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Die Allergie reist mit

Von Irène Dietschi. Aktualisiert am 13.09.2010

Wer demnächst nach Australien oder Neuseeland reist, gerät voll in die Pollensaison. Auf umfassende Prognosen wie in der Schweiz müssen «Heuschnüppeler» im Süden aber verzichten.

Auch im Süden gibt es Pollen: Die weiten Graslandschaften Australiens sind besonders tückisch.

Auch im Süden gibt es Pollen: Die weiten Graslandschaften Australiens sind besonders tückisch.
Bild: Keystone

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Mit dem Spätsommer und den ersten Zeichen des Herbstes geht die Pollensaison langsam zu Ende – zumindest in unseren Breiten. Gemäss Meteo Schweiz ist die Pollenbelastung in unserem Land in diesen Tagen nur noch schwach. Heuschnupfen-Geplagte können wieder Atem schöpfen und ihre Medikamente versorgen.

Gut investierter Service

Sollte sich ein «Heuschnüppeler» aber demnächst auf eine Reise in den Süden machen, – genauer: in die südliche Hemisphäre –, dann sollte er oder sie sich gleich doppelt wappnen: Nicht nur laufen Allergiker in den südlichen Breiten Gefahr, von der Pollensaison wieder voll erwischt zu werden; sie müssen sich auch damit arrangieren, unterwegs auf die ausführlichen und umfassenden Pollenprognosen, wie sie in der Schweiz zur Verfügung stehen, verzichten zu müssen. Zur Erinnerung: Während der Pollenflugzeit kann die Pollenbelastung täglich bei Meteo Schweiz abgerufen werden, in der Nebensaison einmal wöchentlich. An 14 Standorten wird der Pollenflug hierzulande mit speziellen Messfallen erfasst. «Die Schweiz hat zweifellos ein sehr gut ausgebautes Pollenmessnetz», sagt Barbara Pietragalla, Bio- und Umweltmeteorologin bei Meteo Schweiz, «und auch die anderen europäischen Länder oder die USA verfügen über umfassende Polleninformationen.» Dieser Service ist nicht schlecht investiert, wenn man bedenkt, dass in den industrialisierten Ländern jeder Fünfte an Heuschnupfen leidet. Schon nur aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es somit sinnvoll zu wissen, wann welche Pollen fliegen und wie man ihnen am besten aus dem Weg geht.

In der südlichen Hemisphäre liegen die Dinge etwas anders. «Wir haben kaum Kontakte zu diesen Ländern», sagt Barbara Pietragalla, «und wir wissen nur wenig über die Pollenbelastung und -zusammensetzung auf der Südhalbkugel.» Das gilt offenbar auch vielerorts für die Einheimischen: Der Süden, so scheint es, hat in Sachen Polleninformationen viele weisse Flecken. Beispiel Argentinien: Das Land im Süden Südamerikas ist der achtgrösste Staat der Erde, und zweifellos gibt es dort allergene Pflanzen und Menschen, die auf sie reagieren. Pollen werden aber gerade nur an zwei Orten des riesigen Landes erfasst, und zwar in der Hauptstadt Buenos Aires und etwas weiter südlich in Bahia Blanca.

Gräser überall

Für Australien findet sich im Internet immerhin ein Pollenkalender. Hier ist zum Beispiel zu erfahren, dass die allermeisten Pollenallergiker in Australien auf den Blütenstaub von Gräsern reagieren. Diese blühen von Oktober bis Februar. Im Pollenmessnetz der University of Melbourne, das für den gesamten Kontinent genutzt wird, werden nur gerade Gräserpollen erfasst. 30 Prozent der australischen Bevölkerung sind angeblich allergisch, wobei manche auch auf Baumpollen reagieren . Am schlimmsten ist die Situation im Nordosten, in der Provinz Victoria (Melbourne), wo es weite Graslandschaften gibt und im Frühling strenge Nordwinde blasen.

Neuseeland stellt seinen Allergikern einen Jahres-Pollenkalender zur Verfügung. Ähnlich wie in Australien beginnt auch hier die Pollen-Hauptsaison im September und dauert bis Ende Februar, wobei die Blütezeiten stark variieren können. In Neuseeland gelten die eingeschleppten Pflanzen als Hauptquelle von allergenen Pollen, und wie in Australien sind es Gräser, genauer das Weidelgras, auf das die Einwohner am meisten sensibilisiert sind. Bei den Bäumen erweist sich die Birke als zunehmendes Problem. Sie blüht in Neuseeland von August bis Oktober. Von Europa eingeführt und ursprünglich eher selten, ist die Birke als Gartenpflanze in den letzten Jahren immer populärer geworden. Ihre Pollenproduktion ist auch «down under» enorm.

Heuschnupfen und andere Allergien sind auch in Südafrika präsent. Die südafrikanische Allergie-Gesellschaft ALLSA informiert umfassend über das Thema. Leider aber ohne Beschreibung der Pollensituation – von Pollenprognosen ganz zu schweigen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.08.2010, 07:08 Uhr

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