:04 Uhr
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