Gib mir fünf Sterne und ich schenke dir einen Bademantel
Aktualisiert am 11.07.2011 16 Kommentare
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«Ein Traum, der wahr geworden ist», «ein friedliches Paradies» und «Wow – was für ein Glücksfund» – Kommentare, die nicht selten dazu beitragen, ob jemand für die nächsten Ferien nun das beschriebene Hotel oder dann doch ein anderes bucht.
Zu lesen sind die Erfahrungsberichte auf der Internetseite Tripadvisor.com. Das Portal hat sich in den vergangenen elf Jahren zu einer der beliebtesten Quellen für objektive Reiseinformationen entwickelt.
Doch die Beschriebe und Bewertungen von Ferienreisenden für Ferienreisende sind laut einem Bericht von «Daily Mail online» nicht immer ganz so ehrlich, wie man sich dies als Kunde wünschen würde.
Lukrative Prämien
Wie die Zeitung berichtet, sind mehrere Fälle bekannt, in denen Hotels in Europa Gäste gezielt für positive Bewertungen bezahlten. Rund 30 Hotels weltweit seien wegen des Verdachtes auf Bestechung von Gästen bereits auf eine schwarze Liste gesetzt worden.
So nennt «Daily Mail online» das Beispiel eines Hotels in der englischen Grafschaft Cornwall, welches seinen Kunden für eine positive Empfehlung auf Tripadvisor.com so einiges in Aussicht stellt. Gäste erhielten Gratis-Klassenwechsel, eine Mitgliederkarte für Vergünstigungen sowie lukrative Preisreduktionen im Restaurant.
Laut der Zeitung werden dem Hotel auf Tripadvisor.com in 26 Bewertungen mit wenigen Ausnahmen stets fünf Sterne verliehen. Andere Hotels entlockten ihren Besuchern überschwängliche Kommentare mit Gratis-Nachtessen und geschenkten Bademänteln.
Tripadvisor schaut nicht zu
Über 500'000 Destinationen sind laut «Daily Mail online» auf Tripadvisor.com beschrieben; geschätzte 45 Millionen Kommentare bewerten die Hotels, Restaurants und Ausflugsziele. Offenbar sind Hotels nicht selten bereit, zu unkoscheren Mitteln zu greifen, um in der grossen Vielfalt von Angeboten aufzufallen.
Wie Emma O'Boyle von Tripadvisor.com gegenüber «Daily Mail online» sagte, seien Hotelbesitzer zwar frei, ihre Gäste zum Schreiben von Bewertungen auf der Seite zu ermutigen, es sei aber strikt gegen die Regeln, Verbilligungen als Gegenleistungen zu offerieren.
«Betriebe, die wir dabei erwischen, wie sie das Bewertungssystem manipulieren, werden von uns bestraft», meint O'Boyle gegenüber der Zeitung. Hotels, bei denen eine Manipulation vermutet wird, werden auf der Internetseite mit einer roten Flagge markiert.
Geschönte Agenturtexte
Ähnliches bezüglich Reiseportalen wie Tripadvisor.com hört man auch aus Deutschland. Laut einem Bericht von ZDF.de rechnen Brancheninsider damit, dass zwischen 20 und 30 Prozent der Bewertungen auf den Seiten gefälscht sind. Manche Hoteliers sollen sogar Agenturen beauftragen, mit geschönten und unwahren Statements die Portale zu manipulieren, so das Magazin.
Wie Konsumentenschützer gegenüber ZDF.de sagten, sind die Seiten dazu verpflichtet, Einträge von Hotels mit Verdacht auf Fake-Bewertung zu sperren oder gar zu löschen. (kpn)
Erstellt: 11.07.2011, 13:32 Uhr
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16 Kommentare
Was meistens funktioniert: Midnestens 10 Kommentare, streich die beiden Besten und Schlechtesten raus und liess den Rest mit gesundem Menschenverstand. Lobhudeleien ohne genaueren Details oder das klassische Runtermachen weil im 3-Sterne-Hotel um 2:30 morgens kein Badetuch geliefert wurde kann man ebenfalls getrost ignorieren. Antworten
Wer sich vor dem Buchen die Zeit nimmt, einzelne Kommentare kritisch zu lesen, fällt selten auf die Nase. Booking.com wird hier zwar nirgends erwähnt, pflegt aber m.E. ein seriöses Rating - ich jedenfalls wusste bis jetzt immer, was mich am Aufenthaltsort erwarten würde. Oft reklamieren Leute auch, weil sie die Gepflogenheiten des Reiselandes zu wenig kennen. Antworten
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