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Tragischer Held

Von Hugo Stamm. Aktualisiert am 11.03.2011 30 Kommentare

Ron Hubbard war kein Universalgenie und auch kein Kriegsheld. Der Gründer von Scientology hat seine Biografie geschönt.

Soll Schriftsteller, Flugpionier, Filmemacher bei Expeditionen und vieles mehr gewesen sein: Ron Hubbard.

Soll Schriftsteller, Flugpionier, Filmemacher bei Expeditionen und vieles mehr gewesen sein: Ron Hubbard.
Bild: Keystone

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Mit pompösen Festen feiern die Scientologen an diesem Wochenende weltweit den 100. Geburtstag ihres Gründers Ron Hubbard. Obwohl der Sektenführer vor 25 Jahren gestorben ist, verehren sie ihn wie einen lebenden Messias. In vielen Zentren ist ein Büro für ihn eingerichtet, das nur das Putzpersonal betritt. Es soll signalisieren: Hubbard ist hier, zumindest sein Geist. Die Scientologen sprechen denn auch gern in der Gegenwartsform von ihrem Gründer, denn das Genie ist in ihren Augen unsterblich. Um dem Publikum das epochale Jubiläum nahe zu bringen, verbreitet Scientology in Inseraten seine Heldentaten. Auch in Zürich.

400'000 Reisekilometer

In der Scientology-Version tritt uns Hubbard als Universalgenie entgegen. Mit drei Jahren konnte er lesen, mit 14, also 1925, reiste er durch mehrere Länder Asiens. In Nordchina studierte er «bei asiatischen Mönchen die geistige Bestimmung der Menschheit». Bevor er an der George Washington University das Studium begann, soll er bereits über 400'000 Reisekilometer zurückgelegt haben. «Mit 21 Jahren beschloss er seine Hochschulstudien mit einer Eins», heisst es in einer Broschüre. Hubbard soll Schriftsteller, Forscher auf geistes- und naturwissenschaftlichen Gebieten, Flugpionier, Filmemacher bei Expeditionen und vieles mehr gewesen sein.

«Verdacht auf Geistesgestörtheit»

Was er als junger Mann in nur sieben Jahren angeblich vollbracht hat, dafür bräuchten sterbliche Wesen ein ganzes Leben. Viele Heldentaten entsprangen aber seiner Fantasie, so auch sein Hochschulabschluss, denn davon weiss die Uni nichts. Kurz: Die offiziellen Biografien enthalten ähnlich viel Fiktion wie seine Bücher und Heilslehre.

Besonders amüsant lesen sich die kriegerischen Grosstaten des Scientology-Gründers. Bei einem Marineeinsatz wurde er an der Front halb blind, gelähmt und «in Stücke geschossen». Die Ärzte hätten ihn aufgegeben, doch er heilte sich selbst – und entdeckte dabei die Grundlagen von Scientology. In Wirklichkeit bekam er wegen eines Magengeschwürs und Arthritis eine Rente. Ein amerikanischer Journalist fand heraus, dass ein Beamter folgenden Vermerk an die Hubbard-Akte heftete: «Verdacht auf Geistesgestörtheit.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.03.2011, 21:53 Uhr

30

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30 Kommentare

Alice Clerc

14.03.2011, 22:13 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Und noch, vorsichtshalber, eine Präzisierung zu meinem Kommentar von 15h 46. Man muss lesen : Persönlich zu checken und in Freiheit zu benützen, unter Anleitung und Überwachung von Personen die die Materie gut kennen. Diese Technologie ist extrem präzise, Fantasie ist da nicht gefragt. Antworten


Alice Clerc

18.03.2011, 11:19 Uhr
Melden 2 Empfehlung

@M.Keller 2) Es geht darum dass man das was sich im Laufe der Zeit an Sorgen, Unerreichtem, Trauer angesammelt hat sieht und sagen kann, und es wird einem bestätigt dass es gehört u. verstanden wurde, ohne Kommentieren. Mit dem Prinzip dass das was man sieht verschwindet, und das was verdrängt wird bleibt. Das richtige Fragen und Bestätigen ist eine Kunst, die Erleichterung gross. Antworten



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