Schweizer Paare adoptieren kaum noch Kinder

Historischer Tiefstand: Nie wurden weniger Babys adoptiert als 2013 – ihre Zahl betrug zuletzt nur noch 425. Für den markanten Rückgang gibt es vor allem zwei Gründe.

2012 wurden noch über 500 Kinder adoptiert: Ein Paar am Zürichsee. (Symbolbild)

2012 wurden noch über 500 Kinder adoptiert: Ein Paar am Zürichsee. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Adoptionen schweizweit auf 425 Kinder. Nie hätten weniger Paare ein Baby adoptiert, schreibt die «Schweiz am Sonntag». 2012 waren es noch über 500, wie neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen.

Die Gründe für den markanten Rückgang sind vielfältig. Erstens hat die Reproduktionsmedizin in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte gemacht. Gelingt es Paaren nicht, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, gehen sie vermehrt in die Fruchtbarkeitsklinik. Über 4000 Kinder werden jährlich im Labor gezeugt – Tendenz steigend.

Zweitens hat das Haager Abkommen die Entwicklung beschleunigt. Seit 2003 ist es in der Schweiz in Kraft und dient dem Schutz des Kindes. Die internationale Absprache regelt unter anderem, dass zuerst Paare im Herkunftsland gesucht werden. Erst wenn keine geeigneten einheimischen Adoptiveltern gefunden werden, dürfen Personen aus dem Ausland einspringen. Das führt dazu, dass aus Ländern wie Kolumbien nur noch 5 Kinder jährlich adoptiert werden. Vor zehn Jahren waren es noch 66.

Viele fahnden über Facebook

Während weniger Babys adoptiert werden, steigt die Zahl von jungen Erwachsenen, die als Kind von Schweizern adoptiert wurden und jetzt nach ihren leiblichen Eltern suchen. 200 Kinder haben sich allein in der Deutschschweiz an die Schweizerische Fachstelle für Adoption oder an den Internationalen Sozialdienst gewandt. Sie bitten um Begleitung bei der Suche nach ihren Wurzeln.

Hinzu kommt eine Dunkelziffer, die es auf eigene Faust versucht. Viele fahnden über Facebook und andere soziale Netzwerke nach ihren leiblichen Eltern. Jedes Kind hat in der Schweiz das Recht, zu erfahren, woher es kommt. Die Vermittlungsstellen sind verpflichtet, Informationen über die Identität der Eltern aufzubewahren. (ajk)

Erstellt: 13.07.2014, 13:57 Uhr

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