Leben

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Wenn Ameisen zur Plage werden

Von Christian Sartorius. Aktualisiert am 25.07.2011 18 Kommentare

Zurzeit nerven die Winzlinge gehörig, wenn sie in Schwärmen fliegen oder sich im Haus Nester bauen. Wer klug vorbeugt und notfalls Fressköder einsetzt, ist bald ameisenfrei.

Obwohl nützlich, gehören sie nicht zu den Lieblingstieren der Menschen: Ameisen im Kreis.

Obwohl nützlich, gehören sie nicht zu den Lieblingstieren der Menschen: Ameisen im Kreis.
Bild: Getty Images

Artikel zum Thema

Bildstrecke

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Dank mildem Frühling und heissen Temperaturen zu Sommerbeginn geht es vielen Ameisen zurzeit prächtig. Dort, wo sie massenhaft auftreten, können sie allerdings zur Plage werden.

Was tun? Wer die Biologie und das Verhalten der kleinen Chitinpanzerträger versteht, kann das sommerliche Problem in der Regel recht effektiv in den Griff bekommen. Jetzt sorgen vor allem die Ansammlungen der grösseren geflügelten Exemplare für Unmut. Dabei handelt es sich um Schwarmflüge der zukünftigen Königinnen, die sich zumeist in der Luft mit den männlichen Tieren paaren. Nach dem Hochzeitsflug brechen die neuen Königinnen ihre Flügel ab oder beissen sie auch ab und gründen einen neuen Staat.

Wer die schwärmende Ameisen sieht, geht ihnen am besten aus dem Weg und lässt sie fliegen. Der Spuk dauert nicht ewig. Haben die Geschlechtstiere das Nest verlassen, kehren auch die helfenden Arbeiterinnen wieder in ihre Behausung zurück. Fliegen die Tiere draussen im Garten aus, sollten derweil alle Fenster und Türen geschlossen bleiben. Es kann auch vorkommen, dass Ameisen plötzlich im Haus aus irgendwelchen Ritzen kommen und dann zum Schwarmflug ansetzen. Dann heisst es natürlich: Fenster auf, um den Tieren den Ausflug zu ermöglichen. Auch dieser Spuk geht vorüber — selbst wenn er wiederholt stattfinden kann.

Fressköder ins Ameisennest

Das eigentliche Problem im Freiland, aber vor allem auch im Haus ist nicht der Schwarmflug, sondern das Nest. Im Haus könnten sich bausubstanzschädigende Holzameisen niedergelassen haben oder sogar die Pharaoameisen, die Krankheiten übertragen können. Ein bisschen Ungezieferspray hilft bei beiden nicht, denn so werden nur umherlaufende Arbeiterinnen oder ausfliegende Tiere getötet, nicht aber die Königin, die tief im Nest verborgen sitzt und immer neue Eier legt. Im Handel sind Dosen mit sogenanntem Frassköder erhältlich, der von den Arbeiterinnen ins Nest getragen und auch an die Brut und an die Königin verfüttert wird. Stellt sich damit kein Erfolg ein, bleibt nur der Gang zum professionellen Schädlingsbekämpfer, denn mit Gesundheits- beziehungsweise Bausubstanzschädlingen ist nicht zu spassen.

Einsaugen hilft auch

Wer trotz allem den Ameisen nicht beim Krabbeln und Ausfliegen zuschauen möchte, der kann sie auch umweltschonend aufsaugen. Der Staubsaugerbeutel sollte anschliessend draussen vor der Tür entfernt und entsorgt werden. Ameisennester und Ameisenstrassen, die sich im Garten finden, lassen sich zwar mit kochend heissem Wasser übergiessen, die Königin wird sich aber davon herzlich unbeeindruckt zeigen, ist diese doch für derartige Bekämpfungsversuche meist viel zu tief und sicher im Nest verborgen. Grössere Chancen auf Erfolg haben da schon Ameisenmittel aus dem Fachhandel, die dem Wasser zugemischt oder auch lose auf das Nest beziehungsweise die Strasse gestreut werden. Bei letzteren Kornpräparaten zum Streuen besteht allerdings die Gefahr, dass das Gift von Kindern oder Haustieren aufgenommen wird.

Backpulver nützt nichts

Auf Hausmittelchen sollte man lieber von vornherein verzichten, da ihr Erfolg begrenzt ist. So kann ein starker Kreidestrich zwar wirklich eine Barriere bilden, die die vorsichtigen Ameisen in der Tat nicht überwinden. Aber der Effekt hält in der Regel nicht lange an, spätestens der Wind macht ihn zunichte. Ein Irrtum ist es auch, zu glauben, dass Backpulver die Ameisen auftreiben und explodieren lassen würde. Wer anderer Meinung ist, kann es ja einfach einmal ausprobieren. Selbst ätherische Öle wirken nur begrenzt. Zwar können einige von ihnen wirklich manche Ameisenarten eine Zeit lang vergrämen. Die Frage, die bleibt, ist allerdings: Wo sollen die Tiere hin, wenn sie nur verscheucht werden? Zum Nachbarn, der ihnen mit dem gleichen Trick zu Leibe rücken will?

Besser vorbeugen als töten

Besser ist es, Vorsorge zu treffen. Essensreste sollten weder im Haus noch im Garten stehen beziehungsweise fallen gelassen werden, Krümel wischt man besser auf, und Abfalleimer sind fest zu verschliessen. Holzschädigende Ameisen befallen in der Regel nur Hölzer, die durch Feuchtigkeit schon vorgeschädigt sind. Hier heisst es also vor allem im Keller, auf dem Dachboden und im Schuppen, das Holz möglichst trocken zu halten, indem regelmässig gelüftet oder sogar geheizt wird. Die potenziell gesundheitsschädigenden kleinen Pharaoameisen hingegen mögen gerade das warme und trockene Milieu, da die ursprünglich aus Asien stammenden Tiere bei uns eingewandert sind. Sie sind überall dort, wo es schön warm und trocken ist, hinter dem Backofen oder in Computergehäusen.

Eines allerdings sollte jeder Hobbykammerjäger bedenken: Ameisen erfüllen vielfältige Aufgaben, als Gesundheitspolizei etwa, bei der Zersetzung des Holzes im Wald oder auch indem sie Samen von Pflanzen verbreiten helfen. Ausserdem dienen sie anderen Tieren als Nahrung und erfüllen somit eine wichtige Funktion innerhalb der Nahrungskette. Viele Arten stehen sogar unter besonderem Schutz. (Basler Zeitung)

Erstellt: 25.07.2011, 13:18 Uhr

18

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

18 Kommentare

Walter E. Strahm

26.07.2011, 07:53 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Aus der Sicht der nützlichen Ameisen ist die grösste Plage auf Erden ist der Mensch. Antworten


karl stöcklin

25.07.2011, 13:22 Uhr
Melden 11 Empfehlung

ein nützliches tier finde ich schon seit jahren . entsorgt viel ungeziefern ! Antworten



Leben

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?





Grandioses Berg-Erleben.

Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.